• Sina Sen
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Oma, Mama & Ich in Erbaa

3 Generationen fliegen zurück zu ihren Wurzeln. Oma, Mama und ich verbringen eine gemeinsame Woche in der Geburtsstadt meiner Mutter und begleiten meine demente Oma durch den türkischen und fordernden Alltag. Read more
  • Trip start
    June 20, 2026

    🌅 Tag 1: Meeresluft, Pide & ganz viel Familie

    June 21 in Turkey ⋅ ⛅ 21 °C

    Gestern Abend ging es für mich um 22 Uhr alleine von Stuttgart Richtung Türkei. ✈️🇹🇷 Der Flug verlief angenehm ruhig, doch nach der Landung in Samsun hatte mein Koffer offenbar eigene Urlaubspläne und ließ sich fast 1,5h Zeit. 😅

    Am Flughafen wurde ich direkt daran erinnert, dass ich nicht mehr in Deutschland bin. Vor dem Gepäckband herrschte das typische türkische Gedrängel..jeder Zentimeter wurde genutzt, gedrängelt und jeder versuchte, seinen Koffer als Erster zu entdecken. Da wurde mir bewusst, wie eingedeutscht ich doch bin. 😂

    Mein Cousin Aytekin holte mich morgens gegen 4uhr ab und fuhr mit mir die Küstenstraße in Samsun entlang. Die Sonne schob sich langsam in orange- und rosatönen über den Horizont, Möwen kreischten und durch das offene Fenster zog frische Meeresluft. 🌅🌊 Einer dieser Momente, in denen sich alles gleichzeitig vertraut und fremd anfühlt.
    In Samsun lernte ich dann auch endlich die hochschwangere Frau meines Cousins kennen. 🤰❤️
    Nach ein paar Stunden Schlaf gab es zum Frühstück original und extra für mich Samsun Pide. Für Außenstehende sieht das vielleicht aus wie eine längliche Pizzastange, aber für die Menschen hier ist es ein echtes Stück regionaler Identität. Besonders bekannt ist die Variante mit Hackfleischfüllung, die knusprig gebacken wird und außen herrlich kross, innen aber saftig bleibt. Und ja, sie schmeckt genauso gut, wie sie aussieht 🤤 und natürlich wurde erstmal ausgiebig gequatscht. Familie, Neuigkeiten und die obligatorische Frage, warum ich eigentlich so selten vorbeikomme. 😄

    Anschließend ging es weiter zum eigentlichen Ziel meiner Reise: Erbaa in der Provinz Tokat. 🚗 Auf dem Weg machten mein Cousin und ich während der zweistündigen Autofahrt einen Teestopp im “Saklı Bahçe“ direkt an einem See. Zwischen freilaufenden Hühnern, Katzen, Hasen und Hunden konnten wir mitten im grünen etwas entspannen. Besonders beeindruckt haben mich die traditionellen Teekessel namens Semaver auf den Tischen, die mit Holzkohle beheizt wurden.

    Mit jedem Kilometer stieg die Vorfreude, vor allem weil ich meine Mutter tatsächlich vermisst habe. ❤️ Als wir bei meiner Oma ankamen, gab es erstmal ein großes Hallo mit vielen Umarmungen. Danach wurden Köfte, Somun und soğanlı ekmek bestellt besser kann man kaum ankommen. 😋

    Den Abend verbrachte ich mit meiner Oma, Tante, Mama und Cousin. Nachdem ich Oma gebadet hatte, saßen wir noch lange auf dem Balkon, tranken alle zusammen Tee und unterhielten uns. ☕🌙

    Der erste Tag war weniger Abenteuer und mehr Ankommen und das war auch genau perfekt so ❤️
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  • Vertraut und doch neu: Ein Tag in Erbaa✨

    June 22 in Turkey ⋅ ⛅ 26 °C

    Der Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück mit meiner Mama und meiner Oma. ☕🥖 Dabei wurde mir wieder bewusst, wie sehr die Demenz meine Oma inzwischen verändert hat. Sie kann sich an vieles nicht mehr erinnern, ist aber gleichzeitig felsenfest davon überzeugt, dass ihre Version der Dinge stimmt. Das führte schon am Morgen zu einer kleinen Diskussion. 😅

    Nachdem wir sie anschließend bei meiner Tante "abgeliefert" hatten, konnten Mama und ich die Stadt Erbaa in Ruhe erkunden.
    Dabei fiel mir etwas auf, was ich so nicht erwartet hatte: Viele Gerüche kamen mir plötzlich unglaublich vertraut vor. Frisch gebackenes Brot, Gewürze aus den kleinen Läden und der Duft von gegrilltem Fleisch aus den Restaurants. 🥹 Obwohl ich viele Jahre (13 Jahre) nicht hier war, weckten diese Gerüche Erinnerungen, die irgendwo tief gespeichert waren. Gleichzeitig nehme ich die Türkei heute viel bewusster wahr als früher. Nicht mehr nur als Urlaubsziel oder Heimat meiner Familie, sondern als ein Land voller kleiner Details und Geschichten. 🥰

    Natürlich durfte auch eine kleine Shoppingtour nicht fehlen. 🛍️ Wir schlenderten durch die Geschäfte, kauften Kleidung und Lebensmittel und beobachteten das bunte Treiben in den Straßen.
    Zur Abkühlung gab es anschließend eine regionale Spezialität: Helvalı İrmikli Dondurma 🍦. Dabei handelt es sich um Eis, das mit Helva, geröstetem Grieß und gehackten Haselnüssen kombiniert wird. Die Mischung aus cremigem Eis, dem nussigen Geschmack der Helva und der süßen Grießnote macht das Ganze zu etwas völlig anderem als das Eis, das man aus Deutschland kennt.
    Definitiv eine Kalorienbombe, aber eine verdammt leckere!😄

    Woran ich mich allerdings erst wieder gewöhnen muss, ist der Verkehr. 🚗😂 Zebrastreifen scheinen hier eher als Dekoration zu dienen und werden von vielen Fahrern konsequent ignoriert. Erinnert mich an Vietnam oder Indien.. Da fragt man sich schon, ob Deutschland mit seiner Fußgängerfreundlichkeit vielleicht die Ausnahme und nicht die Regel ist. 😅

    Um halb fünf gab es dann türkische Hausmannskost bei meiner Tante und ich kann nur sagen: 10/10 😍🍽️ Frisch gekocht und unglaublich lecker. Genau wie die Brombeermarmelade die wir selbst gemacht haben (siehe Bild).
    Danach hat mich das Essen allerdings komplett ausgeknockt. 😴 Von 18 bis 20 Uhr gönnte ich mir einen ausgedehnten “Mittagsschlaf“.

    Den Abend verbrachten wir wie schon gestern ganz entspannt mit Tee und Snacks auf dem Balkon. ☕🌙 Es wurde geredet, gelacht und einfach die gemeinsame Zeit genossen. Übrigens haben wir abends hier lange Sachen an, während in Deutschland die erbarmungslose Hitze kein Ende findet.
    Spät am Abend fuhr uns dann mein Cousin zum Haus meiner Oma, wo wir die Woche über nächtigen. 🤗
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  • Tanten, Bazar und eine Extraportion Geduld

    June 23 in Turkey ⋅ ☁️ 23 °C

    Heute stand Familienbesuch auf dem Programm. 🥰 Und wer schon einmal bei einer türkischen Familie zu Gast war, weiß genau, was das bedeutet: Man kommt garantiert nicht hungrig nach Hause. 😄

    Kaum hatten wir bei den Tanten, Bekannten und Cousinen meiner Mutter Platz genommen, war der Tisch bereits komplett gedeckt. Dabei handelte es sich offiziell um ein Frühstück, praktisch gesehen hätte es aber auch problemlos für eine 10-Köpfige Familie gereicht.

    Besonders spannend war wieder meine Oma. Sie erzählte heute viele Geschichten aus ihrem Leben. Einige davon kennen wir inzwischen wahrscheinlich besser als unsere eigenen. Andere wiederum waren eher frei erfunden wie eine Folge X Factor. 👵😂 Manchmal tauchen Erinnerungen plötzlich glasklar auf und im nächsten Moment werden Geschichten miteinander vermischt oder komplett neu erfunden…

    Außerdem habe ich heute gelernt, dass türkische Tanten herausfinden können, ob man genug gegessen hat. Die Antwort lautet übrigens immer nein. Egal wie viel man bereits gegessen hat. 😅🍽️

    Später ging es auf den berühmten Dienstagsbazar, den Salı Pazarı von Erbaa. 🛍️🇹🇷 Zwischen Gewürzständen, Kleidung, Haushaltswaren, frischem Obst/Gemüse, Souvenirs und gefühlt tausend anderen Dingen herrschte das typische Marktchaos. Überall wurde gehandelt, diskutiert und eingekauft. Natürlich blieb es nicht beim Schauen und so wanderten einige Gewürze, Mitbringsel und andere Kleinigkeiten in unsere Taschen.🧿

    Währenddessen hatten wir meine Oma erneut bei Verwandten untergebracht. Nicht nur wegen ihrer Demenz, sondern auch weil ihr das Laufen inzwischen nicht mehr leichtfällt. So konnten wir zumindest für ein paar Stunden etwas entspannter durch die Stadt schlendern.

    Ein kleiner persönlicher Mini-Traum platzte heute allerdings auch. 💇🏻‍♀️ Eigentlich hatte ich überlegt, mir hier in der Türkei Extensions machen zu lassen. In den großen Städten wäre das vermutlich kein Problem gewesen. In Erbaa hingegen schaute man mich eher an, als hätte ich etwas auf chinesisch gefragt. Naja, man kann nicht alles haben. 😂

    Am Nachmittag holten wir Oma wieder ab und fuhren mit dem Taxi zurück zu ihrem Haus. Dort gab es Abendessen und anschließend das inzwischen fest etablierte Abendprogramm: Tee und Balkonzeit. ☕🌙
    Heute wollten wir allerdings nicht zur Straßenseite, sondern auf dem Balkon mit Blick in den Garten sitzen. Und ganz ehrlich: Mama und ich brauchten diese Ruhe dringend. 🌿 Leider mussten wir wegen der Stechmücken dann doch wieder zur lauten Straßenseite wechseln.
    So schön es ist, Zeit mit der Familie zu verbringen und vor allem so wertvoll diese Reise für uns auch ist, merken wir beide inzwischen, wie sehr uns die Situation auch fordert. 🥵🫠
    Rund um die Uhr mit einem Menschen zusammenzuleben, der fest davon überzeugt ist, völlig orientiert zu sein, obwohl die Demenz längst vieles verändert hat, kostet unglaublich viel Kraft. 😮‍💨 Man versucht geduldig zu bleiben, diskutiert manchmal trotzdem, erklärt Dinge zum zehnten Mal und merkt irgendwann, dass Logik hier einfach nicht mehr funktioniert. Meine Oma kann dafür nichts und genau das macht es oft noch schwieriger..💔

    Heute war einer dieser Tage, an denen ich nervlich wirklich an meine Grenzen gekommen bin. Die Türkei zeigt mir gerade nicht nur wunderschöne Seiten, sondern auch die Realität des Älterwerdens und wie belastend Demenz für alle Beteiligten sein kann.
    Deshalb freue ich mich inzwischen tatsächlich auch wieder auf Zuhause. Nicht weil ich hier nicht gerne bin, sondern weil diese Reise emotional deutlich anstrengender geworden ist, als ich erwartet hatte. 😬🙈

    Morgen gibt es dann hoffentlich wieder etwas mehr Energie, etwas weniger Chaos und natürlich ganz viel Tee und Sonnenschein ☕❤️☀️
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  • 🪞3 Engel für Oma - Türkei Edition - Tag 4

    June 24 in Turkey ⋅ ☀️ 24 °C

    Tag 4 verlief deutlich unspektakulärer als die vergangenen Tage. Statt Ausflüge oder Shopping stand heute etwas auf dem Programm, das offenbar auch vor dem Urlaub nicht Halt macht: Haushalt. 🧹😄
    Also wurde gesaugt, gewischt, aufgeräumt und vieles wieder auf Vordermann gebracht. Anschließend gab es einen ausgiebigen Brunch und natürlich die inzwischen täglichen Geschichten meiner Oma. ❤️

    Wobei Geschichten inzwischen vielleicht das falsche Wort ist. Meine Oma ist nämlich fest davon überzeugt, dass sie von einer fremden Frau verfolgt wird. Diese Frau taucht regelmäßig in Spiegeln, Fensterscheiben, Kühlschranktüren und anderen reflektierenden Oberflächen auf. Das Problem dabei: Es ist natürlich sie selbst.
    Da sie sich traurigerweise selbst nicht mehr erkennt, glaubt sie, diese Frau sei ihr nachgereist. Ursprünglich gab es wohl nur eine. Mittlerweile sind es allerdings drei Frauen. Die scheinen sich offenbar ebenfalls Urlaub in der Türkei gegönnt zu haben. 😅

    Besonders faszinierend ist, dass sie uns nicht glaubt, wenn wir ihr sagen, dass sie über 80 Jahre alt ist. Ihrer Meinung nach hat sich irgendwann eine alte Frau in den Flieger geschmuggelt und begleitet sie seitdem überall hin…Ich hätte wirklich gerne die Bordkarte dieser Dame gesehen. ✈️🎫😂

    Nach dem Brunch wollten wir eigentlich einen entspannten Mittagsschlaf machen. Der Plan scheiterte allerdings daran, dass meine Oma zeitgleich lautstarke Diskussionen mit ihrem Spiegelbild führte.
    Während andere Menschen vom Straßenlärm geweckt werden, werden wir inzwischen von Streitgesprächen mit imaginären Eindringlingen geweckt. 😴😭

    Am Nachmittag übernahm ich dann die Küche👩🏻‍🍳. Vom gestrigen Basar hatten wir frische Auberginen, Kartoffeln und grüne Spitzpaprika mit Hähnchenschenkel aus dem Ofen und Bulgur. 😋

    Für den Abend hatten Mama und ich eigentlich ganz andere Pläne. Oma sollte bei meiner Tante verweilen und wir wollten uns mal einen freien Abend gönnen. Vielleicht schick mal was anderes als Tee trinken gehen, ein bisschen durch die Stadt laufen oder irgendwo Livemusik hören und mal unter die Menschen. 🎶✨
    Doch Oma schlief überraschend früh ein und damit waren unsere Pläne erledigt, bevor sie überhaupt begonnen hatten. Also wurde es erneut ein Abend auf dem Balkon. ☕🌙

    Wenn ich ehrlich bin, war ich darüber etwas enttäuscht. Und bei meiner Mutter merke ich inzwischen deutlich, wie sehr sie diese Reise körperlich und emotional fordert. Die Verantwortung hört eben nie wirklich auf.
    Aber gut, das Ziel unserer Reise war nie einen Erholungsurlaub zu machen.

    Deshalb gibt es heute stattdessen ein paar Fun Facts, die mir in den letzten Tagen aufgefallen sind. 😄🇹🇷

    🚽 Viele Toiletten sind hier tatsächlich
    schräg eingebaut. Der Hintergrund: Sie sollen möglichst nicht direkt in Richtung Mekka ausgerichtet sein.

    🚗 Manche Autos sehen aus, als hätten sie bereits mehrere Generationen ihrer Besitzer überlebt. Einige würden beim deutschen TÜV vermutlich schon beim Anblick Schnappatmung auslösen. 😂

    🗑️ Mülltrennung gibt es hier kaum. Der Hausmüll wird oft einfach in Säcken oder Eimern vor die Tür gestellt und jeden Abend eingesammelt. Anschließend folgt direkt die Straßenreinigung. Und das tatsächlich täglich.

    ☕ Gefühlt besteht das gesellschaftliche Leben hier aus Tee, Kaffee, Balkon, Garten und Familienbesuchen. Ständig sitzt irgendwo jemand zusammen, trinkt Tee und unterhält sich.

    🐱 Katzen gibt es wirklich überall. Auf Mauern, in Gärten, vor Geschäften, auf Parkbänken und manchmal auch in Schaufenstern.

    💈💇🏻‍♀️ Frisöre sind meist streng nach Geschlechtern getrennt. Männer gehen zum Herrenfriseur, Frauen zum Damenfriseur. Für deutsche Verhältnisse wirkt das zunächst ungewohnt.

    🎉 Was mir außerdem aufgefallen ist: In der Türkei wird scheinbar jeden Tag geheiratet.
    Wirklich. Jeden. Tag. 😄
    Egal wo man unterwegs ist, irgendwo fährt ein hupender Autokonvoi durch die Straßen, irgendwo wird gefeiert oder irgendwo schallt Hochzeitsmusik durch die Nachbarschaft.
    💃🕺🎶 Wer einen ruhigen Samstag für seine Hochzeit sucht, denkt eindeutig zu deutsch. Hier wird einfach geheiratet, wann man Lust hat. 😄

    Und als wir dachten, der Tag wäre nun endgültig vorbei, klingelte gegen 22 Uhr das Telefon. 📞 Ein Cousin meiner Mutter rief an und kündigte spontan an, vorbeizukommen. Eine Stunde später, gegen 23 Uhr, saßen er und seine Frau tatsächlich bei uns. 🏡☕

    Auch das scheint hier völlig normal zu sein. Während in Deutschland viele Menschen Wochen vorher einen Termin vereinbaren würden, läuft das hier eher nach dem Motto: "Wir sind in der Nähe, wir kommen vorbei." 😄
    Also gab es noch einen späten Besuch, natürlich Tee und noch mehr Gespräche bis wir um halb 3uhr dann im Bett lagen.

    Am Ende bestätigt sich für mich immer mehr mein bisheriger Eindruck von der Türkei: Hier wird ständig geheiratet, ständig Tee getrunken und ständig besucht, niemand ist allein und alles ist voller Leben selbst bis in die Morgenstunden!💛⭐️🌙
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  • Tag 5 begann dort, wo man in der Türkei offenbar die meiste Zeit verbringt: an einem reich gedeckten Frühstückstisch. 😌
    Heute waren wir bei meiner Tante zum Frühstück eingeladen und natürlich war der Tisch wieder einmal völlig überladen. Wobei "überladen" hier liebevoll gemeint ist. ❤️
    Selbst gemachte Marmeladen, verschiedene Käsesorten, Eivariationen, verschiedene Oliven, frisches Gemüse, Pide, Brot und noch vieles mehr. Eigentlich hätte die Hälfte davon bereits gereicht, um satt zu werden.
    Inzwischen bin ich es allerdings fast gewohnt, denn zu Hause läuft das bei uns nicht viel anders ab, wenn die Familie gemeinsam frühstückt.🤗

    Nach dem Frühstück folgte eine Einladung von dem Cousin meiner Mutter, der uns gestern Abend noch spontan besucht hatte. 🚗🌿 Er nahm uns (gegen den Willen meiner Oma, die lieber weiter ihr Haus putzen wollte) vorbei an Sonnenblumenfeldern mit zu seinem Grundstück und ganz ehrlich: Ich war sprachlos.
    Zwischen Hügeln und Bergen, irgendwo im nirgendwo liegt dort ein riesiges Stück Land, das eher an einen kleinen Naturpark als an ein Privatgrundstück erinnert. Überall wachsen Blumen, Obstbäume, Gemüse und sogar Haselnusssträucher.
    Ich habe keine Ahnung, wie groß das Grundstück tatsächlich ist, aber aus deutscher Perspektive wirkte es fast surreal. So viel Platz, so viel Grün und so viel Ruhe. In Deutschland wäre so etwas vermutlich für die meisten Menschen unbezahlbar.

    Während wir durch das Gelände liefen, summten Hummeln zwischen den Blumen, Vögel zwitscherten und immer wieder entdeckte man neue Ecken, die aussahen wie aus einem Bilderbuch. 🐝🌿🌻

    Natürlich durfte auch das Essen nicht fehlen..🍽️ Es gab traditionelle türkische Hausmannskost, teilweise in Tontöpfen und teilweise über offenem Feuer zubereitet.

    Als die Sonne langsam hinter den Hügeln verschwand, wurde die gesamte Landschaft in warme Orange und Goldtöne getaucht. 🌅✨ Die Bienenstöcke standen nie still, die Luft wurde angenehm kühl und vor uns lagen nur Natur, Berge und eine scheinbar endlose Weite.

    Kein Verkehr, kein Lärm, keine Termine. Nur Natur.
    Und vielleicht noch das 5. Glas Tee und die vielen Gespräche.

    Ganz so energiegeladen wie an den anderen Tagen war ich heute allerdings nicht. Meine Erdbeerwoche hat beschlossen, pünktlich im Urlaub vorbeizuschauen und brachte die üblichen Bauchschmerzen gleich mit. 🤦🏻‍♀️🍓
    Deshalb fiel mir heute vieles etwas schwerer und ich war deutlich schneller erschöpft als sonst.

    Trotzdem war es einer dieser Tage, die man nicht wegen spektakulärer Erlebnisse in Erinnerung behält, sondern wegen der Atmosphäre.
    Wegen der Ruhe. Wegen der Gastfreundschaft.
    Und wegen eines kleinen Paradieses irgendwo zwischen den Hügeln von Erbaa. ❤️🌅
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  • 🧺 Gardinen, Geschichten & Gastfreundschaft

    June 26 in Turkey ⋅ 🌙 28 °C

    Heute war der 6. und damit mein letzter voller Tag in Erbaa und irgendwie lag den ganzen Tag über ein kleines bisschen Abschied in der Luft.

    Seit Tagen erzählt meine Oma immer wieder, dass ihre Gardinen schmutzig seien. Ob sie es morgen noch gewusst hätte, weiß ich nicht. Aber ich wusste, dass wir bald abreisen und gerade deshalb wollte ich ihr diesen Wunsch erfüllen. 🥰
    Also stand heute nicht Sightseeing, sondern Oma Service auf dem Programm. 😄
    Ich habe sämtliche Gardinen im Haus abgehängt, gewaschen und wieder aufgehängt, das Haus gesaugt, meine Oma gebadet, ihren Koffer für morgen gepackt und alles noch einmal ordentlich eingeräumt.

    Meine Mutter nutzte die Zeit und machte die letzten Besorgungen in der Stadt. Natürlich durften auch ein paar Geschenke und Souvenirs für Zuhause nicht fehlen. 🎁

    Gegen 19 Uhr wurden wir von Verwandten abgeholt und verbrachten den Abend gemeinsam auf ihrer großen Veranda.

    Egal wo man hinkommt, irgendwo steht bereits Essen auf dem Tisch.
    Gegessen wurde ganz traditionell auf Teppichen und Kissen am Boden. Fast wie eine kleine Zeitreise in die osmanische Kultur. 🕌 Währenddessen wurde mir einmal mehr bewusst, dass die türkische Küche wirklich jede Diät sabotiert. Und zwar mit voller Absicht. 😂🍽️

    Besonders lecker waren die Poğaça. Das sind weiche, luftige türkische Hefeteilchen, meist gefüllt mit Käse, Hack oder Kartoffeln. Sie sehen völlig harmlos aus, verschwinden aber schneller im Mund, als man "Ich bin eigentlich schon satt" sagen kann. 😂
    Mindestens genauso gefährlich waren die gefüllten Weinblätter, unzähligen Salate, die ich vorher so noch nie gesehen hatte, Obst frisch gepflückt vom Baum, Schoko- und Zitronenkuchen, Süßigkeiten und zur Abwechslung traditioneller türkischer Mokka. ☕🍰
    Den Mokka habe ich übrigens mit großer Hoffnung getrunken. Leider war niemand da, der mir anschließend den Kaffeesatz lesen konnte. Jetzt werde ich wohl nie erfahren, ob in meiner Zukunft Reichtum, Liebe oder einfach nur noch mehr Poğaça auf mich warten. 😂

    Natürlich blieb es nicht beim Essen.
    Es wurde erzählt, gelacht, diskutiert und Erinnerungen ausgetauscht. Geschichten über meinen Opa, über die Kindheit meiner Mutter und ihrer sieben Geschwister, über ein Erbaa, das heute kaum noch so aussieht wie vor vierzig Jahren und natürlich auch wieder über die fremde Frau im Haus, die uns einfach nicht in Ruhe lassen möchte 😉.

    Dabei erzählte meine Mutter, dass genau auf dem Grundstück, auf dem heute das Haus meiner Oma steht, sich früher eine kleine Baracke befand. Dort lebte meine Mutter bis zu ihrem siebten Lebensjahr und ging hier sogar ein Jahr zur Schule. 🏫 👧🏻
    Erst als mein Opa als Gastarbeiter nach Deutschland ging, zog nach und nach die ganze Familie hinterher. Sieben Kinder kamen mit nach Deutschland, auch weil damals sonst das Kindergeld weggefallen wäre. Das achte Kind wurde in Deutschland geboren. 🙃

    Für meine Oma waren es ebenfalls schöne Stunden. Manche Namen und Erinnerungen waren plötzlich wieder da und für einen Moment schien die Demenz ein kleines Stück in den Hintergrund zu rücken. ❤️

    Genau diese Gespräche sind für mich wahrscheinlich das Wertvollste an dieser Reise, denn irgendwann sind die Menschen nicht mehr da, aber ihre Geschichten bleiben.

    Während ich diesen Beitrag schreibe, ist es übrigens bereits kurz nach ein Uhr nachts. 🌙
    Wir sind gerade erst wieder zuhause angekommen und morgen heißt es Abschied nehmen.

    Mit ganz vielen Erinnerungen im Gepäck... vermutlich auch mit ein paar Poğaça, Simit, Börek und Gözleme zu viel auf den Hüften 🤤 und ein paar grauen Haaren mehr auf dem Kopf. ❤️
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  • Drei Generationen auf der Heimreise 🧳🫶🏼

    June 27 in Turkey ⋅ ☀️ 26 °C

    Heute heißt es Abschied nehmen.
    Eine Woche ist unglaublich schnell vergangen... würde ich gerne sagen. Denn meistens bedeutet das, dass man eine wunderschöne Zeit hatte und die Tage einfach an einem vorbeigeflogen sind.

    Dieses Mal fühlt es sich allerdings anders an. Diese Reise war schön, aber gleichzeitig auch körperlich und emotional unglaublich anstrengend. Deshalb fühlt sich die Woche eher lang als kurz an. Und trotzdem würde ich sie genau so wieder machen.

    Nach dem Frühstück machten meine Oma, meine Tante und meine Mutter erst einmal Mittagsschlaf. Eigentlich hatten Mama und ich geplant, ein letztes Mal gemeinsam durch Erbaa zu schlendern, die Atmosphäre aufzusaugen, und einfach den letzten Tag zu genießen, doch daraus wurde nichts.

    Meine Oma war heute wieder sehr unruhig und gleichzeitig wurde die Flugangst meiner Mutter immer stärker. Schon seit gestern Abend merkt man ihr an, wie sehr sie der bevorstehende Flug beschäftigt. Sie ist nervös, innerlich völlig aufgewühlt, konnte kaum etwas essen und zählt im Grunde seit Stunden nur noch die Minuten bis zum Abflug. ✈️😅 Also entschieden wir uns gegen den Stadtbummel und stattdessen für etwas deutlich Unspektakuläreres:
    Koffer packen. Haus aufräumen. Noch einmal durchsaugen. Kontrollieren, ob wirklich nichts vergessen wurde.

    Urlaub endet eben oft genau so, wie er beginnt. Mit einem Koffer in der Hand. 😄🧳

    Zwischendurch bekamen wir noch einmal Besuch von Verwandten. Natürlich wurde viel erzählt. Und natürlich kamen sie nicht mit leeren Händen. ☕❤️
    Sie brachten uns jede Menge Essen, damit wir am Abreisetag nicht mehr kochen müssen und zusätzlich sogar Proviant für die lange Fahrt zum Flughafen.

    Das Wetter meinte es heute übrigens auch gut mit unserem Timing. Genau jetzt, wo wir abreisen, beginnen hier die richtig heißen Sommertage mit Temperaturen deutlich über 30 Grad. Gleichzeitig soll es in Deutschland ausgerechnet morgen endlich wieder etwas kühler werden.
    Man könnte also sagen: Wir sind den Temperaturen erfolgreich davongelaufen.🌡️
    Wobei uns der Himmel heute Nachmittag noch einmal überraschte und ein kräftiger Regenschauer über Erbaa zog. 🌧️

    Heute Abend gegen 23 Uhr geht es dann los Richtung Flughafen. Vor uns liegen rund zwei Stunden Autofahrt, bevor unser Flieger um 4.10 Uhr Richtung Deutschland startet. 🌙✈️

    Während ich diesen letzten Beitrag aus der Türkei schreibe, denke ich darüber nach, wie besonders diese Woche eigentlich war.
    Drei Generationen unter einem Dach.
    Ein Haus voller Erinnerungen. Unzählige Tassen Tee. Noch mehr Essen. Viele Gespräche. Viel Gelächter. Manchmal auch Tränen. Und ganz viel gemeinsame Zeit. ❤️
    Vor allem aber konnten wir meiner Oma ihren größten Wunsch erfüllen.
    Noch einmal ihr Zuhause sehen.
    Noch einmal in ihrem Haus schlafen.
    Noch einmal durch ihren Garten laufen.
    Auch wenn sie selbst nicht akzeptieren möchte, dass sie inzwischen 81 Jahre alt ist, wissen wir alle, dass solche Reisen nicht selbstverständlich sind.

    Vielleicht war es das letzte Mal.
    Vielleicht aber auch nicht.
    Genau deshalb hat sich jeder einzelne anstrengende Moment gelohnt.
    Denn am Ende sind es nicht die perfekten Urlaube, die einem am längsten im Gedächtnis bleiben.
    Es sind die Reisen, die einen etwas fühlen lassen.

    Und genau das hat diese Reise getan. ❤️🇹🇷
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    Trip end
    June 28, 2026