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  • Day1

    Auftakt: Wipfeld am Main

    October 12 in Germany ⋅ ☀️ 11 °C

    Das Wetter hat in den letzten Tagen den Ausschlag gegeben. Es geht in den Süden, aber nicht ganz soweit wie im letzten Herbst. Wir bleiben vor den Alpen. Bayern, bzw. die bayerischen Seen hinter München sind diesem Herbst das Ziel unserer Wahl. So werden wir in den nächsten 14 Tagen "weiß-blaue Geschichten" über unsere Erlebnisse, Begegnungen und Standorte schreiben.
    Bayern ist ein ziemlich weißer Fleck auf unserer Reisekarte. Für ein Wochenende ist es einfach zu weit, und wenn wir mehr Zeit zur Verfügung gehabt haben, sind wir auch gern weiter über die Grenze ins "Ausland" gefahren. Wobei....dem gemeinen Ostwestfalen und zu dieser Gattung gehören wir, kommen die Bayern mit ihrer Sprache und ihren Traditionen häufig auch recht ausländisch vor. Und die Bayern selbst sähen sich auch gern vom restlichen Germany abgegrenzt und eigenständig, was sie uns ja mit ihrer Bezeichnung "Freistaat Bayern" nur zu gern deutlich machen.
    Uns diente Bayern höchstens mal als Zwischenstopp bei Fahrten mit dem Wohnmobil nach Italien oder Kroatien.
    Allerdings.....
    gaaaanz früher, in den Zeiten, wo Wohnmobil und Urlaub eher im Bereich des Wunschdenkens angesiedelt waren, haben wir Bayern, und hier in erster Linie München, schon als Homesitter bei Schwager und Schwägerin kennengelernt. Aber da standen nicht unbedingt genussvolles Erleben von Landschaft und Natur im Fokus unseres Interesses, sondern mehr die angesagten Lokale, Party machen und Shopping in Schwabing. Die Zeiten ändern sich. Nun,über vier Jahrzente später wollen wir Bayern mit anderen, inzwischen mit Brille bestückten Augen betrachten und erkunden .
    So sind wir heute am Samstag gegen neun Uhr gestartet und hoffen, dass der meiste Urlaubsverkehr bereits gestern Nachmittag schon die Autobahnen verstopft hat und die Straßen für uns heute morgen frei sind.
    Nach dem gestrigen grauen Regentag zeigt sich der Oktober bei unserem Start sehr lobenswert und urlaubstauglich von seiner goldenen Seite.
    Mit dabei ist wieder die "Rote Paula", die sich ihren Platz im Hänger mit den beiden E-Bikes teilen muss. Mathilde, unser Navi, leistet mit ihrer Ansage: "Es liegen keine Verkehrsbeeinträchtigungen auf der gewählten Strecke vor." , zu dem einen positiven Beitrag zum relaxten Fahren. So geht es ganz Sonnen beschienen über die A2 auf die A33 und weiter Richtung Kassel zur A7.
    Wir wollen heute nicht gleich bis hinter München fahren, sondern gedenken im Frankenland, in Wipfeld am Main einen Zwischenstopp zu machen. Etwas gespannt sind wir natürlich, ob wir so ohne Weiteres dort am Samstagnachmittag in der Ferienzeit und bei schönstem Herbstwetter mit unserer Entourage vor Anker gehen können.
    Während sich Wetter und Landschaft vor Kassel immer mehr zu einem Bilderbuch vereinen, nimmt der Verkehr stetig zu.
    Auch reichlich Camping-Fahrzeuge sind wie wir auf der Nord-Südachse unterwegs. Seit der Wohnmobilhype ausgebrochen ist, kann man ja nicht mehr so ganz unbedarft auf Reisen gehen, muss alternativ denken und gegen den Strom schwimmen, damit die Stellplatzsuche nicht zur täglichen Adrenalindosis wird.
    Ich mag den Herbst. Er ist so bunt und vielfältig und malt immer wieder neue Bilder in die Landschaft. Selbst das Fahren über die Autobahn beschert uns regelrechte Farbexplosionen am Straßenrand. Das Licht der Sonne ist nicht mehr so grell, sondern taucht alles in milde Wärme.
    Kurz vor Schlitz/ Niederaula machen wir eine Pause. Es ist so warm geworden, dass Michael ein kurzärmeliges T-Shirt braucht und ich mich meiner Jacke entledige. Wir haben Glück. Der Parkplatz ist zwar ziemlich voll, aber es sind noch LKW Plätze frei, die wir auf Grund unserer Länge zum Parken benötigen . Das nachfolgende Auto mit Wohnwagen hat weniger Glück und muss weiter fahren. Die "Kasseler Berge "haben es in sich. Teilweise bis zu 7% Steigung/bzw. Gefälle muss das Wohnmobil bewältigen. Gegen 13 Uhr verlassen wir die A7, um auf der Landstraße nach Wipfeld zu fahren. Der Stellplatz in Garsdorf, den wir von der Straße aus sehen können, ist schon ziemlich voll. Am Festplatz in Wipfeld angekommen, finden wie einen super schönen Platz direkt am Main, der letzte in der ersten Reihe. Wie brauchen nicht einmal abzukoppeln. Die 5 Euro Standgebühr bezahle ich kurze Zeit später beim Fährmann an der Mainfähre, die in unmittelbarer Nähe an- und ablegt. Schnell die Stühle vor das Mobil in die Sonne gestellt und unser erster Urlaubstag kann starten bzw. so angenehm weiter gehen. Am späten Nachmittag machen wir einen Spaziergang durch den an diesem Samstag wie ausgestorben wirkenden Ort. Ein nettes Dorf, das mit den Orten an der Mosel durchaus mithalten kann. Eine wunderbare Aussicht hat man von der Kirche auf dem Johannisberg. Leider sind Wolken aufgezogen und so wirkt die schöne Gegend trotz der sommerlichen Temperaturen etwas dunkel. Morgen soll die Sonne den ganzen Tag scheinen und da werde ich noch einmal die schönen Ecken aufsuchen. Morgen werden wir hier noch bleiben. Als wir am Abend vom Essen aus dem gemütlichen "Anker" mit seinem regionalen Essensangebot kommen, regnet es. Die Winzerplatte und der Salat mit hausgemachten Bratwürstel waren reichlich und mal erwas Anderes auf der gewohnten häuslichen Speisekarte.
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