• Durch Minenland im Northern Cape

    May 10, 2025 in South Africa

    Der Bergbau ist in Südafrika mehr als nur ein Wirtschaftszweig – er ist tief verwurzelt in der Geschichte, der Identität und dem Alltag des Landes. Seit über 150 Jahren werden hier wertvolle Rohstoffe abgebaut: Gold, Platin, Diamanten, Mangan und Eisenerz prägen nicht nur die Industrie, sondern ganze Landstriche. Johannesburg selbst verdankt seine Entstehung dem Goldrausch Ende des 19. Jahrhunderts – eine Stadt, die buchstäblich auf Gold gebaut wurde.

    Auf unserem Weg von Johannesburg Richtung Südgrenze von Namibia, durchqueren wir den sogenannten „Mineral Belt“, eine der rohstoffreichsten Regionen Südafrikas. Vor allem Mangan und Eisenerz werden hier in gigantischen Mengen gefördert. Die N14 ist auf langen Abschnitten geprägt vom Bergbau: endlose Lastwagenkolonnen, riesige offene Minen am Straßenrand, Staub. Der industrielle Pulsschlag ist unübersehbar.

    Der Bergbau hinterlässt Spuren – nicht nur in der Landschaft, sondern auch im Leben der Menschen. Über Generationen hinweg wurde der Alltag vom Rohstoffabbau bestimmt. Entlang der Strecke reiht sich ein Minenstädtchen ans nächste. Ohne Glanz. Meist ein grosses Township inklusive. Manchmal aber auch endlose Einfamilien Häuschen. Die Landschaft wirkt unwirklich – von Menschenhand in gigantischem Ausmaß umgegraben, durchzogen von Maschinen, die wie Spielzeug aus einer anderen Welt wirken. Die Rohstoffe verschwinden in Richtung Hafen. Es scheint als blieben nur die Löcher zurück. Wenn eine Miene ausgebeutet ist, zieht der Tross zur nächsten.

    Von der Strasse aus sehen wir meist nur Zäune, Tore, hohe Wälle – der direkte Blick auf die Minen bleibt oft verwehrt. Deshalb sind die Bilder aus dem großen, weiten Netz.

    Nach einem langen Fahrtag mit dem leise schnurrenden Landy, erreichen wir schließlich Red Sands – eine kleine Oase inmitten der trockenen Weite, gleich außerhalb von Kuruman. Endlich schlafen wir wieder in unserem eigenen Zuhause.
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