Unsere zweite Wohnmobilreise in das Land der Gallier und Druiden und in das Ermittlungsgebiet meines geliebten Kommissar Dupont, auf dessen Spuren wir uns u.a. begeben wollen.
  • Day29

    Zuhause

    August 11, 2018 in Germany ⋅ ⛅ 17 °C

    Die Nacht war ruhig und der Morgen wird wieder sonnig. Das letzte Frühstück vor dem Wohnmobil in diesem Urlaub. Dann warten wir auf Lena. Sie kommt kurz nach zehn mit ihrem Rucksack. Noch einmal tanken und dann das definitv letzte Stück Autobahn bis nach Hause. Aber das hat es gleich zu Beginn in sich. Da wir wegen der Tonnage nicht über die Leverkusener Rheinbrücke fahren dürfen, soll es wir über Düsseldorf und Wuppertal gehen. Nur dumm, dass die A 44 nach Düsseldorf gesperrt ist. Aber da zeigt Mathilde, unser Navi, großen Einsatz und bringt uns durch das Autobahngewirr wieder auf Kurs. Das Fahren auf deutschen Autobahnen ist wegen der fehlenden Geschwindigkeitsbegrenzung nicht ganz so entspannend wie in Frankreich und Belgien. Unterwegs machen wir eine kleine Pause. Da waren doch noch Baquette, Oliven, Wurst und Käse aus Frankreich. Die letzten Reste teilen wir uns.
    Zurückblickend haben wir vier tolle und abwechslungsreiche Wochen Urlaub gehabt. Stellplätze gab es trotz der Hochsaison bis auf zwei Ausnahmen immer und oft haben wir sogar direkt am Meer stehen können. Frankreich hat sich wieder als wunderschönes Reiseland gezeigt, mit netten Menschen, leckerem Essen, romantischen Orten, einer Vielfalt an Kunst, Kultur und Historie und einer grandiosen Landschaft. 
    La Vie est belle.....in Frankreich.

    Gesamtstrecke 3250 km
    Reine Fahrzeit: 45 Stunden
    Durchschnittlicher Dieselverbrauch 11,3
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day28

    Aachen

    August 10, 2018 in Germany ⋅ 🌬 19 °C

    Die Sonne lacht durch die Fenster des Wohnmobils. Der Himmel ist blau und das Wetter hat wieder auf Urlaub umgeschaltet. Unser heutiges Ziel auf dem Weg nach Hause ist Aachen. Einmal, weil Aachen sehenswert ist, weil es einen zentralen Stellplatz hat, aber auch weil Lena-Line, unsere Tochter, an diesem Wochenende dort ist. Wir können gemeinsam etwas unternehmen und sie morgen dann mit nach Hause nehmen.
    Bevor wir in Verneuil abfahren, bringen wir den Schlüssel der Sanitäranlagen zurück. Wichtigste Tat, um an Michaels hinterlegten Ausweis zu kommen, und verabschieden uns von den sehr netten Gastgebern.
    Im Ort halten wir beim Bäcker, um das letzte französische Baquette und Croissant für diesen Urlaub zu kaufen. Idyllisch liegen die Weinberge rechts und links der Straße im Sonnenlicht, als wir zur Autobahn fahren.
    In Reims lotst uns das Navi von der Autobahn und durch die Stadt. So bekommen wir, wenn auch nur kurz, die berühmte Kathedrale von Reims zu sehen. Auf verschiedenen Autobahnstrecken und Nationalstraßen fahren wir in Richtung "Belgische Grenze ". Geschichtsträchtige Namen wie Sedan sind hier in den bergigen Ardennen auf Hinweisschildern zu lesen.
    Wir müssen noch einmal tanken. Aber nur soviel, dass es durch Frankreich und Belgien reicht. Der Liter Diesel kostet bis zu 1.65 €.
    Kurz vor 12.00 Uhr erreichen wir die belgische Grenze bei Bouillon. Allein der Name erinnert mich daran, dass Mittag ist und ich einer schönen Bouillon nicht abgeneigt wäre. Und überhaupt: stammt der Erfinder dieser Köstlichkeit vielleicht aus diesem Ort?
    Muss ich doch einmal Google fragen. Aber Google antwortet nicht. In den Ardennen scheint das Internet noch nicht angekommen zu sein.
    Später erfahre ich aber, dass der Bouillon das französische Verb "boullier" zugrunde liegt, welches kochen oder sieden bedeutet. Die Bouillon hat also weder etwas mit dem belgischen Städtchen zu tun, noch hat Gottfried von Bouillon die Fleischbrühe erfunden.

    "Adieu Frankreich. Es war sehr schön. Vorbei die Tage. Wir kommen wieder. Keine Frage."

    In Belgien geht es weiter und zwar sehr bergig. Bis acht Prozent Gefälle und dann wieder die Steigungen. So nähern wie uns Liége, wie Lüttich hier genannt wird und von dort aus ist Aachen nicht mehr weit.
    Gegen 14.00 Uhr fahren wir auf den Stellplatz Bad Aachen. Auch das wusste ich nicht, dass Aachen einen Bädertitel trägt. Wir haben Glück und können uns noch einen Platz aussuchen. Am Stellplatz finden wir viel Informationsmaterial, darunter einen Stadtplan.
    Michael hat seit gestern Abend einen Hexenschuss und möchte sich nur noch hinlegen.
    Ich lade mir ein Online- Tagesticket auf mein Handy und warte an der nächste Bushaltestelle auf einen Bus in die Innenstadt. Der kommt relativ schnell. Am Elisenbrunnen steige ich aus. Meine Güte, so viele Menschen. Auf dem Stadtplan sind die wichtigsten Gebäude und Straßen markiert. Knapp 2 Stunden habe ich Zeit, bevor ich wieder zurück fahren muss, denn um 19.00 Uhr wollen wir uns mit Lena zum Essen treffen.
    Der Dom und das Rathaus sind überwältigend. Für eine Besichtigung habe ich aber nicht genug Zeit. Am Elisenbrunnen befindet sich meine Haltestelle. Und ich kann das Gebäude gleich bei meiner Ankunft sehen.
    Die gut erhaltenen Häuserreihen der Altstadt strahlen Charme und Romantik aus. Überall sitzen Leute in der Sonne, eilen in die kleinen Läden mit ihren besonderem Angeboten. Auch Aachener Printen in jeder Form gibt es zu kaufen.
    Dann fällt mir ein, dass ich seit dem Frühstück nichts mehr gegessen habe. Ein kleines Eis könnte mir gefallen. Zwei Kugeln und vielleicht ein wenig Sahne? Die Eisverkäuferin hat scheinbar ein Verständigungsproblem. Dabei sind wir doch wieder in Deutschland und ich habe klar und deutlich zwei Kugeln bestellt, von jeder der zwei ausgewählten Sorte eine. Was bekomme ich? Ein Eis, das für eine ganze Familie reichen würde. Alles zweifach!!! Um dieses Ungetüm von Eis zu essen, muss ich mir einen Sitzplatz suchen. Auf dem Münsterplatz finde ich eine Bank. Mir gegenüber übt sich eine mittelalterlich verkleidete Minnesängerin mit ihrer Leier. Etwas gewöhnungsbedürftiger Gesang. Nach dem Eis ist es Zeit mit dem Bus zurückzufahren. Wo war noch Mal die Liste mit den Buslinien, die zum Marienhospital fahren? Unauffindbar. Ich frage einfach den Busfahrer des nächsten haltenden Bus und habe Glück. Zwanzig Minuten später bin ich wieder am Wohnmobil. Aber nur kurz zum Frischmach. Dann geht es mit Michael und seiner Hexe wieder in die Altstadt. Am Rathaus treffen wir Lena und ihre Freunde zum gemeinsamen Essen. Es dauert ein wenig bis wir uns auf die Essensrichtung geeinigt haben. Dann aber wird es bayerisch und ein wenig regional. Nach dem Essen bummeln Michael und ich ein wenig durch die Gassen der Altstadt. Dank seines Hexenbesuchs hat er noch nicht viel gesehen. Es ist schön, die abendliche Stimmung hier in den Gassen zu spüren, wo Menschen draußen sitzen, um gemeinsam Feierabend und Wochenende in historischen Kulissen zu genießen.
    Später fahren wir mit dem Bus zurück zum Wohnmobilplatz. Trotz des Schildes" Voll, Complet" fahren immer noch Wohnmobile und Gespanne auf, in der Hoffnung, irgendwo ein Eckchen zu finden. Aber die Plätze sind parzelliert und so bleibt nur noch der geschotterte Parkplatz am Eingang, auf dem auch nichts mehr geht. Sehr viele ausländische Gäste, allen voran natürlich Niederländer und Belgier aber auch Engländer, Franzosen und Italiener sind anzutreffen. Für uns endet wieder ein ereignisreicher Tag. Morgen früh fahren wir nach Hause.
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  • Day27

    Verneuil-Champagne

    August 9, 2018 in France ⋅ ⛅ 19 °C

    Es ist grau und regnerisch, als wir um 10.00 Uhr den Stellplatz an der Loire verlassen. Nach dem schönen Wetter gestern mit angenehmen Temperaturen hat am frühen Morgen Regen eingesetzt.
    Die Radwanderer müssen ihre Zelte im Regen abbrechen. Es war schon interessant zu sehen, welche Sorten Urlauber, außer Wohnmobilen und Caravans, ihr Lager hier aufgeschlagen haben. Radwanderer mit zwei und dreirädrigen Gefährten, mit und ohne Anhänger, mit Packtaschen vorne, hinten, am Lenker oder Sattel. Sogar zwei Inlinescater, die ihr Gepäck auf einem Einrad vor sich herschieben,
    habe ich gesehen. Und natürlich die Wasserwanderer auf der Loire, die Zelt und Gepäck in Plastiktonnen verpackt, aus ihren Kanus und Ruderbooten holen. Eine illustre Gesellschaft, die sich am Abend auf diesem Platz eingefunden hat.
    Wir aber sind nun wieder unterwegs entlang der Loire. Bevor wir auf die A10 Richtung Orleon/ Paris fahren, können wir in Books noch einen Blick auf das Chateau Royal du Blois, die Altstadt und die Loire werfen. Leider verleiht der graue Tag und der feine Regen dem Anblick eine gewisse Tristesse.
    Wir wollen heute bis in die Champagne fahren. Die Fahrt auf der A10 ist durch den Starkregen, der zwischenzeitlich herunterkommt, und dem vielen Schwerlastverkehr, schwierig und anstrengend.
    Als der Regen endlich aufhört, sind wir kurz vor Paris. Die A4, auf der wir eigentlich großräumig um Paris herumfahren wollten, ist gesperrt. Bevor wir uns verguckt haben, navigiert uns das Navi mitten durch Paris. Leider hat es in den Tunneln keinen Satellitenempfang und ist zwischenzeitlich etwas orientierungslos. Gut, dass ich nicht fahren muss. Die Autos, die von allen Seiten herankommen, haben schon etwas Bedrohliches. Vor allem, wenn man nicht weiß, wo man hin muss. Nach gut einer Stunde sind wir "Stop and Go" endlich durch und können aufatmen.
    Gegen 14.00 Uhr fahren wir auf den Stellplatz des Champagner-Winzer "Jacques Copin". Hier waren wir schon im letzten Jahr bei der Heimreise.
    Der kleine Ort Verneuil liegt ca 25 km entfernt von Epernay, der Hochburg des Champagners. Verneuil besteht fast nur aus den Höfen und Anwesen von Winzerfamilien und liegt eingebettet in Weinbergen.
    Der Stellplatz auf einer Wiese ist großzügig, hat Strom, Wasser, Duschen und Toiletten und ist beim Kauf von Champagner oder anderer angebotener Ware kostenlos. Man kann sich auch mit einem gekühlten Gläschen Champagner auf die Terrasse setzen oder gleich eine ganze Flasche bestellen. Auch ein "Französisches Frühstück" am Morgen wird angeboten. Aber die "Boulangerie ", der Bäcker, ist gleich um die Ecke an der Hauptstraße
    Den Schlüssel für Toilette und Dusche bekommen wir gegen ein Pfand ausgehändigt
    Am Nachmittag probiere ich von dem eden Tlopfen und wir nehmen wieder ein Kistchen für besondere Gelegenheiten mit.
    Nicht weit vom Stellplatz entfernt fließt die Marne, an der ich am Spätnachmittag mit dem Rad entlangfahre. Der Marneradweg ist gut ausgeschildert und führt durch die kleinen Winzerorte der Champagne. Ähnlich wie an Mosel und Rhein führen ausgeschilderte Wanderwege durch die Weinberge, durch Dörfer und zu den Sehenswürdigkeiten der Region. Ich fahre nur in das 8 km entfernte Dormans und schlendere gemütlich durch den Ort. Als ich mich auf der Rückfahrt einmal umblicke, bekomme ich einen Schreck. Schwarz hat sich hinter mir eine Wolkenwand aufgebaut und kündigt mit plötzlich einsetzendem Wind ein nahendes Unwetter an. So schnell ich kann, fahre ich zurück und komme gleichzeitig mit den ersten Regentropfen und völlig außer Atem am Wohnmobil an. Das Gewitter kann ich dann entspannt aus dem Wohnmobilfenster anschauen. Bis zum Abend stehen 8 Autos auf der Wiese. Aber sich nach draußen zu setzen, ist wegen Regen und Sturm nicht möglich. Erst später abends kommt die Sonne noch einmal und verwandelt den Himmel in ein kleines Kunstwerk.
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  • Day26

    Chateau Chaumont und seine Gärten

    August 8, 2018 in France ⋅ ⛅ 25 °C

    Am gestrigen Abend hat der Wind ordentlich am Wohnmobil gerüttelt, aber das angekündigte Unwetter ist ausgeblieben. Die Nacht war von den Temperaturen ganz erträglich, trotzdem habe ich das erste Mal im Urlaub schlecht geschlafen.
    Als wir beim Frühstück sitzen, leert sich der Platz in Windeseile. Die ganzen Radwanderer und Hicker haben zusammengepackt und sich auf den Weg gemacht. Ganze Familien sind mit Fahrrad und Zelt auf dem Loire-Radweg unterwegs. Ich bin ja auch eine begeisterte Radwanderin, aber abends nach 80- bis 100 Km kann mich ein Zimmer mit Bett und Dusche mehr begeistern als ein Zelt aufzubauen und eine Luftmatraze aufzupumpen.
    Wir haben heute die Besichtigung des Chateau Chaumont und seiner Gärten auf unserer Urlaubsplanung
    Gleich nach dem Frühstück gehen wir zum ca 1,5 km entfernten Eingang des Schlosses, der mitten im Ort istä. Bevor wir am der Kasse pro Person 18 Euro für das Kombiticket für Schloss und Gärten bezahlen können, müssen wir erst durch den Sicherheitscheck, dh. Taschen öffnen, Metalldetektor, Frage nach Messern und Ähnlichem.
    Dann können wir den Treppenweg, der zum Schloss führt, betreten.
    Das Schloss ist nicht nur einfach ein gut erhaltenes Schloss, sondern ein Kunst- und Naturzentrum, das kulturelles Erbe, Natur und Kultur und künstlerisches Schaffen in Beziehung zu einander setzen möchte. Unter anderem findet hier das internationale Gartenfesitval mit Gartenkunst und Landschaftsgestaltung statt. Im Schloss und auch in den Nebengebäuden ist in diesem Jahr von April bis November eine zeitgenössische Kunstausstellung. Es gibt also viel zu sehen und warscheinlich noch mehr zu gehen. Denn zum Schloss gehört ein weitläufiges Gelände mit historischem Park, dem Gelände des Gartenfestivals, Gewächshaus, Gesundheitsgarten, Gemüsegarten und....und...und.....
    Wir sind relativ früh und daher ist es in den Räumen des Schlosses noch nicht voll. Es ist wirklich alles sehr gepflegt und gut organisiert. In jedem Raum hängen mehrsprachige Erklärungen. Wir hätten auch einen Audioguide ordern können, aber mit den ausgehändigten und aufgehängten Beschreibungen können wir uns gut infomieren. So schwenkt der Blick ständig zwischen Altem und Historischem und moderner Malerei und tollen Installationen hin und her. Und manchmal fällt der Blick auch aus einem der Fenster 40m tief nach unten auf die wilde Loire-Landschsft mit den kleinen Flussinseln, die zum Unesco Weltkulturerbe erklärt worden sind.
    Ich bin begeistert. Vor allem die Kunstausstellung hat es mir angetan und staunend stehe ich vor dem einen oder anderen Bild oder einer Installation und rätsele über die Technik oder Herstellungsweise. Michael kann vor allem den Installationen bis auf wenige Ausnahmen nichts abgewinnen. Was hat farbiges Klopapier an der Decke einer mittelalterlichen Küche zu tun? Kann ich ihm auch nicht erklären, wird aber sicher eine tiefgründigen Erklärung haben.
    Er findet mehr Gefallen an den Ritterrüstungen, den alten Stallungen und vor allem hinterher an der Gartenanlage und dem Gartenfestival mit seiner Gartenkunst. Zwei Installationen haben uns aber beide sehr beeindruckt. In der Reitbahn erhebt sich eine Wiese aus 5000 Quarzblumen in unterschiedlichen Höhen, die durch Beleuchtung und Musik den Betrachter stimmungsvoll fasziniert.
    Oder auf der Heubodengalerie, der riesige Teppich aus Abfallprodukten, dessen Material wie Flaschenverschlüsse, Etiketten, plattgedrückten Aluminiumdosen usw. erst auf den 3. Blick zu erkennen ist. Wir kommen aus dem Staunen, Schauen, Betrachten gar nicht mehr heraus. Soviele Eindrücke, und es geht nach dem Schloss noch in den Gärten weiter. Das alles aufzuzählen würde einfach den Rahmen sprengen. Das muss man selbst gesehen haben.
    Einige Stunden und 10 km später sind wir satt. So satt von Eindrücken, dass wir nichts mehr aufnehmen können.
    Dafür hungrig und durstig. Inzwischen, es ist bereits Nachmittag, ist es auf dem Gelände voll geworden. Unser Versuch, uns in einem der Gartenlokale bei einem kühlen Getränk auszuruhen, scheitert an der Menschenschlange, die Ähnliches im Sinn hat und die nach Essen und Trinken anstehen.
    Wir gehen zurück zum Wohnmobil. Dort haben wir alles was uns gerade fehlt, einschließlich des Liegestuhls zum Ausruhen.
    Nach dem Kaffeetrinken fahre ich mit dem Rad zum Einkaufen in den 3 km entfernten Supermarkt. Irgendwie hat das heute morgen mit dem Bäcker nicht funktioniert, der gegen 9.00 kommen sollte, und wir brauchen dringend ein Baquette und Wasser. Alle füllen sich das Leitungswasser in ihre Trinkflaschen. Aber da bin ich lieber etwas vorsichtig.
    Wieder fallen mir die guten Radwege und Hinweisschilder auf. Hier macht Radfahren wirklich Spass.
    Denn Loire-Radweg muss ich auch gleich nach dem Einkauf ausprobieren, indem ich auf ihm zu beiden Seiten ein Stückchen entlang radele.
    Unterwegs erweckt ein Hinweisschild zu einem "Cave" meine Neugierde. In der Weinscheune werden Weine und Delikatessen aus dem Loiretal verkauft. Bevor ich mich versehe, habe ich ein Glas Roséwein in der Hand zum Probieren. Der schmeckt wirklich gut. Eine Flasche, schön gekühlt, und ein kleines Mitbringsel wandern in die Fahrradtasche. Dann geht's zurück zum Wohnmobil, wo Michael schon in der Abendsonne wartet. Ein wenig verschnupft, weil ich so lange unterwegs war. Aber die untergehende Sonne über der Loire hilft bei Schnupfen ganz schnell.
    Das war heute ein wirklich ereignisreicher Tag mit so vielen Eindrücken. Morgen geht es wieder 400 km weiter in Richtung Heimat und zwar in die Champagne.
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  • Day25

    Chaumont -sur -Loire

    August 7, 2018 in France ⋅ ⛅ 27 °C

    Es liegt eine eigenartige Stimmung über dem Platz am Morgen. Eine abwartende Ruhe, die von Geräuschen erster Aktivitäten in den Wohnmobilen unterbrochen wird. Geschirrklappern, Husten, das Jaulen einer defekten Wasserpumpe. Die Hupe des Bäckerwagens spätestens beendet diese frühmorgendliche Ruhe, denn auf ihr Zeichen erscheinen die Menschen. Wortfetzen in
    Französisch und Italienisch, angereichert mit Lachen und Kindergeschrei, fliegen durch die Luft.
    Wir sind heute sehr früh, denn über 400 km liegen vor uns, bis wir an der Loire sind.
    In Chaumont sur Loire wollen wir auf dem Rückweg noch 2 Tage bleiben. Außerdem hoffen wir, dass das frühe Verlassen der Halbinsel noch ohne Stau möglich ist.
    Wir fahren nicht durch die Stadt, wie es das Navi gern möchte, sondern ganz entlang der Cote Sauvage mit den beeindruckenden Felsen. Ein tolles Bild. Ein Adieu des Atlantiks und ein Friedensangebot der überlaufenen Halbinsel, indem sie uns ihre stillen, schönen Seiten zum Abschied noch einmal zeigt.
    Staufrei, aber mit einigen wenigen Regentropfen, fahren wir auf der D 786 in Richtung Auray. Die sonst so herrliche Optik versteckt sich heute hinter grauen Wolken. Heiß, windstill und bewölkt, keine angenehme Wetterkonstillation.
    Rückblickend auf die Tour entlang der bretonischen Küste, muss man sagen, es ist den Bretonen hoch anzurechnen, dass sie es nicht zulassen, dass diese einzigartige Küstenlandschaft mit Hotels großer Ketten zugebaut wird. So bekommt jeder etwas vom großen Touristenkuchen ab, die kleinen Hotels und Pensionen sowie die vielen Campingplätze und Stellplätze, die einheimischen Restaurants und Lokale, und auch die Geschäfte und Bars, Bauern, Fischer, Bäcker......
    Die Franzosen sind ein Land der Wohnmobilisten und Camper. Selten haben wir eine solche Anzahl an Campingfahrzeugen und PKWs beladen mit Campingausstattung gesehen. Aber auch ein Volk der Radfahrer und Wanderer, die uns immer wieder mit voller Ausrüstung und Gepäck begegnen.
    Und letztendlich, wenn man die vielen Boote in den unzähligen Häfen betrachtet, auch ein Volk, der Seefahrer.
    Menschen, die genießen können und die das "Savoir vivre" verinnerlicht haben.
    Ab Auray fahren wir auf der N 165 auf Vannes zu und dann weiter auf der Autobahn Richtung Nantes. Keine Strecke über die es viel zu berichten gäbe, außer dass Michael das entspannte Fahren der Franzosen sehr zu schätzen weiß.
    Ich nutze die Zeit zum Schreiben.
    Ab Nantes geht es bis Montrichard, der Abfahrt nach Chaumont, auf der A 11 und A 85 weiter auf der kostenpflichtigen Autobahn. Unser "Bip and go" Gerät zur bargeldlosen Mauterfassung kommt mehrfach zum Einsatz. Als wir abfahren, bin ich ein wenig entsetzt über die Landschaft. Irgendwie kommt mir alles einheitlich gelb vor. Die Stoppelfelder, die verdorrten Wiesen und Straßenränder. Selbst die Bäume haben schon eine leichte Herbstfärbung angenommen und beginnen die Blätter abzuwerfen. Alles Zeichen der langanhaltenden Trockenheit.
    Und dann endlich gibt sie sich die Ehre, die Loire. Etwas mager, mit freiliegenden Sandbänken, denn die große Dürre hat auch sie nicht verschont. Aber schon ein majestätischer Fluss. Wir fahren etliche Kilometer an der Loire entlang. Dann sehen wir auf der anderen Flußseite das Chateau Chaumont liegen und auch den Camping Municipal, der sich über ein großes Areal an der Loire entlang zieht. Als wir aus dem klimatisierten Auto aussteigen, ist es, als würden wir in einen Backofen geschoben. So heiß! So heiß hatten wir es in den letzten Wochen nie. Daran müssen wir uns erst einmal gewöhnen. Wir können uns einen Platz aussuchen. Einige Plätze direkt am Fluß sind frei.
    Aber scheinbar hat die plötzliche Hitze uns das Gehirn verdampft. So schwierig und gereizt wie heute haben wir noch nie das Wohnmobil zum Stehen gebracht. Nach etlichen Rangieren stehen wir endlich. Eigentlich sehr schön. Michael meint dazu nur, dass er noch an der Information Bescheid sagen muss, dass hier ein Baum im Weg ist, der weg muss. Der Scherzkeks.
    Man kann nicht immer alles haben. Schatten, tollen Blick und Fernsehempfang.
    Und... Wer braucht bei diesem Panorama noch Fernsehen?
    Die Hitze und die Fahrt haben uns geschafft. Der Kreislauf macht ein wenig schlapp. Nur noch Liege ist angesagt. Vielleicht mal kalt duschen? Die Duschen sind nicht zu regulieren und mollig warm. Dann lieber nicht. Warten wir einfach ab, bis es kühler wird. Michael geht in die Loire zum Schwimmen. Wie viele andere hier auch. Mir ist das zu gefährlich. Und ich glaube verboten ist es auch.
    Gegen Abend kommt starker Wind auf. Eine Unwetterwarnung für die Nacht wurde uns bei der Ankunft schon mitgegeben. Der starke Wind macht es einigermaßen erträglich, und so kann ich mich nach dem Abendessen noch zu einem kleinen Spaziergang durch den Ort aufraffen. Hier ist richtig was los in den Restaurants und Gaststätten. Schade, dass das Restaurant "Madeleine Proust" heute und morgen nicht geöffnet hat. Es wurde uns empfohlen und wir wollten eigentlich dort essen gehen. Aber vielleicht findet sich ja noch etwas anderes morgen. Heute beschließen wir den Tag wieder mit einem Sonnenuntergang. Dieses Mal über der Loire. Und wir brauchen dafür nicht einmal aufzustehen. Wir sitzen sozusagen in der ersten Reihe.
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  • Day24

    Ouiberon

    August 6, 2018 in France ⋅ ⛅ 28 °C

    Einen Fehlgriff hat man ja meist auf jeder Reise. Wir hatten unseren heute, als wir uns die Halbinsel Quiberon als neues Etappenziel ausgesucht haben.
    Um ganz fair zu sein, der Vorschlag stammte von mir. So oft hatte ich schon von der Schönheit der Halbinsel gehört und gelesen und nun sollte Quiberon die letzte Station am Atlantik sein, bevor wir abdrehen und ins Landesinnere fahren würden. Zu denken gab uns schon die Information, nicht am Wochenende dorthin zu fahren. Es gibt nur eine Straße, die D786, die auf und durch Quiberon führt. Deshalb fahren wir heute, am Montag. Aber schon 23 km vor dem gerouteten Ziel, einem Camping Municipal, steht der Verkehr. Wir scheren aus, überlegen, beratschlagen. Carnac wäre noch eine Alternative. Oder Edeven. Aber dazu müssen wir auch auf der D786 weiterfahren. Dann plötzlich löst sich der Stau auf und wir entscheiden uns weiter zu fahren. Keine gute Idee im Nachhinein.
    Der Verkehr staut sich nach kurzer Zeit wieder und wir fahren im "Stop und Go" bis Quiberon. Satt auf dem dortigen Camping Municipal, wie vorgehabt, bekommen wir einen Platz auf dem "Aire de Camping-Car". Das Bezahlen dort funktioniert ausschließlich mit Kreditkarte.
    Wir wollen nur einen Tag auf der Halbinsel bleiben. Morgen soll es schon Richtung Loire gehen.
    Also heißt es, sofort die Umgebung erkunden. Ich verbinde das mit einer Walkingtour. Landschaftlich ist es wunderschön, allerdings ist es viel zu heiß für diese schattenlose Tour über die Felsen. Aber es gibt noch andere die unterwegs sind und der Hitze trotzen. In Erstaunen versetzt mich eine Familie, die mit Baby, Oma und Opa ihren Picknickplatz tief unten in einer schattigen Felsenspalte aufgeschlagen hat. Wie um alles in der Welt sind die da hinunter gekommen? Überall stehen Warnschilder, die Wanderwege nicht zu verlassen. Aber daran hält sich kaum jemand. Mit Flipflops turnen die Menschen auf den Felsen am Abgrund. Nein. Für soviel Unvernunft hab ich kein Verständnis.
    Ziemlich aufgeweicht komme ich 2 Stunden später zurück. Erst einmal was trinken, duschen und ab in den Schatten zum Ausruhen.
    Schon nach kurzer Zeit regt sich allerdings mein Unternehmungsgeist wieder. Fahrradfahren wäre nicht schlecht. Da kühlt der Fahrtwind. Und schließlich wollen wir ja nicht umsonst im Stau gestanden haben. Jetzt wollen wir auch was sehen.
    Michael ist wenig begeistert, die Räder vom Träger holen zu müssen und auch noch bei der Hitze damit zu fahren. Er fügt sich aber ins Unabwendbare und fährt mit. Es ist wirklich angenehm erfrischend auf dem Rad. Wir steuern den Parkplatz beim Restaurant "Le Vivier" an. Dort stellen wir die Räder ab und klettern auf die vorgelagerten Felsen. Dort ist es erlaubt. Eine Treppe führt hinauf. Eine tolle Sicht und eine kleine frische Brise sind die Belohnung.
    Anschließend geht es mit dem Rad weiter entlang der Cote Sauvage, der wilden Küste, in Richtung Hafen. Vorbei an einem Menir. Vom weiten sehen wir schon das Château Turpault, ein kleines Schloss auf einer Insel am Rand der Küste. Je weiter wir in Richtung Hafen kommen, umso mehr herrscht Verkehr aus Autos, Rädern und Fußgängern. Wir schließen die Räder ab und gehen zu Fuß weiter. So eine volle, rummelige Stadt haben wir in den letzten Wochen nirgendwo zu sehen bekommen. Der weiße Sandstrand ist voller Badegäste und auch das Meer wimmelt von Menschen. Wir lassen uns mit der Menschenmenge treiben.
    Auf der gegenüberliegenden Seite des Hafenbeckens erhebt sich grazil ein weißes Riesenrad.
    Es ist von allem zu viel. Zu viele Menschen, zu viele Autos, zu viele Lokale und Geschäfte und vor allem viel zu viel Hitze. Wir steuern eines der Straßenlokale an der Promenade an. Im Schatten eines Sonnenschirmes mit einem kühlen Getränk beobachten wir die vorbei flanierenden Menschen. Von nasser Badekleidung bis zum eleganten Ausgehdress ist alles dabei. Aber dann wollen wir doch wieder raus aus dem Getümmel. Mit dem Fahrrad geht es auf der Landstraße zurück. Kein Radweg und jetzt am Abend auch viel Verkehr.
    Der Stellplatz ist inzwischen ziemlich voll geworden. In den nächsten 1-2 Stunden rollen die Wohnmobile nacheinander an. Man nutzt jede Ecke. Ein für meine Begriffe ziemlich unverschämter Wohnmobilst fährt ganz eng an das Fahrzeug einer jungen Familie heran und stellt seine Markise unter die Markise seines Nachbarns und seinen Motorroller gleich dazu. Dabei wäre woanders noch Platz gewesen. Das sind die Nachteile, wenn man auf einen Stellplatz fährt. Es gibt selten genaue Einteilungen.
    Am Abend gibt es viel zu beobachten auf dem Platz, wenn neue Wohnmobile kommen.
    Die Sonne allerdings geht und zwar mit einem fulminanten Abgang über dem Meer.
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  • Day23

    Penmarc'h - Marché in Guilvinec

    August 5, 2018 in France ⋅ ⛅ 23 °C

    Herrlich. Einfach nur herrlich. Aufstehen, ein paar Schritte laufen und eintauchen in einen wirklich schönen und gepflegten Pool, der über eine halbe Stunde nur mir gehört. Michael konnte ich leider nicht überreden, mitzukommen. Er meinte, es wäre ihm so früh am Morgen einfach zu nass. Dafür hat er aber schon Kaffee gekocht, Brot geholt und Frühstück gemacht, als ich vom Morgenbad komme. Das Meer wäre übrigens auch da gewesen. Aber mit einer Temperatur von 18 Grad nicht unbedingt eine Alternative.
    Nach dem Frühstück ist eine Radtour geplant. Nachdem auch Google Maps ihm versichert hat, dass er in dieser Gegend nicht mit gewaltigen Höhenmetern rechnen muss, ist Michael dabei. Bei der letzten Radtour waren es 100 m Höhenunterschied auf knapp einem Kilometer. Jedenfalls ist Michael heute durchaus bereit, Rad zu fahren. Obwohl er schon manches Mal die "Rote Paula", unseren Roller, hätte gebrauchen können. Der steht mangels noch nicht vorhandener Transportmöglickeit Zuhause.
    Sogar zum Leuchtturm fahren wir noch einmal. Das Besteigen ist ja schon abgehakt.
    Man merkt, dass heute Sonntag ist. Viele Autos und Radfahrer sind unterwegs
    In St.Piere und am Leuchtturm wimmelt es von Besuchern. Wir fahren weiter nach Penmarc'h. Die gewaltige Kirche haben wir schon bei der Ankunft gesehen. In Penmarc'h ist Sonntagsruhe. Nicht mal ein Hund läuft durch die Straßen der kleinen Stadt. Aber wir. Die riesige Kirche St. Nonna ist einer Lokalheiligen gewidmet und wirkt in dem kleinen Ort fast übermächtig. Nach der Besichtigung kaufen wir Kuchen in einer Bäckerei. Aber sonst gibt es nicht viel zu entdecken und so fahren wir weiter auf dem Radweg durch Wald und Wiesen bis nach Guilvinec. Dort werden wir von einem großen Sonntagsmarkt, der über den ganzen Ort verteilt, ist überrascht. Schnell sind die Räder abgestellt.Dann lassen wir uns mit den anderen Besuchern durch die Straßen und entlang der Stände treiben. Obst und Gemüse, Würste, Schinken, Oliven, Fisch, Muscheln, Wein und Cidre......regionale Produkte zum sofortigen Verzehr und zum Mitnehmen. Eben ein typischer französischer Markt. Ein Marktbesuch stand so wie so noch auf meiner Urlaubswunschliste. Später finden wir uns mit unseren Einkäufen in einem Straßencafe wieder. Ein junger Mann mit Gitarre versucht gegen den Lärm anzuspielen und zu singen. Dann geht er mit seinem Hut herum. Später sehe ich sein Gepäck und seinen Schlafsack an einer Ecke stehen. Er finanziert sich so seine Reise.
    Es ist schon fast Nachmittag als wir zum Wohnmobil zurück kommen. Wir vertreiben die Hitze mit Schwimmen und einem langen Strandspaziergang. Der Strand ist heute extrem voll. So voll habe ich in den letzten Wochen keinen Strand erlebt. Aber die Hitze und das Wochenende haben alle ans Meer gelockt. Die Menschen stehen in kleinen Gruppen einfach bis zum Bauch im Wasser und unterhalten sich. Familien veranstalten ein Picknick am Strand. Sonnenhungrige, den Kopf unter einem Handtuch versteckt, bieten der Sonne den Körper gut eingefettet zum Bräunen an. Es gibt überall etwas zu gucken. Das Meer ist noch lange nicht zur Höchstform aufgelaufen. Das wird erst am Abend der Fall sein, und so ist der Weg zum Wasser weit. Hier in dieser Gegend liegt der Tiedenhub so um die 4 Meter. In anderen Gegenden wie z.B. der Normandie sind es bis zu 17 Metern.
    Am Abend planen wir die nächste Etappe. Wir wollen morgen auf die Halbinsel Quiberon fahren, die sehr schön sein soll.
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  • Day22

    Penmarc'h - Le Phare d' Eckmühl

    August 4, 2018 in France ⋅ ⛅ 27 °C

    Es geht weiter.
    Wieder sind wir einen Tag länger geblieben als ursprünglich geplant Aber dieses kleine Camp ist wie eine Oase am Meer. Ruhig, ohne Hektik und Trubel, einfach nur entspannend und der Platz direkt am Strand, einfach traumhaft. Gestern haben wir uns für die nächsten Tage schon eine Ecke ausgesucht, die wir noch sehen möchten.
    Ca. 50 km weiter südlich zum Leuchtturm "Le Phare d' Eckmühl wollen wir heute fahren. Einen kleinen Camping Municipal haben wir auch schon gefunden. Mal sehen, ob wir einen Platz bekommen. Es ist Hochsaison und Wochenende. Der graue Himmel am Morgen lässt das Wegfahren einfacher machen. Und so geht die Fahrt durch kleine Badeorte wie Plozevét, Pouldreuzig, Ploneour-Lanvern, Pont -l'Abbé nach Penmarc'h. Die Sonne stellt sich wieder ein und alles wird gleich farbenfroher. Überall ist morgendliche Betriebsamkeit zu spüren.
    Kleine Märkte, die lanwirtschaftliche Erzeugnisse der Region verkaufen, haben ihre Stände aufgeschlagen. Und viel Autoverkehr herrscht in den Orten, so dass es mit dem Wohnmobil auf den engen Durchfahrtstraßen hin und wieder zu Rangieren gilt. Einen scheinbar verschlagenen Teilnehmer der Tour de France haben wir 10 Minuten vor uns, ohne ihn überholen zu können. Wieso fällt mir dazu gerade der Satz ein : " In der Ruhe liegt die Kraft?" Wahrscheinlich, weil etliche Autofahrer nach uns auch noch viel Geduld benötigen, um an diesem verhinderten Radrennfahrer vorbei zu kommen.
    Am Camping Municipal Toul Ar Ster in Penmarc'h angekommen, erleben wir eine böse Überraschung. "Complete!" Der Platz ist voll. Entschuldigend zuckt die Dame an der Rezeption die Schulter: " Le Soleil". Die Sonne. Das schöne Wetter. Aber wir wären nicht wir, wenn wir nicht noch eine Alternative hätten. In diesem Fall sogar zwei. Die nächste liegt keine 500 m weiter und heißt " Le Grand bleu". Auch hier ein sehr netter Empfang. Was ein paar Worte in französisch doch ausmachen. Danach ist man willig auch in englisch weiter zu reden und manchmal sind da sogar noch ein paar Brocken Deutsch zu reanimieren. Hier hat man einen Platz für uns, für 2 oder 3 Tage und der ist gar nicht schlecht. Und, was uns vorher gar nicht so bewusst war, hier gibt es sogar einen Pool.
    Der ist nicht nur super, sondern den haben wir kurze Zeit später ganz für uns allein. Ist ja klar. Bei dem Wetter sind alle am Strand.
    Wir sind rundherum zufrieden und genießen erst einmal Sonne, Strand und Meer.
    Danach steht aber der Leuchtturm an.
    Michael, der weder Höhen beim Radfahren noch bei Türmen mag, bleibt beim Wohnmobil, während ich mit dem Rad die knapp 4 km zum Leuchtturm fahre. Eine schöne Fahrt. Immer am Meer entlang. Ich komme auch an einem Stellplatz für Wohnmobile vorbei. Hier stehen die Fahrzeuge ziemlich eng und Wasser, Strom und Entsorgung gibt es auch nicht. Das wäre bei der Hitze, wir haben fast 30 Grad hier direkt am Meer, nicht so mein Ding. Dafür kostet die Übernachtung auch nur 5 Euro.
    An der Mole von St.Pierre liegen einige Schiffe. Allerdings auf dem Trockenen.
    Die Flut kommt erst gegen Abend wieder. Eine Handvoll Lokale und Restaurants fallen durch ihre farbigen Markisen und Schirme auf und sind bereits gut besucht. Am Leuchtturm parke ich mein Rad. Hier hat sich auf dem Parkplatz eine kleine Armada von Wohnmobilen einen Platz für die Nacht gesucht. Nicht ganz legal. Aber scheinbar stört es Niemanden.
    Am Eingang vor dem Leuchtturm steht eine Schlange Besucher, die auf den Turm wollen. Klar, Samstag Nachmittag in der Hauptreisezeit. Es dürfen immer nur 40 Menschen auf den Turm. Für jeden der heraus kommt darf einer hinaufgehen. Nach 10 Minuten bin ich an der Reihe. Der Leuchtturm aus dem Jahr 1897 ist 65 m hoch. 307 Stufen sind bis zur Aussichtplattform zu gehen. Spiralförmig windet sich die Treppe mit dem schweren Bronzegeländer nach oben. In der Mitte blickt man je nach Standort tief nach unten oder steil nach oben. Es bieten sich dabei außergewöhnliche Anblicke auf die Treppenwindungen. Oben weht der Wind kräftig und man hat einen phantastischen Ausblick auf das Meer, die Küste und das Hinterland. Das ist doch schon mal ein Tages- Highlight.
    Gemütlich fahre ich danach wieder zurück durch den warmen Sommertag am Meer. Der Kaffee wartet und ein Bad im Meer, wenn es denn da ist. Zur Not tut's auch der Pool zum Erfrischen. Und der Sonnenuntergang am Abend, der ist schon fast obligatorisch.
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  • Day21

    Plouhinec- Audierne

    August 3, 2018 in France ⋅ ⛅ 24 °C

    Der Tag beginnt wieder sehr warm und wir freuen uns über dem kühlen Wind vom Meer. Ich möchte nach Audierne. Kurz überlege ich, ob ich den Wanderweg an der Küste nehme, aber Hin-und Rückweg plus Stadtbesichtigung ist bei der Hitze zu viel des Guten. Ich frage Michael, ob er Lust hat mich auf dem Rad zu begleiten. Aber er sieht nur die Höhenmeter vom Meer bis zur Landstraße Davon hat er noch von gestern genug. Ich aber versuche mich an dem ausgeschilderten Radweg zu orientieren.und siehe da, auf asphaltierten, kleinen Straßen geht es immer am Meer entlang. In kürzester Zeit bin ich in Audierne und kann dabei noch wunderschöne Ansichten fotografieren. Im Gegensatz zu unserer Ankunft ist Flut und der Fluss Goyen, der hier in den Atlantik mündet sowie der Hafen führen Wasser. Die vielen Blautöne geben dem Ort noch einen besonderen Reiz, als ich ihn von der Anhöhe bei einer kleinen Kirche, an der ich Rast gemacht habe, betrachte. Auf dem Radweg geht es rund um die kleine Bucht in die Stadt hinein. Der Stellplatz am Fluss Goyen, der gestern voll war, hätte heute einen Platz für uns. Aber mir gefällt es im Kinsiny- Plage -Camp viel, viel besser, denn hier parken auch Autos zwischen den Mobilen und bei dem warmen Wetter ist es schwierig und nicht gerade schön, sich draußen hinzusetzen. Die Glücklichen, die direkt an der Promenade parken, haben ihren Stuhl unter die Bäume der Promenade gestellt, den anderen bleibt nur der geschotterte Parkplatz. Im Hafen stelle ich mein Rad ab und streife durch die Straßen des Ortes. Es ist Betrieb. Im Hafen liegen Jachten und die Besitzer sitzen in den Cafes und Restaurants. Hier im Hafen kann man auch Boote chartern, um die Küste und die" Ile de Sein" zu entdecken. Die Fischhallen haben gerade geschlossen. Sie sind nur morgens und dann erst wieder ab 18.00 Uhr geöffnet. Hier kann man nicht nur fangfrischen Fisch, Meeresfrüchte und Schalentiere kaufen, sondern es soll hier auch die besten, zubereiteten Langusten geben. Es ist spannend die Speisekarten der Restaurants zu lesen. Allerdings haben die Menüs auch ihren Preis. Audierne ist eine Fischerstadt im Finestere. Den Namen haben die Römer diesem Landstrich gegeben, "Finis Terras", übersetzt heißt es: "Das Ende der Welt".
    Ich aber fahre ganz entspannt wieder zurück zum Wohnmobil. Dort wartet schon Kaffee und diese leckeren Rosinenschnecken auf mich und am Abend ein schöner Sonnenuntergang.
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  • Day21

    Pluhinec- Kersiny Plage II

    August 3, 2018 in France ⋅ ☁️ 19 °C

    Es ist heiß. Viel wärmer als in den vergangenen Tagen und es geht kaum Wind. Das Thermometer zeigt 27 Grad. Keiner von uns beiden hat Lust, sich vom schattigen Platz weg zu bewegen. Wozu auch. Das Meer ist da. Wir müssen nur draufschauen. Und so vertreiben wir uns den Vormittag mit kleineren Aufräum,- Putz- und Flickarbeiten. Am Mittag kommt wieder Wind und weht Unternehmungslust vom Meer zu uns herüber. Nicht, dass wir uns in unserer Komfortecke hier total einrichten. Aktion ist angesagt. Und zwar in Form einer Radtour. Kenner der Gegend werden ob des Höhenunterschiedes und Michaels Begeisterung fürs Bergauffahren zwar mit dem Kopf schütteln, aber es gibt nichts, was man nicht mal versuchen sollte. Die Idee ist, einfach unten am Meer zu bleiben. Funktioniert prima....auf dem ersten Kilometer. Dann aber hat die Landschaft dem Ganzen ein Ende gesetzt. Es sei denn, wir wollten den schmalen Wanderpfad zu Gleichgewichtsübungen auf dem Rad nutzen. Es hilft nichts, wir müssen steil bergauf fahren. Als kleine Wiedergutmachung finden wir auf halber Höhe ein Radwegsymbol, das in Richtung Pointe de Souc'h weist. Nun geht es zwar relativ eben aber auf dem holprigen Untergrund eines Waldweges weiter. Dafür beschert uns der Weg traumhafte Aussichten aufs Meer und den darunterliegenden Strand.
    An einer Wegkreuzung teilt sich der Weg. Der Radweg führt nach oben, der andere Weg nach unten. Michael favorisiert, na klar, den Weg in Richtung Strand. Prompt landen wir auf dem Sentier Littoral, dem Küstenwanderweg, auf dem Radfahren verboten ist. Aus dem plausiblen und einsichtigen Grund, weil es einfach nicht geht. Mehr schiebend als fahrend erreichen wir den Parkplatz am Strand. Für die Weiterfahrt bestehe ich jetzt auf asphaltierter Straße. Angesichts der nächsten Steigungen bis zum Aussichtspunkt Pointe du Souc'h, genießen wir dann aber lieber die Aussichten von der Landstraße bei der Rückfahrt. Auch wenn uns hin und wieder ein Auto überholt. Es ist einfach herrlich sich den Wind um die Nase wehen zu lassen, während die Räder leise vor sich hinschnurren, von leichten Ansteigungen mal abgesehen, denn wir sind inzwischen auf dem höchsten Punkt der Landzunge.
    Von Google Maps lassen wir uns zum nächsten Supermarkt leiten, denn wir brauchen wieder ein Baquette. Und ein Eis wäre nach der Wald- und Wiesentour durch die Botanik auch nicht schlecht. Das mit dem Baqette ist schnell erledigt, doch mit dem Eis gibt es Probleme. Wir brauchen nur zwei, aber in den Gefrierschränken gibt es das Eis nur ab einem halben Dutzend aufwärts verpackt. Mindesten10 Minuten durchforsten wir das umfangreihe Eisangebot. Schließlich nehmen wir eine Sechser- Packung in der Hoffnung, den Rest ungeschmolzen mit zum Womokühlschrank transportiert zu bekommen. Damit sieht aber bereits an der Kasse eher schlecht aus. Mindestens 10 Minuten beobachten wir ein deutsches Touristenpaar bei ihrer Aktion an der Kasse, bevor wir uns eine andere Kasse suchen. Zunächst hat er etwas vergessen und läuft der fassungslos hinter ihn herblickenden und uns entschuldigend ansehenden Kassiererin davon. Irgend wann kommt er angerannt mit Telefonkarten, über deren Funktionsweise er sich bei der Kassiererin erkundigt, so gut es seine mangelnden Sprachkenntnisse zulassen. Endlich, und wir atmen schon auf, zückt er sein Portemonnaie. Inzwischen ist seine Ehefrau auch erschienen und legt noch ein paar Artikel aufs Band, die einen erneuten Kasseneinsatz erfordern. Da, er holt seine Kreditkarte. Jetzt aber... Als seine Kreditkarte vom Lesegerät wegen falscher Pinnumner nicht angenommen wird, nehmen wir wortlos unser schon etwas weiches Eis und legen es auf das Nachbarband. Beim Verlassen des Supermarktes bekommen wir noch gerade mit, wie er mir seiner Bank telefoniert, während sie ganz aufgeregt einen Stapel Quittungen durchsucht.
    Sachen gibt's. Fremdschämen ist angesagt.....Und endlich Eis essen und zwar gleich zwei, bevor sich der Rest verdünnisiert.
    Bei der Rückfahrt zum Camping, merken wir erst wie steil die Straße bergab führt. Bergauf ...ist klar....werden wir die niemals fahren.
    An Abend gibt es wieder einen tollen Sonnenuntergang und ein nettes Gespräch mit unseren niederländischen Nachbarn, einer jungen Familie mit zwei Kindern, die auch schon seit 3 Wochen in der Bretagne unterwegs sind. So wie wir mit dem Wohnmobil reisen, machen sie es mit einem Zelt. Hut ab davor, alle 3 Tage das Zelt mit allem drum und dran neu aufzubauen.
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