• Tanten, Bazar und eine Extraportion Geduld

    June 23 in Turkey ⋅ ☁️ 23 °C

    Heute stand Familienbesuch auf dem Programm. 🥰 Und wer schon einmal bei einer türkischen Familie zu Gast war, weiß genau, was das bedeutet: Man kommt garantiert nicht hungrig nach Hause. 😄

    Kaum hatten wir bei den Tanten, Bekannten und Cousinen meiner Mutter Platz genommen, war der Tisch bereits komplett gedeckt. Dabei handelte es sich offiziell um ein Frühstück, praktisch gesehen hätte es aber auch problemlos für eine 10-Köpfige Familie gereicht.

    Besonders spannend war wieder meine Oma. Sie erzählte heute viele Geschichten aus ihrem Leben. Einige davon kennen wir inzwischen wahrscheinlich besser als unsere eigenen. Andere wiederum waren eher frei erfunden wie eine Folge X Factor. 👵😂 Manchmal tauchen Erinnerungen plötzlich glasklar auf und im nächsten Moment werden Geschichten miteinander vermischt oder komplett neu erfunden…

    Außerdem habe ich heute gelernt, dass türkische Tanten herausfinden können, ob man genug gegessen hat. Die Antwort lautet übrigens immer nein. Egal wie viel man bereits gegessen hat. 😅🍽️

    Später ging es auf den berühmten Dienstagsbazar, den Salı Pazarı von Erbaa. 🛍️🇹🇷 Zwischen Gewürzständen, Kleidung, Haushaltswaren, frischem Obst/Gemüse, Souvenirs und gefühlt tausend anderen Dingen herrschte das typische Marktchaos. Überall wurde gehandelt, diskutiert und eingekauft. Natürlich blieb es nicht beim Schauen und so wanderten einige Gewürze, Mitbringsel und andere Kleinigkeiten in unsere Taschen.🧿

    Währenddessen hatten wir meine Oma erneut bei Verwandten untergebracht. Nicht nur wegen ihrer Demenz, sondern auch weil ihr das Laufen inzwischen nicht mehr leichtfällt. So konnten wir zumindest für ein paar Stunden etwas entspannter durch die Stadt schlendern.

    Ein kleiner persönlicher Mini-Traum platzte heute allerdings auch. 💇🏻‍♀️ Eigentlich hatte ich überlegt, mir hier in der Türkei Extensions machen zu lassen. In den großen Städten wäre das vermutlich kein Problem gewesen. In Erbaa hingegen schaute man mich eher an, als hätte ich etwas auf chinesisch gefragt. Naja, man kann nicht alles haben. 😂

    Am Nachmittag holten wir Oma wieder ab und fuhren mit dem Taxi zurück zu ihrem Haus. Dort gab es Abendessen und anschließend das inzwischen fest etablierte Abendprogramm: Tee und Balkonzeit. ☕🌙
    Heute wollten wir allerdings nicht zur Straßenseite, sondern auf dem Balkon mit Blick in den Garten sitzen. Und ganz ehrlich: Mama und ich brauchten diese Ruhe dringend. 🌿 Leider mussten wir wegen der Stechmücken dann doch wieder zur lauten Straßenseite wechseln.
    So schön es ist, Zeit mit der Familie zu verbringen und vor allem so wertvoll diese Reise für uns auch ist, merken wir beide inzwischen, wie sehr uns die Situation auch fordert. 🥵🫠
    Rund um die Uhr mit einem Menschen zusammenzuleben, der fest davon überzeugt ist, völlig orientiert zu sein, obwohl die Demenz längst vieles verändert hat, kostet unglaublich viel Kraft. 😮‍💨 Man versucht geduldig zu bleiben, diskutiert manchmal trotzdem, erklärt Dinge zum zehnten Mal und merkt irgendwann, dass Logik hier einfach nicht mehr funktioniert. Meine Oma kann dafür nichts und genau das macht es oft noch schwieriger..💔

    Heute war einer dieser Tage, an denen ich nervlich wirklich an meine Grenzen gekommen bin. Die Türkei zeigt mir gerade nicht nur wunderschöne Seiten, sondern auch die Realität des Älterwerdens und wie belastend Demenz für alle Beteiligten sein kann.
    Deshalb freue ich mich inzwischen tatsächlich auch wieder auf Zuhause. Nicht weil ich hier nicht gerne bin, sondern weil diese Reise emotional deutlich anstrengender geworden ist, als ich erwartet hatte. 😬🙈

    Morgen gibt es dann hoffentlich wieder etwas mehr Energie, etwas weniger Chaos und natürlich ganz viel Tee und Sonnenschein ☕❤️☀️
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