Neues Land neue Eindrücke
August 6, 2024 in Hungary ⋅ ⛅ 24 °C
So gut wie heute habe ich lange nicht mehr geschlafen. Auf diesem Campingplatz fühlte ich mich bisher am wohlsten und am willkommensten. Dies wurde noch einmal bestätigt, als ich heute morgen aus dem Womo kam und direkt erstmal mit einem fröhlichen ,,Good morning" von dem Campingplatzbetreiber gegrüßt wurde. Ich ging mit Ilvy wieder einmal eine schöne Gassirunde, wo sie ersteinmal ihre Leine zerstörte, weil sie eine Katze sah und natürlich hinterher wollte. Wie auch immer sie das geschafft hatte, riss auf einmal der eine Metallring der Leine und ich stand nur noch mit einem losen Ende da. Das merkte Ilvy zum Glück nicht und somit blieb sie brav bei mir, gezwungenermaßen. Auf dem Rückweg sah ich die Besitzer des Berner Sennenhundes in ihrem Garten arbeiten. Sie freuten sich total darüber, dass Ilvy fast genauso aussah wie ihr Hund und sie fanden ihr Halsband total schön. Wieder auf dem Campingplatz angekommen ließ ich Ilvy im Auto frühstücken, während ich duschen ging. Der Sanitärbereich war unglaublich sauber und gepflegt, nicht eine einzige Spinnenwebe konnte ich entdeckten und das in einem über 100 Jahre altem Gebäude. Frisch und glücklich ging es dann wieder auf die slowakischen Straßen zurück und ungefähr 10 Minuten später war ich plötzlich schon in Ungarn. Beinahe hätte ich das Landesschild übersehen, welches direkt hinter einer Brücke stand. Vor mir ragten riesige Berge in die Höhe und zwischen ihnen war eine extrem lange Brücke gespannt. Dort ging ich aber nicht hoch, weil ich noch zwei Stunden Fahrt vor mir hatte. Auf meinem Weg kam ich immer wieder an riesigen Feldern voll mit Fliederbeerbäumen entlang und auch die mir schon bekannten Sonnenblumenfelder lagen immer wieder entlang meines Weges. Auch ein Patriarchenkreuz kam mir hier zum erstmal in mein Blickfeld. Zwischendurch fand ich tatsächlich noch einen Penny und kaufte dort etwas zu trinken, da mein Vorrat aufgebraucht war. Die Preise sind hier zwar noch immer sehr billig aber sie sind auf jeden Fall teurer als in der Slowakei, zumindest was die Spritpreise angeht. Ungarn ist auch das erste Land, in dem ich gesehen habe das Diesel teurer ist als Benzin. Gegen 15 Uhr kam ich dann an meinem heutigen Ziel an. Das Problem war nur, dass die Höhle, die ich mir ansehen wollte, um 15 Uhr ihre letzte Führung gestartet hatte. Ich überlegte kurz wie mein weiterer Tagesverlauf jetzt sein sollte. Da ich die Höhle wirklich gerne sehen möchte und ich eh knapp 5 Wochen in Ungarn bin habe ich mich dazu entschlossen, direkt auf dem Campingplatz an der Höhle zu schlafen und dann morgen früh direkt die erste Tour mitzumachen. Ich band Ilvy am Auto fest und laß mein Buch zu Ende und ja danach fing ich gleich das nächste Buch an. Kleiner Funfact in dem neuen Buch was ich lese geht es um eine Frau, die alleine mit ihrem Bulli durch Europa reist und ihre große Liebe findet. Den Teil mit der großen Liebe lasse ich gerne weg aber der Rest stimmt voll mit mir überein. Bei einer Erkundungstour entdeckte ich dann an einem Berg ein paar Kletterer. Man hätte denen echt mal sagen sollen, dass es auch normale Treppen rauf zum Berg gab aber die sind wohl eher für faule Menschen wie mich gemacht. Oben angekommen genossen Ilvy und ich einen wundervollen Ausblick auf die umliegenden Berge und Felder. Auf vielen der Felder waren Landwirte fleißig am arbeiten und in mir machte sich ein gewisses Gefühl der Vorfreude auf mein Agrarstudium breit. Auf diesem Berg da oben vergaß ich kurz alle Sorgen und Probleme und für einen kurzen Moment fühlte ich mich komplett frei. Das war ein wundervolles Gefühl. Ilvy hat heute das Treppensteigen oder das Runtergehen auf Treppen super gemeistert. Wieder unten angekommen traf ich dann auch zum ersten Mal meinen Campingnachbarn, der mit seinem Zelt ein paar Meter von mir entfernt stand. Er war super freundlich und wir unterhielten uns eine ganze Weile. Er ist selber aus Ungarn und ich würde ihn so auf Mitte 50 schätzen. In seinem Urlaub fährt er nun mit seinem Fahrrad einmal durch ganz Ungarn. Damit hat er meinen vollen Respekt.
Später las ich dann mein Buch weiter und er saß an einem der Tische, die hier so rumstehen und beschwerte sich lauthals über die Mücken, die ihn anscheinend gerade auffraßen. Ich musste erst ein wenig schmunzeln aber dann stimmte ich mit in seine Beschwerden ein. Ich weiß nichtmal seinen Namen aber aufjedenfall suchte er dann irgendwann Schutz in seinem Zelt und auch ich zog mich langsam in mein Auto zurück und aß Abendbrot. Hoffentlich klappt die Höhlentour morgen.Read more











