Wer hätte das gedacht
March 6 in England ⋅ ☁️ 6 °C
Der Tag fängt mit einer schönen Hunderunde um den See an, bevor wir uns auf den Weg zur Höhle machen wollen. Jenny fährt los und uns kommt auf dem schmalen Weg ein Mann mit zwei Hunden ohne Leine entgegen. Da er uns so einen Teil des befestigten Weges versperrt versucht ihm Jenny auszuweichen und rutscht vom Weg ab und gerät so auf die Bankette das sie sich auf dem weichen Boden festfährt. Egal was wir versuchen die Räder drehen durch und geraten immer tiefer in den Boden hinein. Nur kurz versucht der Mann zu helfen bevor er uns mitteilt, er hätte weiter vorne einen Bauern gesehen und würde diesen informieren. Danach haben wir ihn nicht wieder gesehen. Irgendwann macht sich Jenny auf den Weg nach Hilfe zu suchen. Während sie weg ist kommen drei Handwerker, die eigentlich nur durch wollen, was natürlich durch unsere Größe nicht mehr möglich ist. Auch sie versuchen zu helfen und uns mit einem dünnen Seil rauszuziehen, was ebenfalls nicht gelingt. Im Gegenteil wir geraten noch tiefer in den Graben. Eine Reiterin kommt vorbei und während Jenny nachfragt ob sie einen Bauern kennen würde, fahren auch die Handwerker ohne ein Wort weg. Die Reiterin versucht ihren Vater zu erreichen was ihr aber nicht gelingt. Daraufhin versucht sie es telefonisch bei einem Freund der anbietet uns zu helfen. Während wir warten kommt ein älteres Ehepaar vorbei und da Jenny inzwischen mit den Nerven vollkommen am Ende ist, versucht auch diese Familie zu helfen. Leider nur können sie uns auch nicht helfen und eigentlich will die Frau schon weiter aber ihr Mann blieb hartnäckig bei uns, während seine Frau weiter ging. Kurze Zeit später kam auch die angekündigte Hilfe des Pferdemädchens, mit einem Pickup. Die zwei Jungs versuchen uns erst vorwärts rauszuziehen wobei der Camper immer weiter kippt und noch weiter und tiefer im Schlamm versunken ist. Plötzlich kommt ein Trecker um die Ecke und wir schöpfen neue Hoffnung. Doch der Fahrer ist noch ein Kind und dementsprechend weiß er erst Recht nicht uns zu helfen. Inzwischen bin auch ich mit den Nerven am Ende. Die beiden jungen Männer haben die Idee uns von hinten rauszuziehen und beseitigen mit einer Kettensäge einige Büsche um an uns vorbei zu kommen. Die Idee den Wagen von hinten rauszuziehen erwies sich jedoch als fataler Fehler. Dadurch das wir schon so tief im Schlamm stecken sitzt die Stoßstange auf dem Boden auf. Durch das nach hinten ziehen, knickt sie auf einmal vorne weg. Ich schreie nur noch Stopp damit es nicht noch schlimmer wird. Der nächste Versuch der gescheitert ist. Zum Glück ist unsere Stoßstange aus Plastik und wir hoffen das nicht noch größerer Schaden entstanden ist. Der Wagen steht inzwischen so bedrohlich schief, dass er droht auf die Seite zu kippen. Und ganz plötzlich müssen die beiden jungen Männer zur Arbeit und nur der alte Mann bleibt bei uns. Inzwischen ist auch seine Frau wieder zurück gekommen. Beide sprachen kurz miteinander und fingen nun an wild auf ihren Handys herumzutippen und zu telefonieren. Jenny hörte dann irgendwann das der Mann mit einer Hotline spricht. Es stellt sich heraus das sie eine Abschleppfirma kontaktieren und so werden alle wichtigen Fahrzeugdaten, genauso wie Fotos von der Situation, an die Hotline übermittelt. Plötzlich entfacht ein neuer Funken Hoffnung in uns. Man verspricht uns Hilfe in ca. einer Stunde. Damit der Abschleppdienst uns finden kann gehen wir zur Hauptstraße mit den Hunden und warten dort. Während dieser Zeit sind John und Kathy ständig an unserer Seite, beruhigen uns und versorgen uns sogar mit Kaffee. In dieser Zeit erfahren wir mehr über John und Kathy, immer die Sorge um den Camper im Hinterkopf. John ist 77 Jahre alt und war früher ein bekannter Rugbyspieler. Die hälfte des Jahres lebt er mit Kathy in Spanien. Er hat gerade erst eine Knie OP überstanden, was ihn aber nicht davon abhält uns zu helfen statt sich auszuruhen. Während wir warten mussten wir uns von Kathy schon verabschieden, da sie einen Termin hat. Irgendwann kommt auch endlich der Abschlepper und bekommt noch Unterstützung durch einen Gemeindearbeiter. Der Fahrer Marc schaut sich die Situation genau an und man sieht wie es in seinem Kopf arbeitet welches die beste Taktik ist. Da die Situation für uns wohl zu gefährlich ist, schickt er uns ein Stück weg. Aus sicherer Entfernung konnten wir mit ansehen wir der Crafter Stück für Stück wieder auf den Weg gezogen wird. Und endlich kommt der erlösende Daumen hoch. Als Marc uns sagt das wir selbstständig auf den Parkplatz an der Hauptstraße fahren sollen, können wir es kaum glauben, das dies möglich ist. Auf dem Parkplatz untersucht er das Auto und teilt uns mit, dass wie durch ein Wunder nichts kaputt ist und das Auto einwandfrei funktionieren sollte. Wir können es nicht glauben. Auch das Nummernschild und die Stoßstange baut er uns wieder an. John und Kathy, die inzwischen wieder zurück gekommen ist, geben uns allen noch Kaffee und Tee aus und wir machen mit unseren großartigen Helfern noch ein Foto zusammen. Danach möchte John das wir mit zu ihnen nach Hause fahren um die Bremsen etwas vom Schlamm zu befreien. Während John die Bremsen reinigt geht Kathy mit uns in einen Supermarkt damit wir noch ein paar Leckereien für zu Hause einkaufen können. Was diese Menschen für uns getan haben, über Stunden hinweg, lässt sich nicht in Worte fassen. Und so wurden aus Fremden, Freunde. Wir tauschen noch Kontaktdaten aus und John fährt mit seinem Auto voraus, um uns noch den besten Weg aus der Stadt zu zeigen. Wir können zwar die Höhlen nicht mehr sehen, haben aber noch Zeit einige Dinge zu kaufen. Beide merken wir wie endlich die Anspannung von uns abfällt und wie fertig wir sind. Jenny fährt noch bis nach Dover wo wir gegen 1 Uhr endlich einen Schlafplatz anfahren.Read more

















Traveler
Oh nein, was für eine Aufregung… Aber es kam ja zu einem glücklichen Ende, sogar mit neuen Freunden ☺️🙏🏻