• Wild Coast - definitiv „not for Sissies“

    Apr 3–7, 2025 in South Africa ⋅ ⛅ 23 °C

    Wir machen uns auf den Weg zur Wild Coast. Unser Ziel ist die kleine Fähre am Kei River. Weil wir nicht sicher sind, ob sie überhaupt fährt, legen wir einen Zwischenstopp in Morgan Bay ein, um von dort einen ersten Blick auf die Anlegestelle in Kei Mouth zu werfen. Noch ahnen wir nicht, dass wir vier Tage später immer noch hier sein werden.

    Erst einmal geniessen wir die Fahrt. Hügel um Hügel, Täler, verstreute Siedlungen mit bunten Rondavels, dazwischen Ziegen, Kühe und Schweine auf der Strasse. Ein buntes, lebendiges Bild. Das Wetter ist traumhaft, die Vorfreude gross.

    Die Wild Coast ist genau wie in unserer Vorstellung. Wilde Brandung, schroffe Klippen, endlose, scheinbar unberührte Strände. Doch so wild wie das Meer, zeigt sich bald auch das Wetter.

    In der zweiten Nacht, wir liegen schon im Dachzelt, zieht plötzlich starker Wind auf. Innerhalb von Minuten wird daraus ein Orkan, begleitet von sintflutartigem Regen. Wir halten das Zelt von innen fest, versuchen das Gestänge zu stützen und hoffen, dass das Zelt nicht zusammen klappt. Minuten fühlen sich an wie eine Ewigkeit, eine Stunde vergeht. Draussen tobt das Chaos und wir wagen es nicht, das Zelt zu öffnen.

    Nach zwei Stunden lässt der Sturm nach. Wir klettern hinaus, packen in Windeseile das klatschnasse Zelt zusammen und ziehen in unsere Notunterkunft im Landy um. Erst jetzt sehen wir das Ausmass. Der Camp ist verwüstet, Zelte zerfetzt, Trailer umgestürzt. Bei unseren Nachbarn, die ins nahe Hotel geflüchtet sind, steht nur noch der Kühlschrank unversehrt.

    Rückblickend war unser Entschluss goldrichtig. In der Nacht folgt noch eine zweite Gewitterzelle. Wir sind zwar pflotschnass, aber einigermassen trocken genug und sicher in unserem Blechhäuschen.
    Read more