Die Sintflut (5)
October 9 in Italy ⋅ 🌧 21 °C
Die Nacht war kurz, der Himmel laut. Mehrfach wurden wir von apokalyptischem Donner aus unserem Schönheitsschlaf gerissen. Wenigstens gab es eine Kaffeemaschine in diesem doch etwas umständlichen Appartement, in dem sich das, was man gerade braucht, grundsätzlich auf der anderen Etage befindet. Leider versagte die Kaffeemaschine uns jegliche Dienste. Nach 30 Minuten YouTube-Tutorials entschied Claudia, dass genug genug sei und sie sich vor die Tür wagt, um uns einen Kaffee und Cornetti 🥐 🥐zu besorgen.
Heute hatten wir geplant an einer Walking Tour teilzunehmen, um etwas über die Stadt in Erfahrung zu bringen — neben den Fakten, die wir schon kannten: Neapel ist dreckig, laut und voll. Da Regen angesagt war, besorgte Claudia sich auf dem Weg zum Treffpunkt noch fix einen Schirm im bei Touristen allseits beliebten Zitronenlook. Weise Entscheidung, obwohl Schirme in der folgenden Sintflut auch nur wenig auszurichten vermochten. Zweieinviertel Stunden wateten wir durch das dreckige, laute, volle und nasse Neapel, lernten allerdings immerhin ein paar interessante Dinge über Stadt, Sprache und Einwohner: eigentlich waren alle Nationen mal hier und haben ihre Eigenheiten im Stadtbild hinterlassen, z.B. die Griechen die Säulen, die Ägypter eine Sphinx und die Spanier haben sogar ein eigenes Viertel. In Neapel spricht man starken Dialekt und das offizielle Italienisch, das heute gesprochen wird, hat seinen Ursprung in der Toskana. Ein berühmter Einwohner war ein Arzt namens Giuseppe Moscati. Er widmete sein Leben der unentgeltlichen Heilung von Kranken. Netter Typ!
Da Lernen hungrig macht, kehrten wir im Anschluss an die Tour in eine Pizzeria ein und stellten ein weiteres Mal (an unserem Nachbartisch) fest, dass Salate in Italien aus ein paar alten Blättern und Olivenöl bestehen. Wenn man Glück hat, gibt es ein, zwei Tomaten. Davon überzeugten wir uns auch sogleich wir zurück in unserem Appartement den Fernseher einschalteten und eine italienische Kochsendung sahen, in der ein Salat zubereitet wurde. Diese Kochsendung sahen wir auch nur, weil die Lobby uns offensichtlich jegliche Verbindung zur Außenwelt gekappt hat, so dass wir mangels Internet nicht in der Lage waren, unsere Netflix-Serie weiterzuschauen. Dieser Widrigkeit trotzend ging es für einen Aperitivo und einen Spaziergang durch das Spanische Viertel noch mal vor die Tür. Um ein paar Besorgungen reicher und um einen Regenschirm ärmer machten wir uns auf den Heimweg und resümierten, dass wir genug haben von dreckig, laut, voll und nass und widmeten uns unserer Serie auf dem Tablet, da der Fernseher immer noch streikte. Immerhin wurde die Kaffeemaschine noch repariert, was zumindest einen besseren Start in den Folgetag versprach.Read more













TravelerMein Verlangen nach einem Italienurlaub wird und wird nicht größer...
Traveler
😂😂
Krass... Nee also sorry, wer macht schlechten Kaffee zu hausen, wenn man rausgehen sollte (auch bei Regen) und überall super leckeren Kaffee für 1€ bekommt. [Touri Raoul]