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  • Day9

    Heute morgen wollen wir zum Markt nach Iseo. Das haben wir uns vorgenommen. Mir dem Rad. Schließlich wollen wir nicht nur gucken, sondern auch etwas von den angebotenen Köstlichkeiten der Region kaufen. Während Michael die Räder "Start klar" macht, gehe ich kurz das Frühstücksgeschirr spülen. Könnte ich eigentlich auch im Wohnmobil, aber an den Campingplatzspülen erfährt man immer allerhand und bekommt so manchen Tipp, wenn man nicht mundfaul ist. So komme ich beim Abtrocknen auch mit einem Pärchen aus Süddeutschland ins Gespräch (für die ist das hier ein Heimspiel - kurz mal über den Brenner). Natürlich werde ich auch gleich mit Tipps versorgt, z. B. mit dem Rad nach Marone zu fahren und dann eine der ausgeschilderten Wanderungen zu machen, in eines der schönen Bergdörfer.Tolle Aussicht auf den See inbegriffen. So nebenbei erzähle ich von unserem Vorhaben den Markt zu besuchen. Erstaunt schauen mich beide an. "Aber der Markt war doch schon gestern," bekomme ich zu hören." Immer am Dienstag und Freitag." Und ich habe gedacht, mittwochs und samstags. Meine Italienisch Kenntnisse müssen wohl in Punkto Wochentage noch etwas verbessert werden. Mit dieser Nachricht komme ich zum Wohnmobil zurück und enttäuscht davon sind nicht nur wir, sondern auch unsere neuen Nachbarn, denen ich vom Markt erzählt hatte. Aber sind die Räder schon mal vorgefahren, fahren wir auch damit. Wir tauschen einfach die Programmpunkte, die wir uns für die Gegend überlegt haben. Statt zum Markt, geht's nun mit den Rädern nach Sulzano. Wie bestellt, wartet bereits dort das Linienboot zur Monte Isola. Quasi auf dem letzten Drücker holen wir die Fahrkarten und sind mit unseren Rädern die letzten Fahrgäste, die aufs Schiff gehen, bevor es ablegt.10, 20 € kostet die Fahrt hin und wieder zurück inklusive Fahrrad pro Person.
    Die tolle Aussicht auf der Fahrt muss ich unbedingt fotografieren. Doch, oh Schreck! Der Handyakku ist leer. Ich habe ihn wohl nicht richtig angeschlossen gehabt. Und das bei einem der Highlights unserer Tour. Dann muss Michael heute mal den Fotografen spielen. Die Fahrt dauert nicht lange. Kurze Zeit später legen wir in Peschiera Maraglio auf der Monte Isola an. Die Insel hat einen Umfang von 9 km und ragt mehr als 400 m aus dem See heraus. Auf der Insel gibt es nur eine Buslinie. Die Bewohner dürfen nur Motorroller oder Mopeds fahren. Autos gibt es nur für Ausnahmefälle. Alle Touristen müssen die Insel unmotorisiert besuchen. So brauchen wir unseren Weg auf der knapp 10 km Radtour um die Insel nur mit Spaziergängern und hin und wieder mit einem Zweirad teilen. Der Weg führt zunächst am See entlang und die kleine Insel Isola di San Pedro taucht im See auf. Diese Insel war auch bei den "Floating Peers" von Christo mit der Monte Isola verbunden und die Besucher konnten zu ihr auf gelben Stegen über das Wasser gehen. Für uns aber geht es jetzt vom See fort und hoch auf den Berg. Dabei hatte ich Michael versprochen, dass es bei der Radtour nur um die Insel herum geht.
    Wir erreichen Sensole und freuen uns über den tollen Ausblick über den See. Weiter geht es bergauf nach Sensano und Menzino. Überall stehen Olivenbäume und die Einwohner sind heute am Samstag dabei, die Oliven zu ernten. Sie haben riesige Netze gespannt und mit verschiedenen Geräten werden die Oliven vom Baum geschüttelt und gekämmt. Eine ziemlich mühselige Arbeit bis so ein Olivenbaum abgeerntet ist, der ca. so 50 bis 70 kg Früchte trägt. Übrigens für einen Liter Olivenöl braucht man 5 bis 10 kg der ölhaltigen Frucht. Wenn es hier soviel Olivenbäume gibt, muss es doch sicher auch leckeres Öl geben, denke ich mir. Wir fahren weiter nach Seviano und schauen von oben auf das Festland und Macone. Dannach geht es bergab und wir fahren über Paradiso und Carzone wieder nach Peschiera Maraglio, dem Ausgangsort unser Fahrt, wo wir die Räder abstellen und die schmalen Gassen der Altstadt durchforsten. Dann geht es steil die Treppen hinauf. Unser Ziel ist die kleine Trattoria "Al Campel" auf halber Strecke zum Kloster, von der man einen wunderschönen Blick auf den See haben und wo es gutes Essen geben soll. Wir haben Glück: obwohl Mittagszeit und Wochenende, bekommen wir einen Tisch. Es ist halt Nachsaison. In der Hauptsaison ist auf der Insel sicher wesentlich mehr Betrieb. Wir teilen uns eine Antipastiplatte, auf der alle Spezialitäten der Gegend vertreten sind: von frittierten kleinen Fischen über warmen Lachs, geäucherten Lachs, Salami ,Oliven, Mozzarella, Tomaten usw. und ich bekomme hier auch das Olivenö,l nach dem ich schon Ausschau gehalten habe.
    Es ist wunderschön hier oben in der warmen Herbstsonne zu sitzen, auf den See zu schauen und das leckere, landestypische Essen zu genießen.
    Es ist schon Nachmittag als wir zur Anlegestelle zurückkehren, mit dem Linienboot wieder nach Sulzano übersetzen und von dort die 6 km bis zum Camping Covelo zurückradeln, um in der Nachmittagssonne am Mobil zu entspannen.
    Am Spätnachmittag fahren wir noch ein wenig Roller auf der Seestraße, bummeln durch Iseo, das am Samstag Nachmittag richtig belebt ist.
    Dort hören wir einem Straßenmusikanten zu, der stimmungsvoll den Sonnenuntergang besingt. Gänsehautfeeling. Es ist schon fast dunkel, als wir zurück zum Wohnmobil sind und noch ein Stündchen die Lichter vom gegenüberliegenden Ufer betrachten.

    Runde um Monte Isola Loop from Via dei Porti
    https://www.komoot.de/tour/t50094132?ref=atd
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