• Julia Eichler
  • Julia Eichler

Ein Jahr Abenteuer

Eigentlich war das Jahr 2020 ganz anders geplant... Wir wollten Südamerika bereisen. Aber wie das so bei vielen Plänen ist, meistens kommt es anders als man denkt... Und so wurde aus einem Jahr Südamerika ein Jahr voller Abenteuer :) Okumaya devam et
  • Gezinin başlangıcı
    27 Aralık 2019

    Es geht los :)

    27 Aralık 2019, Almanya ⋅ ⛅ 3 °C

    Danke an meine Familie, die uns zum Flughafen gebracht und uns von der Aussichtsplattform hinterhergewunken hat. 19,5kg Rucksack und circa 8,5kg "Handgepäck" gehen mit mir an Bord - und ich stelle mal wieder fest ... Fliegen ist nicht meine Lieblingsbeschäftigung und wird es wohl auch nicht werden! Ich mag und brauche einfach festen Boden unter den Füßen! Mit 40 Minuten Verspätung ist das Flugzeug dann endlich abgehoben Richtung Lissabon! Unsere Umsteigezeit beträgt 55 Minuten ... man muss kein Genie sein um zu wissen, dass das eng werden könnte ...Okumaya devam et

  • Zwischenlandung Lissabon

    27 Aralık 2019, Portekiz ⋅ ☀️ 16 °C

    Der nette Flugbegleiter im Flugzeug sagte auf Nachfrage zum Umsteigen, dass wir 40 Minuten Zeit hätten... wer's glaubt!
    Auf unserem Ticket stand keine Gate-Nummer ... ganz toll! Also so schnell wie möglich raus aus dem Flieger - zur nächsten Anzeigetafel - "Final Call für den Flug 1016 nach Madrid" - In 2 Minuten schließt das Boarding ... gerade so geschafft ... und etwa 15 bis 20 Minuten später heben wir wieder ab!Okumaya devam et

  • Ankunft Madrid

    27 Aralık 2019, Ispanya ⋅ ⛅ 9 °C

    In Madrid sind wir gut gelandet und ich war glücklich den Flughafen für 2 Tage hinter mir lassen zu können. Mit dem Rucksack auf dem Rücken habe ich dann zum ersten Mal das "Abenteuer-Gefühl" gehabt :) und das Abenteuer hat auch nicht lange auf sich warten lassen. An unserer Endhaltestelle hat meine Fahrkarte sich entschieden zu streiken und ich konnte den Ausgang der Bahnstation nicht passieren! Oder anders gesagt: Ich war gefangen! Sind dann (eigentlich unerlaubterweise) eine Station weitergefahren und wurden von unseren AirBnB-Hosts mit dem Auto abgeholt. Mal sehen wie es weitergeht ...Okumaya devam et

  • Madrid Teil 1

    28 Aralık 2019, Ispanya ⋅ ☀️ 8 °C

    Nach 9 Stunden Schlaf hat uns der heutige Tag mit strahlend blauen Himmel und Sonnenschein begrüßt :) Meine Highlights unseres Streifzuges durch die spanische Hauptstadt könnt ihr in den Videos und Fotos sehen! Viel Spaß dabei :)Okumaya devam et

  • Madrid Teil 2

    29 Aralık 2019, Ispanya ⋅ ☀️ 7 °C

    Mit dem Backpacker-Rucksack durch die Stadt ... Wer das noch nicht erlebt hat, hat echt was verpasst! Ganz ehrlich ... man fühlt sich wie der dickste Elefant im Porzellan-Laden :) und wenn sich dann im Gewimmel der Menschen selbst alte Omas an einem vorbeidrängeln um 3cm näher an der Fußgängerampel zu stehen - dann fehlen einem echt die Worte! Rolltreppen sind als Packesel genauso wenig zu empfehlen wie lange Spaziergänge ... Rücken und Füße haben sich einfach noch nicht an die neue Aufgabe gewöhnt! Aber immerhin ... in der Metro hat dann doch ein Pärchen Herz bewiesen und wollte uns und unseren Rucksäcken ihren Platz anbieten! Helden des Alltags! Wir sind trotzdem tapfer und schwankend stehen geblieben - und waren uns sicher, dass in dem Jahr bestimmt noch einige Situationen auf uns zukommen werden, in denen wir uns wünschen würden mit dem Rucksack in der Metro zu stehen ^^
    Auch wenn es in dem Moment anstrengend war! In knapp 2 Stunden startet dann der letzte Flieger der Nacht mit uns an Bord Richtung Asunción ...
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  • Kontinent wechsel dich

    30 Aralık 2019, Arjantin ⋅ ☀️ 30 °C

    Ich hab keine Ahnung wie ich vor einigen Monaten denken konnte "Hey lass uns einen Flug von Madrid nach Asuncion mit Zwischenhalt in Iguaçu buchen!" Die Nacht des Fluges fing auf jeden Fall mit "Wie bescheuert kann man sein ..." an, ging weiter mit "NIE WIEDER!!!!!" und endete mit etwas mehr als 11 Stunden Flug im Waschmaschinen-Schleudergang! Das ganze wurde von mir Flugangsthasen hassvoll "Höllenritt" genannt! Für jeden anderen wären es höchstwahrscheinlich maximal leichte Turbulenzen gewesen :)
    Naja und dann hieß es gleich sitzen bleiben ... denn Iguaçu ist ja noch nicht Asunción!
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  • Asunción - Ankunft

    30 Aralık 2019, Paraguay ⋅ ⛅ 36 °C

    33 Minuten von Luft schnuppern in Iguaçu bis zum ersten Mal die Füße auf südamerikanischen Boden setzen! Ein unglaubliches Gefühl :) Erster Stempel im neuen Reisepass, Rucksäcke geholt ... und ziemlich schnell festgestellt, dass der Hase ab jetzt irgendwie anders läuft ... falls es hier überhaupt Hasen gibt ^^
    Wärme, schwüle Luft wie im Tropenhaus, Verkehr ohne erkennbare Regeln, ein Taxifahrer, der nicht ganz genau weiß, wo er uns absetzen soll, Mangobäume, zerfallene Hochhäuser, Müll, ... tausend Eindrücke innerhalb von Minuten. Im Hostel gibt's dann nur noch eins: erstmal Schlafen!!!
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  • Asunción - Mangobaum

    31 Aralık 2019, Paraguay ⋅ ⛅ 35 °C

    Wie glücklich doch kleine Dinge machen können ... in diesem Fall eine einzelne vom Baum gefallene Mango. Fall-Obst ist ja in der Regel nicht wirklich beliebt ... angeditsche oder faulige Stellen, vielleicht schon von einem Hund angepinkelt oder von anderen tierischen Lebewesen als Nahrungsobjekt entdeckt ... all das im Hinterkopf macht die Sache nicht besser. Trotzdem wollte ich mir die Mango mal von Nahem anschauen :) sah super aus und roch lecker. Kaum zu glauben, dass sie den Sturz von dem riesigen Baum so gut überlebt hatte. Swen sagte "Nimm doch mit!" Aber es kam ein Mann die Straße herunter und beobachtete uns dabei ... und irgendwie hatte ich plötzlich Sorge, er wäre damit nicht einverstanden. Also legte ich die Mango wieder auf den Boden und wollte weitergehen, als er stehenblieb und mir erzählte, es wäre sehr lecker und ich dürfte die Mango ruhig mitnehmen :) "Muchas Gracias!" Mal sehen, ob sie wirklich lecker ist...Okumaya devam et

  • Asunción - Einfach mal kein Foto

    1 Ocak 2020, Paraguay ⋅ ⛅ 32 °C

    Ich möchte euch nicht nur an unseren Erlebnissen teilhaben lassen, sondern ab und zu auch mal an meinen Gedanken... denn wenn man beginnt, die Welt zu sehen, beginnt man automatisch auch damit über viele Dinge und sich selbst anders nachzudenken.
    Da spazieren wir also im schönsten Sonnenschein am Fluss entlang ... zum ersten Mal mit Handy UND Spiegelreflexkamera ausgestattet ... und sehen mal wieder tausend Dinge! Die Fotografin in mir will sofort alles festhalten ... den Müll im Fluss, die Menschen die im Fluss baden (direkt neben dem Verbotsschild), die unzähligen Autos, die dicht an dicht etwa 1m vor der Wasserlinie parken, glückliche Kinder, die Skyline der Stadt im Kontrast zur Natur des Flusses, ... aber irgendwie... widerstrebt mir plötzlich der Gedanke, die Menschen wie Affen im Zoo zu behandeln, auf alles den Zoom draufzuhalten, der Welt nur noch durchs Objektiv zu begegnen... ich möchte kein Touri sein auf der Jagd nach dem besten Selfie, den beliebtesten Sehenswürdigkeiten, dem tollen Schnappschuss, um den alle Freunde ihn beneiden!
    Ich möchte die Welt entdecken, kennenlernen, mit Augen, Ohren, Mund, Nase, Händen, aber vor allem mit Respekt vor dem Land und vor den Menschen, die hier leben!!!
    ... und deswegen einfach mal kein Foto!
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  • Asunción - unser Hostel

    2 Ocak 2020, Paraguay ⋅ ☀️ 30 °C

    Der Name unseres Hostels ist "El Farol" und bedeutet "Laterne" (wenn man das Spanisch-Wörterbuch befragt) oder "Leuchtturm" (wenn man das Portugiesisch-Wörterbuch befragt). Beides gar nicht mal so verkehrt, wenn man gerade über den "großen Teich" in ferne Länder gereist ist. Aber ich muss zugeben, wir waren im ersten Moment ziemlich verwirrt über die schmale gelbe Tür neben der Hausnummer 195 ... die schmale lange Treppe ins erste Obergeschoss hat die Sache nicht unbedingt besser gemacht. Aber irgendwie war dann doch alles ganz nett ... Zimmer 102 ist seit ein paar Nächten unser Heimathafen - Herberge für Rucksäcke und Chaos - klimatisierter Kühlraum (wenn es draußen mal wieder zu warm ist) und Schlafstätte unserer müden Häupter. Wir wissen es dabei sehr zu schätzen, dass wir den Raum außer vereinzelt mit Mücken oder Fliegen mit niemandem teilen müssen und dass auch die Superausstattung Dusche mit integrierter Toilette nur für uns ist. Als extra gibt's noch eine Dachterrasse mit Blick auf ein verfallendes Hochhaus, eine Küche mit Gasherd und einen Schmusetiger namens Farolito, der mal halbtote Mini-Straßenkatze war. Was will man mehr? ;)Okumaya devam et

  • Asunción - der Natur auf der Spur

    2 Ocak 2020, Paraguay ⋅ ☀️ 30 °C

    Trotz anfänglicher Skepsis ob mich nicht gleich etwas (Achtbeiniges) anspringt oder ankrabbelt, war es ein total schöner Tag ... ich wollte eigentlich gar nicht mehr weg aus dem Botanischen Garten. Es ist schon etwas Besonderes Tiere in ihrer Heimat zu sehen - am besten natürlich nicht hinter Schloß und Riegel ... wobei ... bei der Anaconda und den großen Raubkatzen war ich schon ganz froh über den schützenden Zaun :) aber schaut einfach mal selbst was mir so alles vor die Linse gelaufen und geflogen ist ... zum Glück hatte nichts davon 8 Beine :)Okumaya devam et

  • Asunción - Mercado 4

    3 Ocak 2020, Paraguay ⋅ ☀️ 31 °C

    Einfach unbeschreiblich ... Obst, Gemüse, frischer Fisch, Plastik-Spielzeug, Wellblechdächer, Gänge wie ein Labyrinth, Eingänge, Ausgänge, Taschenlampen mit Elektroschocker, Schuhe, laut, frische und künstliche Blumen, Souvenirs, Klamotten, Fliegen, Empanadas, Menschen mit großen Plastikmüllsäcken, in denen sie ihre Einkäufe wegtragen, Straßenkatzen, Motorräder, Hygieneartikel, frisches Fleisch, Getränke, Elektrogeräte, Preisschilder, frische und getrocknete Kräuter, Fächer, eine halbnackte, alte Frau auf einer Treppenstufe sitzend, Handys, Dulce de Leche, lebendige Hühner- und Enten-Küken in Käfigen, Perlen, Hunde- und Katzenfutter, Ñanduti-Spitze, mit Pappe und Planen überspannte Gänge, Hühner (mit und ohne Kopf), Kakerlaken, Glas, Kinder, Teller und Töpfe mit Essen, enge Gänge, Hüte, Fußbälle, Schmuck, Mate, Grill mit verschiedenem Fleisch, Porzellan, Gestank nach Pippi, Popcorn, festliche, glitzernde Kleider, Knochen, dicht an dicht Stände, Ventilatoren, Essensreste auf dem Boden, Eis, Müll, aufdringliche Verkäuferinnen, Stoff, Tauben, "Señor y Señora"-Rufe, Glaskaraffen mit frischem Saft, Hunde, Brot, paraguayanischer Käse, Sonnebrillen, unebener Boden, Maiskörner, Eier, hupender Straßenverkehr, große Säcke, Waagen, Süßigkeiten, stundenlang, ... alle Eindrücke innerhalb von Minuten!
    So ist es, wenn der Markt lebt ... und so wie auf dem Foto sieht es aus, wenn der Markt schläft. So himmelweit ist der Unterschied!
    Könnt ihr euch das vorstellen?
    Okumaya devam et

  • Asunción - Goodbye

    5 Ocak 2020, Paraguay ⋅ ☀️ 31 °C

    Unser Gepäck ist wieder zusammengepackt und auf den Rücken geschnallt. Es heißt zum ersten Mal Abschied nehmen! Asunción war toll :) nach dem ersten Kulturschock einfach großartig!
    Irgendwie sah auf den ersten Blick alles gleich aus und Orientierung fiel mir schwer. Aber irgendwie konnte man auch an jeder Ecke etwas Neues entdecken. Improvisierte Elektrik, blau angeleuchtete Kirchen, Bars die aus 2 Paletten abends mal eben aufgebaut wurden, Busse ohne Fahrplan und vorgeschriebene Route, Siesta in der Mittagshitze, das leckerste Empanada con Pollo, das ich jemals gegessen habe! Irgendwie weiß ich jetzt hier am Terminal de Òmnibus, dass ich das alles vermissen werde!
    In diesem Sinne... Adiós Asunción ❤ Hola Encarnación!
    Okumaya devam et

  • Encarnación - Ankommen mal anders

    5 Ocak 2020, Paraguay ⋅ ☀️ 32 °C

    Vom rechten Weg abkommen, ist unter normalen Bedingungen meistens schon recht ärgerlich. Mit nem großen, schweren Rucksack bei über 30° macht's noch weniger Spaß und doch war es eine der besten Sachen, die uns passieren konnten. Nach 6 Stunden Busfahrt durch Paraguay und der Ankunft am Busbahnhof machten wir uns also zu Fuß auf den Weg zur Airbnb-Unterkunft. Da wir unterwegs kein WiFi hatten, konnten wir nicht lesen, dass uns unsere Gastgeber angeboten hatten, uns abzuholen. Nach etwa 2km größtenteils bergan, waren wir in der richtigen Straße angelangt ... nur die richtige Hausnummer (683) fehlte noch. GoogleMaps hatte uns zu 863 geführt. Ratlos und suchend dreinblickend standen wir also vor diesem Haus ... da lag ne Katze, da war ein junger schwarzer Hund, und dann kam eine Frau auf uns zu gefolgt von einem Mann, die uns wohl angesehen haben, dass wir irgendwie nicht weiter wussten. So richtig auf Spanisch erklären, was unser Problem war, konnten wir irgendwie nicht. Sie sagte, wir seien bei ihr falsch - irgendwie hatten wir das schon geahnt. Wir zeigten die Adresse und das Bild der Unterkunft auf unserem Handy. Ich glaub, sie hatte echt Mitleid mit uns und ein unglaublich großes Herz. Sie hat alles was in ihrer Macht stand, um uns zu helfen! Sie holte ihre Tochter, die ein klein bisschen Englisch sprach. Sie rief mit ihrem Handy bei unserem Gastgeber an, um ein paar Fragen zu stellen und dann schickte sie ihre Tochter mit uns mit, um uns zur richtigen Hausnummer zu führen! Einfach unglaublich! Zusätzlich dazu erzählten sie uns, das am Abend an der Costanera "Fire over water" stattfinden würde, eine Veranstaltung des örtlichen Theatervereins. :) Cooler Tipp - das würden wir uns anschauen!
    Dann erstmal Zimmer bezogen und kurz Pause, als nächstes unter die Dusche als unser Gastgeber an die Tür klopfte. Die Familie sei da und wolle uns mitnehmen zum Strand und zur Veranstaltung. Wir konnten es kaum fassen. Diese Familie ist absolut großartig. Leider konnten sie nicht warten bis wir in frische Kleider geschlüpft waren. Aber wir sind dann selbst im Eilschritt zum Strand gelaufen und exakt in dem Moment angekommen als die leuchtend rote Sonne im Rio Parana (bzw. hinter Posadas/Argentinien) versank. Ein unvergesslicher Anblick (seht selbst) gefolgt von einem wunderschönen Abend am Strand :) und einem Heimkommen mit Geckos an der Decke :)
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  • Encarnación - Kopfsache

    7 Ocak 2020, Paraguay ⋅ ⛅ 32 °C

    Manchmal ist es gar nicht so einfach, seine Gedanken in Worte zu fassen. Weil sich manche Dinge auch einfach nicht erklären lassen! Egal in welcher Sprache. In Encarnación hat sich unsere Reise irgendwie plötzlich wie Urlaub angefühlt. Spazieren gehen auf der Strandpromenade bei Sonnenuntergang ... auf der anderen Seite des Flusses Rio Parana die Skyline der argentinischen Stadt Posadas. Echt romantisch :) abgesehen davon gibt es aber auf so einer Reise immer wieder jede Menge Erkenntnisse ... ob man will oder nicht! :) Mich traf die aktuelle Selbsterkenntnis unter einem großen Feigenbaum. Hättet ihr gewusst, dass Feigen am Stamm und an den großen Ästen des Baumes wachsen? Wenn ich im deutschen Supermarkt Feigen, Mango, Avocado und Co gekauft hab, dann hab ich mir maximal um den langen Transportweg und die CO2-Bilanz Gedanken gemacht... aber definitiv nicht darum wie so ein Mango- oder Feigenbaum aussieht. Wie groß, welche Blätter, welche Blüten und überhaupt! War mir doch egal ... Hauptsache die Früchte schmecken :) und jetzt sieht die Welt plötzlich anders aus! Jetzt erkenne ich die Bäume zu den Früchten schon von weitem, weiß wie viele Früchte so ein Baum tragen kann, wie anstrengend oder leicht es ist, die Früchte zu ernten ... und irgendwie ... ist das schön! Nahrungsmittel sind mehr als nur Preis und Geschmack :) das haben Kopf und Herz jetzt ein bisschen mehr verstanden!Okumaya devam et

  • Ciudad del Este - Dunkel

    8 Ocak 2020, Paraguay ⋅ ☁️ 30 °C

    Eigentlich heißt es ja: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!" Hier in Ciudad del Este gilt das wohl eher nicht - zumindest nicht im Straßenverkehr. Da müsste der Spruch besser so lauten: " Wo ein Wille ist, da ist kein (Fuß-) Weg! Und erst recht kein Licht!!!" Die Message ist also eindeutig: Bleibt zuhause! Vor allem abends und wenn ihr euch nicht auskennt! Wir müssen zugeben, ein bisschen mehr haben wir von Ciudad del Este schon erwartet - immerhin ist die Stadt DAS Wirtschaftszentrum von Paraguay und durch die Wasserfälle von Iguaçu und die Brücke der Freundschaft ein echter Touristenmagnet. Aber Fehlanzeige... es ist dreckiger, schäbiger, fußgängerunfreundlicher und eben auch dunkler als die anderen Städte, die wir bisher besucht haben. Aber davon lassen wir uns als selbsternannte Abenteurer nicht abschrecken. Fröhlich losgezogen - rein ins Getümmel der aufdringlichen Verkäufer an hunderttausend Straßenständen, vorbei an potthässlichen, riesigen Einkaufszentren, durchs Verkehrschaos vor der Brücke... auf dem Rückweg noch schnell am See der Republik vorbei... und plötzlich strahlende Augen bekommen ... da flogen ganz viele Glühwürmchen rum! So kommt also Licht ins Dunkel :)Okumaya devam et

  • Ciudad del Este - Wer nicht sucht ...

    8 Ocak 2020, Paraguay ⋅ ☁️ 30 °C

    ... der findet! Abseits von den beliebten Touristenspots haben wir etwas total Unerwartetes entdeckt. Abends am Straßenrand liefen wir plötzlich an ein paar Ständen vorbei, die frischen Fisch verkauften. Verwirrung ... warum sitzt man abends an der Straße mit 3 großen Styroporboxen voll Fisch und einer Waage auf einem Tisch? Ein paar Schritte weiter, dann des Rätsels Lösung ... eine Markthalle! Die Neugier siegt... also rein in die Menschenmenge. In der Markthalle werden allerhand regional produzierte Waren angeboten - Obst, Gemüse, frischer Fisch, frisch ausgenommene und gerupfte Hühner, Eier, einfach beeindruckend. Die Augen wurden immer größer und größer. Wir haben dann gleich mal für ungefähr 1 Euro eine kleine Ananas, zwei Sternfrüchte und drei handvoll Acerolakirschen gekauft. War lecker! Noch viel beeindruckender war allerdings was wir danach entdeckt haben. In einem Nebenraum drängten Menschen um Tische und Theken. Es gab frischen Saft, Empanadas, Sopa Paraguaya, Schnitzel, Fleisch, Würste, einen Schweinekopf und einen (vermutlich) Schafskopf, Maniok-Fritten, und ganz viel anderes, was wir nicht kannten. Menschen nahmen, aßen, redeten, lachten, bissen in etwas hinein, legten es wieder hin bzw. zurück, einige hielten Geld in der Hand, kauften etwas, bekamen in Plastiktüten verpacktes Essen ... ein unüberschaubares und undurchschaubares Durcheinander. Was war das? Armenspeisung, Suppenküche, jeder gibt, was er kann? Auch nach minutenlangem Beobachten (PS: wir kamen uns dabei echt blöd vor) hatten wir das Prinzip noch nicht verstanden. Wir haben uns dann einfach für knapp 1 Euro ein leckeres Empanada con carne und einen Becher Ananassaft gekauft. Der Entschluss stand fest: wenn die Markthalle jeden Tag geöffnet hat, dann kaufen wir ab jetzt jeden Tag hier Obst fürs Frühstück und irgendwas zum Abendessen.
    Sie hat übrigens jeden Tag offen :) und wir haben heute einfach so zwei Bananen geschenkt bekommen! Wahnsinn, was es für tolle Menschen gibt auf dieser Welt :)
    Okumaya devam et

  • Ciudad del Este - Monday Wasserfälle

    9 Ocak 2020, Paraguay ⋅ ☀️ 30 °C

    Manchmal sind die spontanen Ideen die besten :) so auch bei den Monday-Wasserfällen ... obwohl wir an einem Mittwoch da waren! Der Hinweg ... naja ... wie immer in Ciudad del Este ... viel gelaufen - das ist einfach verlässlicher als Busfahren! Der vorhergesagte Regen hatte keine Lust - so schien den ganzen Tag die Sonne und verbrannte unsere Nasen. Aber alle Anstrengung hat sich gelohnt - wir hörten es in dem Moment rauschen als wir durch den Maschendrahtzaun den ersten Blick auf den Wasserfall werfen konnten. Umgeben von einem tollen Naturpark mit einheimischer Flora und Fauna sind die Monday-Wasserfälle ein kleines Paradies. Der perfekte Platz, um ohne Gedränge gefühlt stundenlang den Blick auf das herabfallende Wasser zu genießen. Die Besucher, die nur zum Foto/Selfie machen kurz an den Aussichtspunkt kommen, können wir nicht verstehen. Ist die mediale Selbstinszenierung echt so wichtig, dass man kaum einen richtigen Blick wagt? Hauptsache Gesicht zur Kamera?
    Wie ihr sehen könnt, ist uns das nicht passiert und wir haben viel entdeckt:
    Okumaya devam et

  • 3 Fronteras: Paraguay-Argentina-Brasilia

    10 Ocak 2020, Brezilya ⋅ ☀️ 33 °C

    Es gibt Tage, die wollen einfach nicht so, wie man selbst möchte. So ein Tag war heute! Da weiß man erst nicht recht, was man anschauen oder wohin man gehen könnte. Dann geht man viel zu spät los und stellt fest: vielleicht hätte man sich bei der Wetterlage die Sonnencreme doch sparen können! Irrtum :) Dann bekommt man keinen Bus, obwohl vorne Tres Fronteras (unser Ziel) dran stand, sagte der Busfahrer auf Nachfrage, dass er da nicht hinfahre. Also nimmt man Stück für Stück andere Busse, läuft irgendwann, stellt sich bei Regen unter, isst Eis in der Wartezeit und am Ziel endlich angekommen, merkt man: Man ist auf der paraguayischen Seite der einzige Besucher. Man bestaunt die zusammenfließenden Flüsse Rio Parana und Rio Iguazu, macht ein paar Fotos und denkt sich: Komm, lass uns das Dreiländer-Eck aus der Perspektive aller 3 Länder anschauen. Paraguay abgehakt. Fähre nach Argentinien entdeckt. Also los! Alles super, Stempel in den Pass, Weg hochgestapft, fantastischer Blick (besser als von der paraguayischen Seite), Beweisfotos gemacht, auf die Uhr geschaut: Schaffen wir es noch nach Brasilien? Klar! Kein Problem - welch verfrühter Optimismus! Zum Busbahnhof gelaufen, zwischendurch argentinisches Geld geholt - über die hohe Abhebegebühr geärgert (vor allem im Verhältnis zur Abhebesumme) - aber naja wenigstens für den Bus (egal ob nach Brasilien oder zurück nach Paraguay) braucht man halt Geld. Am Busterminal des Unternehmens Rio Uruguay: "we speak english" ... ... war wohl der Kollege mit den Englisch-Kenntnissen ausgerechnet heute im Urlaub. Nach Brasilien zu Tres Fronteras fährt kein Bus. Nur zum Terminal - Busbahnhof. Egal ... immerhin fährt er in 10min ... auf den Bus nach Paraguay zurück müssten wir über eine Stunde warten. Wir bezahlen, steigen ein, unterwegs steigen Leute zu - wollen genau wie wir zum Terminal... zahlen aber nur knapp ein Fünftel des Preises, den wir bezahlt haben! Wie kann das sein? An der argentinischen Grenze, alle raus aus dem Bus, Pass abstempeln, wieder alle rein, ab über die Brücke! Auf der brasilianischen Seite: nur einige Passagiere raus, Pass stempeln lassen, Bus ist weg ... wir sehen noch die Rücklichter! Die anderen Passagiere sind darüber offensichtlich weit weniger erstaunt als wir ... ich komme mir dumm vor! Wir überlegen, was wir tun können ... auf den nächsten Bus warten, der wer weiß wann kommt und der uns dann vielleicht mitnimmt oder auch nicht?! Oder wo wir nochmal bezahlen müssen?! Oder laufen? Es fängt an zu regnen ... nur ein Schauer. Laufen? Warten? Es wären immerhin fast 20km zurück nach Paraguay zu unserer Unterkunft ... untätig rumsitzen ist nicht mein Ding ... also los! Nach über 5km Weg bei Tres Fronteras Brasilien angekommen ... Wellblechzaun als Sichtschutz, eine Baustelle, eine Art künstlich errichtete Burg und ca. 7 Euro Eintritt pro Person. Den Weg hätten wir uns sparen können ... wir bezahlen nicht für einen Blick den wir heute schon 2 x kostenlos bekommen haben. Wir sind doch nicht bescheuert. Also Rückweg Richtung Paraguay. Füße, Waden und Co sind längst nicht mehr so taufrisch wie am Morgen. Die Sonne geht unter, wir laufen und laufen und laufen. Bus oder Taxi können wir nicht fahren, denn wir finden keine brasilianische Bank bei der wir Geld abheben können. 5 oder 6 Versuche - mit dem gleichen Ergebnis: Karte wird nicht akzeptiert. Zur Feier des Tages beginnt es zu regnen, Blitze zucken über den schwarzen, rötlichen und lilanen Himmel, Donner grollt bedrohlich ... das hat uns gerade noch gefehlt. Der Regen hört bald wieder auf, pfützenübersähte, matschige, dunkle Wege bleiben. Der Rest der Kulisse begleitet uns bis nach Paraguay, zum Schluss nur noch als Wetterleuchten über den Wolken (sieht irgendwie genial aus). Aber jeder Schritt wird schwerer bis wir nach etwas mehr als 28km und ca. 11 Stunden zu Fuß unsere Unterkunft erreichen und uns jetzt schon auf Muskelkater freuen. Hoffentlich wird morgen ein besserer Tag :)Okumaya devam et

  • Cataratas do Iguaçu - die Wasserfälle 1

    12 Ocak 2020, Brezilya ⋅ ☁️ 35 °C

    Brasilien ist und wird nicht unser Lieblingsland... eher im Gegenteil. Die Geschichten dazu sind ja bekannt!
    Trotzdem lockt etwas hinter der Grenze, was wir uns auf keinen Fall entgehen lassen wollen und wovon ich schon seit dem Spanisch-Unterricht in der Schule träume: die Wasserfälle von Iguaçu!
    Etwa 1 Stunde Fußweg, 1 Stunde Busfahrt und schockierende, nervtötende 2,5 Stunden Anstehen bis wir endlich da ankommen, wo wir hinwollen. Der Weg am Fluss entlang führt uns vorbei an Schmetterlingen, Vögeln, kleinen Echsen, kleinen und großen Wasserkaskaden, unzähligen anstrengenden Selfie-Touristen und einem kleinen süßen südamerikanischen Nasenbären, der angelockt durch meinen Apfel ganz nah, um uns herum und zwischen uns schlich, in der Hoffnung, wir würden ihm einen Leckerbissen abgeben.
    Schritt für Schritt bewegen wir uns vorwärts, bleiben immer wieder stehen, um Fotos zu schießen, den Geräuschen zu lauschen und die überwältigende Natur zu bewundern oder über andere Besucher den Kopf zu schütteln. Am Teufelsschlund ist im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle los :) das Wasser fällt hier an der U-förmigen Abbruchkante ca. 80m in die Tiefe. Es rauscht, prasselt und strömt. Wir entdecken einen kleinen Regenbogen. Gischt weht uns als Abkühlung entgegen. Ich drängle mich auf der Plattform bis ganz nach vorne, um ein paar Fotos zu schießen. Einfach stehen und genießen ist fast unmöglich. Wir essen Eis, machen ... na klar ... wenigstens auch mal ein Selfie, merken gar nicht wie die Zeit vergeht.
    Kurz bevor wir in den Bus Richtung Ausgang steigen, werde ich in den Arm gebissen oder gestochen, es brennt fürchterlich. Der Übeltäter bleibt incognito ... keiner weiß, wer er war, was er tat, woher er kam und wohin er ging! Wäre ja sonst zu schön gewesen der Tag, ... naja Brasilien halt - was soll ich dazu noch sagen?
    Okumaya devam et

  • Puerto Iguazú - Wohn(t)raum

    14 Ocak 2020, Arjantin ⋅ ⛅ 26 °C

    Heute endete unser Aufenthalt in unserem Super-3-Sterne-Hotel in Ciudad del Este. Ich sag nur, Fenster zum Gang, 1 Handtuch für 2 Personen, kein Duschvorhang, 1 Stuhl, kein Schrank, ein paar Ameisen und Kakerlaken, die sporadisch über die Flure rannten, eine kleine (Straßen-)Katze, die sich zur Frühstückszeit mal in die Küche verirrte, ... naja, wie man sich ein Hotel (in Südamerika) halt so vorstellt. Nach dem Auschecken und Wäsche waschen sind wir mit der Fähre über die Grenze nach Argentinien gefahren und haben unsere Rucksäcke zu unserer Airbnb-Unterkunft geschleppt. Es sah auf den Bildern schon gut aus, aber in echt ist es noch toller. Wir wurden auf deutsch begrüßt und ins Haus sowie in den Besuch der Wasserfälle eingewiesen! Das Haus hat ein kleines und ein großes Badezimmer, 3 oder 4 Gästezimmer - aktuell wohnt hier ein spanischsprachiges Pärchen, ein Deutscher und wir, eine Küche mit großem Essbereich, ein Wohnzimmer, Deckenventilatoren und nicht zu vergessen eine Terasse mit freiem Blick auf den dschungelgrünen Garten, wo unter anderem Kolibris sowie Schmetterlinge und andere einheimische Tiere häufige Besucher sind. Auch aus unserem Fenster hat man einen tollen Blick ins Grüne, der Fluss ist nicht weit weg und das Hundegebell in der Straße ist öfter bzw. lauter zu hören als vorbeikommende Autos! Okay zugegeben ... Ameisen und Kakerlaken gibt's hier auch, aber solange ich heute Nacht keinen Spinnenbesuch bekomme, stört mich das nicht so sehr. Ich glaub wir werden in Zukunft soweit möglich doch bei Airbnb-Unterkünften bleiben ^^Okumaya devam et

  • Asunción - Lotta ❤

    18 Ocak 2020, Paraguay ⋅ ⛅ 34 °C

    So war dieser Tag nicht geplant ... und wenn ich das sage, dann meine ich damit: eigentlich hatten wir überhaupt keinen Plan für diesen Tag, aber so wie der Tag gelaufen ist, war er absolut nicht geplant. Wir sind wieder in Asunción, weil ich Heldin natürlich direkt im ersten Hostel unserer Reise mein Portemonnaie vergessen habe.
    Wir entschließen uns spontan, zu dem Friedhof zu laufen, an dem wir bei unserer 2-stündigen Fahrt mit Bus 13 vorbei gekommen sind und dessen Anblick uns damals schon beeindruckt hatte. Eigentlich ist Friedhof nicht das richtige Wort dafür, eher Frieddorf - ein friedlicher Ort mit Bäumen und Häuschen, zwischen denen verwinkelte Gassen und Trampelpfade zu den Grabstätten führen. Ohne die Kreuze an den gefliesten Bauwerken, würde man nicht wissen, dass man sich auf dem Friedhof befindet. Man spürt den Tod viel weniger als auf deutschen Friedhöfen. Hier ist viel mehr Leben ... spielende Kinder, Leute, die sitzen, essen, sich unterhalten, es gibt Lachen, Ruhe, eine andere Art des Umgangs mit dem Ende. Beeindruckend und irgendwie nicht gruselig. Eine kleine Stadt in einer großen Stadt. Mit Häuschen, die irgendwie hübscher, aufwendiger oder gepflegter sind, als die Wohnhäuser der Lebenden.
    Als wir wieder auf der Straße stehen, ist da plötzlich ein Hund. Ich frage: "Wo kommst du denn her?" Als wir weitergehen, folgt er uns ... am Anfang finden wir es lustig, sagen: "Wir haben einen neuen Freund." Nach dem ersten Kilometer geben wir dem braun gestromerten, süßen Wesen, das eigentlich so gar nicht nach Straßenhund aussieht, einen Namen: Lotta. Wir wissen nicht mal ob sie wirklich ein Mädchen ist oder doch ein Junge. Auch nach mehreren Kilometern bleibt es dabei ... Lotta weicht uns nicht von der Seite ... und selbst wenn sie mal an einer Ecke schnuppert, aus der Pfütze trinkt oder die Straßenseite wechselt, um mehr im Schatten zu laufen ... sie bleibt bei uns, wie unser Schatten. Alle Leute auf der Straße halten sie für unseren Hund, lächeln uns zu ... und wir fragen uns immer öfter: "Was machen wir denn jetzt mit der Situation?" und irgendwie wissen wir es nicht... wir erreichen unser Ziel - einen Berg mit einem tollen Blick über Asunción - gemeinsam mit Lotta. Wir achten auf sie, wenn Autos kommen, haben das Gefühl, sie hört schlecht, weil sie ankommende Autos immer sehr spät bemerkt ... Es ist irgendwie schön und vertraut mit ihr zusammen durch die Stadt zu spazieren. Ein bisschen fühlt es sich für uns auch so an, als gehöre sie wirklich zu uns.
    Schlussendlich warten wir an einer Haltestelle auf einen Bus, der irgendwann natürlich auch kommt ... Sie guckt in den Bus, ich gucke zurück, weiß nicht ob ich sie locken soll, wie der Busfahrer reagiert, dann fährt der Bus los ... ich sehe, wie Lotta neben dem Bus herrennt und kann die Tränen nicht zurückhalten. Es tut mir so weh, den Hund der uns die letzten 8km auf Schritt und Tritt gefolgt ist, einfach an einer Bushaltestelle irgendwo an einer Straße zurückzulassen ... hab das Gefühl ihr Vertrauen und ihre Hoffnung enttäuscht zu haben. Ich werde Lotta und den Tag mit ihr nicht vergessen ❤
    Okumaya devam et

  • Resistencia - Passierschein A38

    19 Ocak 2020, Arjantin ⋅ ⛅ 35 °C

    Wir sind weiter gereist nach Resistencia. Wir haben diesen Ort gewählt, um nicht von Asunción aus 2x die gleiche Strecke zu fahren. Schließlich wollen wir ja was sehen von der Welt ... äh... von Südamerika. Argentinien empfängt uns mit ewig warten und Gepäck- sowie Personenkontrolle an der Grenze und einigen Pass-Kontrollen zwischendurch während der Fahrt. Ansonsten ist es landschaftlich hier noch vergleichbar mit Paraguay. Am Busbahnhof wollten wir uns informieren, wie wir mit dem Bus zum Stadtzentrum und unserer Unterkunft kommen. Sowas wie Fahrpläne scheint es hier ebenfalls nicht zu geben. Wir müssen eine (aufladbare) Buskarte kaufen. Ich sollte erwähnen: es ist Sonntag. Was dann folgte, erinnerte stark an "Passierschein A38" (für alle Asterix&Obelix-Fans) - im Busbahnhof hat uns der hilfsbereite Tourist-Info-Typ ohne erkennbares System von Kiosk zu Kiosk geschleppt, auf der Suche nach jemandem, der diese Buskarte verkauft. Alle Verkäufer haben gute Tipps, wer die Karte verkauft. Am Ende sind die Bemühungen vorerst vergebens. Er bot uns am Ende sogar an, uns mit dem Auto in die Stadt zu fahren, allerdings wollten wir nicht über 2 Stunden auf seinen Feierabend warten. Wir laufen. Unterwegs finden wir sogar einen offenen Kiosk, der uns die Buskarte verkauft - allerdings reicht unser Spanisch nicht aus um herauszufinden, ob auf der Karte schon Fahrten aufgeladen sind oder noch aufgeladen werden müssen. Auf unsere Frage, welche Linie wir zum Plaza 25 de Mayo nehmen können, bekommen wir eine lange aber für uns unverstehbare Antwort ... eine simple Zahl hätte uns genügt. Der Busfahrer der Linie 8 der die Straße entlang kam, sagte er würde nicht zum Plaza 25 de Mayo fahren. Wir laufen die gesamten 5 km vom Busbahnhof zu unserer Unterkunft, finden heraus dass die Linie 8 doch am Plaza eine Haltestelle hat (wie fast jede Buslinie hier) und sind froh am Ende dieser Odysee dort angekommen zu sein, wo wir hin wollten.Okumaya devam et

  • Resistencia - mit und ohne Wasser

    21 Ocak 2020, Arjantin ⋅ 🌧 24 °C

    Es gibt so Dinge, die weiß man erst zu schätzen, wenn sie nicht mehr da sind. Busfahrpläne zum Beispiel oder Schokolade! Aber auch bei Luxusartikeln wie Wasser kann man dieses Phänomen erleben! So wie wir in Resistencia! Wer schonmal eingeseift unter der Dusche stand, aus der plötzlich kein Wasser mehr kommt, der weiß wovon ich rede und wie toll sich das anfühlt. Ich sag mal so ... wenn man sich mit Wasser abspült, das einem im Zahnputzbecher angereicht wird, kann man beim Duschen enorm viel Wasser sparen :) Blöd nur, wenn die Wasserknappheit (ohne erkennbaren Grund) dann auch das Waschbecken und den Toilettenspülkasten betrifft. Toller Tipp von unserem Gastgeber: benutzt doch einfach das andere Badezimer! (Nur mal so unter uns: Da gab's auch kein Wasser im Toilettenspülkasten mehr!) In der Hoffnung auf Wasser am nächsten Tag gingen wir schlafen und wurden nicht enttäuscht - war zwar kaltes Wasser nur zum Duschen aber immerhin hat's für 2 Personen gereicht. (Falls es euch interessiert: die Gasflasche vom Herd war leer als wir kochen wollten, wir mussten unser Bett gegen Ameisen verteidigen und es gab noch andere Dinge, die nicht so funktioniert haben wie sie sollten!) Zum Ausgleich unserer Wasserknappheit zu Beginn unseres Aufenthaltes hier hat es übrigens heute den ganzen Tag geregnet! Also sind wir größtenteils zuhause geblieben- ich hab endlich mal wieder Footprints geschrieben, ein bisschen mein Reisetagebuch gepflegt und Sudoku gespielt :) morgen geht's weiter nach Posadas!
    ... niemand weiß was uns da erwartet ...
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  • Posadas - Ruinen von Trinidad

    23 Ocak 2020, Paraguay ⋅ 🌙 24 °C

    Ich weiß nicht, ob ihr euch noch an die tolle, hilfsbereite Familie aus Encarnación erinnert? Wir stehen seit unserer Zeit in Encarnación mit Fatimá (der 25jährigen Tochter der Familie) per WhatsApp in Kontakt. Der Wunsch der Familie uns nochmal wiederzusehen war sehr groß :) Posadas und Encarnación werden nur durch den Rio Paraná voneinander getrennt und so sind wir nach unserem Stadtbummel tagsüber, abends in den Zug gestiegen, über die Brücke getuckert und zum Haus der Familie gelaufen. Dort wurden wir herzlich begrüßt, allen als Freunde aus Deutschland vorgestellt und sind zum ersten Mal in den Genuss von Terere gekommen! Terere ist (soweit wir verstanden haben) eine ähnliche Kräutermischung wie für Mate (ein Wort was auch in Deutschland nicht ganz unbekannt ist) - allerdings wird Mate mit heißem Wasser aufgegossen (wie Tee) und Terere mit kaltem Wasser. Richtig lecker! In Paraguay läuft aber auch echt jeder mit einer großen Kanne (2l-volumen) und einem Becher gefüllt mit Kräutermischung rum :) wir können das inzwischen gut verstehen! Die Familie ist dann mit uns zu den Ruinen bzw. Jesuitenreduktionen nach Trinidad gefahren. Der Sternenhimmel über den dunklen Ruinen war für sich schon ein atemberaubendes Erlebnis. Die Führung durch die teilweise beleuchteten Ruinen war echt großartig, wir haben zwar nix von den Erzählungen der Mitarbeiterin verstanden (war halt Spanisch), aber so konnten wir die Stimmung viel besser auf uns wirken lassen. Unvergessliche Eindrücke! Die Familie hat es sich auch nicht nehmen lassen, uns ein Souvenir der Ruinen zu kaufen. Glücklicherweise hatten wir etwas Mitspracherecht und konnten verhindern, eine Nachbildung in gefühlter Originalgröße der Ruinen geschenkt zu bekommen. Das ein Jahr mit uns rumzutragen und unbeschadet nach Hause zu transportieren, wäre echt eine Herausforderung gewesen. Aber über den kleinen Turm sind wir ganz glücklich. Anschließend sind wir dann noch zum Essen in ein Restaurant eingeladen worden und spätestens als wir gegen halb zwölf von der Familie mit dem Auto über die Grenze gebracht und bis vor unser Haus gefahren wurden, wussten wir, dass wir die Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft nicht wieder gut machen können. Ein Danke reicht dafür einfach nicht.Okumaya devam et