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  • Day13

    Pleumeur- Bodu II

    July 26 in France

    Das Brot ist alle. Nur ein kleiner, ziemlich harter Rest von gestern ist noch da. Da in den letzten Tagen Michael dafür gesorgt hat, dass wir zum Frühstück frisches Baquette haben, erkläre ich mich heute mal dafür zuständig. Dafür muss ich den Bäcker erst einmal ausfindig machen, da es auf dem Camping keinen Laden gibt. Die meisten Camper hier scheinen Langschläfer zu sein, denn um kurz nach acht tut sich noch nicht viel auf dem Platz. Auf dem Weg merke ich, wie herrlich es ist, früh durch die noch frische Morgenluft zu laufen, wo außer dem Geschrei der Möwen und dem weit entfernten Brummen eines Autos, noch nicht viel zu hören ist. Auf dem Parkplatz entlang des Strandes haben sich eine Anzahl Bullis und Kastenwagen einen Platz für die Nacht gesucht. Trotz des großen Verbotschildes, das sogar auf Deutsch mit Geldstrafen bei Missachtung droht. Nach der Hochsaison verschwinden die Schilder wahrscheinlich wieder. Aber bei der großen Anzahl von Campingfahrzeugen geht das wohl nicht anders. Wenn sich alle so hinstellen würden, welch ein Chaos würde da entstehen! Dabei ist der Campingplatz gleich um die Ecke und die Preise in Frankreich trotz Hochsaison mehr als human. Über Tag dürfen Wohnmobild am Strand stehen und das wird auch weidlich genutzt, vor allem von den Franzosen. Am Abend fahren sie dann auf den nächsten Stellplatz, und da reicht es, wenn sie eine kleine Lücke finden.
    Ich allerdings finde nicht einmal den Bäcker. Es soll eigentlich kein Bäcker sein, sondern so eine Art Kiosk. Egal ob Laden oder Kiosk, finden müsste ich ihn schon.
    Da kommt mir in der Einsamkeit des Morgens ein entgegenkommender Mann gerade recht, um zu fragen. Doch welch eine Antwort: der Bäcker hat heute den ganzen Tag geschlossen. Er selbst kommt brotlos zurück und muss nun mit dem Auto zum Supermarkt nach Tregastel fahren.
    Das kann doch wohl nicht sein! Was nun? 4 km laufen, denn soweit ist der Supermarkt mindestens entfernt! Macht 8 km mit hungrigen Magen. Da kommt das Brot wahrscheinlich gar nicht mehr im Wohnmobil an. Mit dem Rad fahren? Dann muss ich wieder zurück zum Camping. Gerade in diesem Moment kommt mir ein Jogger mit 2 Baguettes unter dem Arm entgegen. Es gibt scheinbar doch Brot. Nur, wo hat er das her?. Nach langem Suchen und vielem Fragen stehe ich eine Viertelstunde später vor dem geschlossenen Kiosk. Der Supermarkt ist immer noch 4 km entfernt und ....es gibt heute definitiv kein frisches Baguette zum Frühstück. Aber mal positiv gesehen, habe ich bereits eine 3 km Walkingstrecke am Morgen gemacht.
    Nach dem Frühstück machen wir eine Radtour und wollen dabei unterwegs Brot besorgen. Zunächst geht es in den Hafen. Die Schiffe sind da, aber das Wasser fehlt. In der Nähe des Hafens gibt es auch mehrere Austernzüchter mit Direktverkauf. Wer Lust hat, kann sich den Betrieb anschauen, so laden Schilder die Besucher ein. Etwas entfernt vom Hafen liegt ein 4 Sterne Platz mit Pool. Der ist voll und wäre auch nichts für uns. Vom Hafen aus, versuchen wir den Weg zum Planetarium zu finden, ohne auf der D 786 fahren zu müssen. Vom weiten können wir schon die riesige Kuppel der "Citèe des Telecoms" sehen, einem Projekt der Orange-Gruppe, das die Telekommunikation für möglichst viele Menschen zugänglich machen soll. Hört sich sehr interessant an. Auf diesem Gelände befindet sich auch das bretonische Planetarium und ein Freizeitpark, und wie wir später feststellen, auch ein Wohnmobilstellpatz.
    Den Freizeitpark streichen wir von der Liste. Alles andere schauen wir uns von außen an. Um hineinzugehen, ist das Wetter einfach zu schön.
    Die Fahrt mit dem Rad hierher war nicht einfach, da die Strecke auf den Nebenwegen nicht gut ausgeschildert ist. Nach dem Besuch des " Parc du Radôme", so nennt sich diese Anlage, finden wir auch endlich den Radweg und kommen auf schönen Nebenstraßen zum Menhir von Saint-Uzec. Der Hinkelstein ist etwa acht Meter hoch und drei Meter breit und gilt als der größte mit christlichen Symbolen versehene Menhir in Frankreich.
    Nach dem Hinkelstein führt uns der Radweg direkt zum Campingplatz. Das ist gut, denn Michael hat genug von der Radelei, Berg rauf und runter und es ist schon früher Nachmittag. So kommen wir zum Wohnmobil zurück ...ohne Brot.
    Am späten Nachmittag unternehme ich den dritten Versuch, um an ein Brot zu kommen und
    steuere mit dem Rad den Super U in Tregastel an. Über den ausgeschilderten Radweg wird daraus eine zweite, etwas längere Radtour. Unterwegs komme ich an einer "Biscuiterie" vorbei. Hier gibt es die leckeren Bisquitkekse mit Butterkaramel und Salz zu kaufen. Wenig später finde ich den Super U, einen riesigen Supermarkt. Vor lauter Gucken und Staunen, vergesse ich fast den Einkauf und brauche 10 Minuten, bis ich am Schluss die Kassen und den Ausgang finde.
    Auf der Rückfahrt komme ich am Stellplatz von Tregastel vorbei. Er ist übervoll und es ist noch nicht einmal Abend. Markise aufspannen ist da kaum möglich. Ne, da bezahlen wir lieber 15 Euro, denn mehr kostet unser Campingplatz nicht und wir stehen direkt am Strand und nicht an der stark frequentierten D 786.
    Am Wohnmobil angekommen, bin ich ziemlich durchgeschwitzt und freue mich auf ein Bad im Meer. Den Bikini habe ich ja noch drunter, denke ich, gehe zum Strand, ziehe mich aus und dann hinein in die Wellen. Als ich zurück am Wohnmobil bin, fragt mich Michael, ob ich immer im Schlüpfer baden gehe. Oh wie peinlich. Das hatte ich überhaupt noch nicht bemerkt, dass bei meinem Bikini die Hälfte gefehlt hat. Michael will sich schlapp lachen und ich denke nur, was die Leute am Strand wohl über mein komisches Badout-fit gedacht haben. Den ganzen Abend muss ich mir von Michael Kommentare über die neue Bademode anhören.
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