• Erste Safari in nicht sehr wildem Busch

    Mar 31–Apr 2, 2025 in South Africa ⋅ ☀️ 28 °C

    Wir schlagen unser Lager in Colchester auf, einem kleinen Ort, der vor allem für seine endlosen weissen Wanderdünen bekannt ist, die sich kilometerweit an der Küste entlangziehen wie ein riesiger Sandteppich aus einer anderen Welt.

    Unser Camp liegt direkt an der Lagune, mit freiem Blick auf die majestätischen Dünen. Kein Mensch weit und breit. Nur wir, das Wasser und die wechselnden Stimmungen des Lichts. Ein kleines Paradies, zumindest für den Moment.

    Unsere Pläne auf dieser Reise sind gross. Wir wissen, dass auf unserem Weg gegen Norden zahlreiche spektakuläre Nationalparks und tierreiches Buschland auf uns warten. Doch gleich hier ums Eck liegt einer der bekannteren Parks Südafrikas: der Addo Elephant Park. Im Vergleich zu den weitläufigen, wilden Weiten Namibias oder Botswanas wirkt er zwar fast wie ein Zoo mit Asphaltzufahrt, aber wir geben ihm trotzdem eine Chance.

    Kurzer Exkurs zur Geschichte: Einst wollte man in der Region die Elefanten am liebsten ganz loswerden. Sie galten als Plage, weil sie Felder zerstörten. Ein übermotivierter Grosswildjäger nahm den Auftrag ein bisschen zu wörtlich und schoss kurzerhand 130 Elefanten über den Haufen. Der Schuss ging allerdings im übertragenen Sinne nach hinten los, denn der öffentliche Aufschrei war gross genug, dass man 1930 kurzerhand den Addo Elephant Park gründete. Damals startete er mit 11 Elefanten. Heute leben dort über 600 Dickhäuter. Und mit 1640 Quadratkilometern Fläche ist der Park inzwischen alles andere als klein. Er bietet nicht nur die berühmten Big Five (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard), sondern, wie die Parkbetreiber einigermassen stolz verkünden, sogar die Big Seven, denn seit 2019 gehört auch ein Meeresschutzgebiet zur Parkzone, in dem Wale und Weisse Haie zuhause sind.

    Wir brechen früh morgens auf, um die kühleren Stunden zu nutzen. In der Hoffnung, dass sich das Wild genau dann in fotogener Pose präsentiert. Doch offenbar haben die Tiere unseren Zeitplan nicht auf dem Schirm. Die Bilanz des Vormittags: ein einziger Elefant. Immerhin, laut Parkbeschreibung muss man wirklich Pech haben, um keine Elefanten zu sehen. Offenbar wollten wir es genau wissen. Aber gut, es hat auch kräftig geregnet. Und bei voller Wasserbar im Busch, wer würde da noch freiwillig rauskommen?

    Nach einer ausgedehnten Pause samt kulinarischer Stärkung dreht sich das Blatt dann doch noch zu unseren Gunsten. Die Tiere tauchen plötzlich auf wie bestellt. Elefanten in allen Grössen, Büffel, Zebras, Kudus, Impalas, Springböcke und immer wieder speeden Pumbas quer durchs die Gegend. Es ist fast, als hätte der Park auf „Zuruf“ geschaltet.

    Ein wunderbarer Tag im Busch, der uns schon jetzt Lust auf die ganz grosse Wildniss im Norden macht…
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