• Die Nacht strahlt heller als der Morgen🌜

    February 26 in India ⋅ ☀️ 32 °C

    Eigentlich hätte mein Tag um 6:00 Uhr am Strand beginnen sollen. Yoga Beach Session. Tief durchatmen, während die Sonne langsam über dem Meer aufgeht. 🌅
    Tja… ich habe schonwieder verschlafen. 🫠
    Aber anstatt mich darüber zu ärgern, habe ich einfach akzeptiert: Es sollte heute wohl anders sein. Und so wurde es ein Yin-Yoga-Morgen.

    Für alle, die Yin Yoga nicht kennen: Während Hatha Yoga (was ich eigentlich liebe 🤍) eher aktiv ist, mit fließenden Bewegungen, Kraft, Balance und bewusster Atmung, ist Yin Yoga das komplette Gegenteil. Yin bedeutet im chinesischen Konzept von Yin & Yang das „Weiche“, „Empfangende“, „Ruhige“. Die Asanas werden mehrere Minuten gehalten – teilweise 3 bis 5 Minuten oder sogar länger. Kein Muskelanspannen. Kein „Durchziehen“. Stattdessen: Loslassen. Schwerkraft wirken lassen. In die Tiefe sinken. 🧘🏻‍♀️Yin Yoga wirkt nicht primär auf die Muskeln, sondern auf das tieferliegende Bindegewebe, Faszien, Sehnen & Gelenke. Es ist fast wie eine Meditation im Liegen oder Sitzen, denn wenn du mehrere Minuten in einer Position bleibst, kannst du dich nicht ablenken. Du begegnest dir selbst. Und ich muss sagen: Es war mega, Yoga mal so meditativ zu erleben. Ganz still.
    Aber… mein Herz schlägt doch ein kleines bisschen mehr für Hatha Yoga. Ich mag die Dynamik, die Kraft, das aktive Spüren meines Körpers. 💫

    Was allerdings bleibt: Die Lehrer hier sind einfach großartig. Egal ob Yin, Hatha oder eine schweißtreibende Einheit, bei der ich innerlich fluche, jede Session hat etwas. Manchmal ist es pure Leichtigkeit, manchmal einfach nur anstrengend. Aber immer gut.
    Donnerstag bedeutet im Ashram übrigens Specials! 🌿✨Besonderes Essen, kleine Highlights über den Tag verteilt. Es fühlt sich ein bisschen an wie ein Mini-Feiertag im Retreat-Alltag.

    Heute habe ich tatsächlich ernsthaft darüber nachgedacht, meine Reise zu verlängern. Ich müsste erst am 9. März wieder arbeiten. Ein Teil von mir wollte bleiben. Weiterziehen. Definitiv in Indien bleiben. Aber nach vielem Hin und Her habe ich entschieden: Ich trete meine Heimreise wie geplant an. Und allein diese Entscheidung hat sich erwachsen und klar angefühlt. Manchmal ist Bleiben leicht, aber Gehen richtig.

    Das Abendessen war nicht nur unfassbar lecker, sondern auch wunderschön angerichtet. So viel Liebe im Detail. (Siehe Bilder 😍) Hier wird selbst Essen zu einer kleinen Zeremonie.

    Und dann folgte eine Mantra-Session. 🕉️
    Was sind Mantras eigentlich?
    Ein Mantra ist eine sich wiederholende Silbe, ein Wort oder ein Satz – meist aus dem Sanskrit. Das bekannteste ist wahrscheinlich „Om“. Durch das wiederholte Singen oder Rezitieren entsteht eine Art meditativer Zustand. Der Geist bekommt einen Anker. Die Vibration der Stimme wirkt beruhigend auf das Nervensystem. Studien zeigen, dass rhythmisches Chanten den Vagusnerv stimulieren kann, der für Entspannung und Regeneration zuständig ist. 💛Aber abseits aller Wissenschaft: Es fühlt sich einfach verbindend an. Wenn 20 Stimmen gemeinsam den gleichen Klang tragen, entsteht etwas, das man schwer erklären kann. Es geht nicht darum, schön zu singen. Es geht darum, präsent zu sein. Gemeinsam zu schwingen.

    Abends sind wir dann noch zusammen raus, haben Live-Musik gehört, Kleinigkeiten gegessen und etwas getrunken. Ganz ungezwungen. Ganz leicht. 🎶

    Und dann… der Rückweg. Dunkelheit. Strand.
    Wir bleiben stehen. Schauen nach oben.
    Und für einen Moment bleibt uns allen der Atem weg. Der Mond und die Sterne waren so klar, so hell, wie ich es schon ewig nicht mehr gesehen habe. Kein Stadtlicht. Kein Lärm. Nur Himmel. 🌙✨
    Es war atemberaubend. Wirklich. Diese Art von Schönheit, die dich ganz still macht.

    Heute habe ich wieder gemerkt:
    Nicht jeder verpasste Sonnenaufgang ist ein Verlust, denn manchmal wartet dafür ein noch größerer Zauber in der Nacht. 💫
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