• Tag 10-16: Uvita 🦚🐊🐋🌳

    5–11 Jan, Costa Rica ⋅ 🌧 27 °C

    Zum Abschluss wird’s jetzt noch einmal länger.

    Uns war klar, dass wir möglichst rasch von Tamarindo weg wollten – bloß wohin?
    Vulkane und Kaffeeproduzenten im Landesinneren, noch einmal Surfer-Vibes ein Stück weiter südlich oder doch Nationalparks und Tauchspots ganz im Süden? Nach längerem Hin und Her entschieden wir uns, die kommenden drei Nächte in Uvita, weit unten im Süden, zu verbringen. Vor uns lag zwar ein längerer Anfahrtsweg von ca. sechs Stunden, dafür konnten wir von dort aus flexibel Ausflüge sowohl etwas weiter nördlich als auch noch weiter südlich machen. Also: nichts wie los.

    Das erste Highlight ließ nicht lange auf sich warten und so gestaltete sich der Weg in den Süden zu einer einzigen Panoramafahrt durch die Tropen. Traumhafte Kulissen, der Pazifik zur einen Seite, dichter Dschungel in allen möglichen Grüntönen zur anderen. Wirklich schön!

    Nach einem recht ereignisarmen Ankunftstag klapperten wir am ersten richtigen Tag zunächst Tauchschulen und Co. ab, um die kommenden Tage zu strukturieren und uns einen Plan zu machen. Hier die Highlights:

    Für mich ging es am zweiten Tag zum Tauchen zur Isla del Caño. Erstmals durfte ich auch an einem Advanced-Tauchgang teilnehmen. Nach ca. einer Stunde Bootsfahrt kamen wir an und es ging in jeweils zwei Sechsergruppen ins Wasser. Der sehr starken Strömung trotzend, gab es dann jede Menge zu sehen: Weißspitzen-Riffhaie, verschiedene Schildkröten, große Fischschwärme und das Highlight schlechthin – ein sechs Meter großer Mantarochen. Alles in allem: sehr gute Tauchschule, super Tauchgänge, wurscht wo man sucht – man findet nicht viel zu meckern.

    Am dritten Tag buchten wir eine Buckelwal- und Delfintour, die dort in Unmengen beworben wird. Zugegebenermaßen war und bin ich solchen Sachen eher skeptisch gegenüber – generell macht Costa Rica in Sachen Natur- und Tierschutz aber einen sehr glaubwürdigen Eindruck. Alles ist stark reglementiert, nirgends darfst du Plastik & Co. mitnehmen, und dem Guide zufolge müssen Anbieter mindestens 15 Jahre Teil der Community sein, bevor sie eine Betriebserlaubnis erhalten. Das alles zeichnet schon ein gutes Bild.
    Wale haben wir leider keine gesehen, dafür eine größere Gruppe Delfine. Ehrlich gesagt wäre es auch sehr glücklich gewesen, denn die Walsaison beginnt erst Ende Jänner. Dann kommt die kleinere (ca. 16.000 Tiere) nördliche Population aus Hawaii und Kalifornien in den Süden, um ihre Jungen auszutragen. Von Juli bis Oktober spielt sich das Ganze mit der wesentlich größeren (ca. 62.000 Tiere) südlichen Population noch einmal ab.
    Was uns aber fast noch besser gefallen hat als die eigentliche Delfinbeobachtung, waren die extrem spannenden Infos unseres Guides – inklusive Survival-Lifehacks mitten im Dschungel.

    Das Highlight des Südens folgte am vierten Tag: Wir verbrachten den gesamten Tag im Naturschutzgebiet Corcovado. Es ist das Gebiet mit der weltweit höchsten Biodiversität. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Rund fünf Prozent aller bekannten Tier- und Pflanzenarten leben in diesem Nationalpark. Setzt man diese Zahl in Relation zur Fläche, ist das (zumindest für mich) einfach nur absurd beeindruckend. Und genau so fühlt es sich dort auch an. Dichtester Dschungel, überall Geräusche von Vögeln, Insekten oder was auch immer – wie bei Tarzan oder Mogli. Man sieht natürlich auch einige Tiere, aber es ist vielmehr dieses große Ganze, das einen dort konstant zum Staunen bringt.

    Am letzten vollen Tag ging es für uns noch in den Nationalpark Manuel Antonio – diesmal auf eigene Faust, und das war auch gut so. Touristisch ziemlich überlaufen, aber grundsätzlich ein wunderschöner Park mit tollen Wanderungen und richtig feinen, weißen Sandstränden.

    Das war – kurz heruntergebrochen (oder vielleicht auch nicht so kurz) – unser letzter Stopp im Süden in Uvita. Unsere Reise geht damit dem Ende zu und Costa Rica hat uns wirklich etwas Besonderes gezeigt. Dieses Land ist so unglaublich vielfältig, und trotz der flächenmäßig recht kleinen Größe reichen zwei Wochen einfach nicht aus, ohne sich ständig von A nach B zu hetzen. Es gäbe noch etliche Dinge, die wir uns gerne näher angesehen hätten: die Vulkane im Landesinneren, Kaffeeanbau und -produktion, die gesamte Karibikküste und vieles mehr.
    Natürlich sind uns auch ein paar Dinge negativ aufgefallen: Mobilität und Infrastruktur sind wirklich nicht gut ausgebaut – ohne Mietwagen bist du aufgschmissen. Aber eines ist für uns ganz klar: Wer auf der Suche nach einzigartiger Natur und Artenvielfalt ist, dem können wir dieses Land nur wärmstens empfehlen.
    Es war wirklich wunderschön.
    Und jetzt freuen wir uns auf 40° Temperaturunterschied und auf den Winter dahoam.
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