• Namibia here we are

    May 12, 2025 in Namibia ⋅ ☀️ 27 °C

    Mittlerweile haben wir Südafrika hinter uns gelassen und sind in unserem nächsten Land des südlichen Afrikas angekommen: Namibia 🇳🇦.
    Wir freuen uns auf atemberaubende Landschaften, faszinierende Tierwelt und herzliche Begegnungen mit den Menschen, die dieses Land prägen.

    Namibia begeistert nicht nur mit seiner unendlichen Weite, sondern auch mit beeindruckenden Zahlen: Es ist doppelt so groß wie Deutschland, doch mit nur rund 2,7 Millionen Einwohnern ist es eines der am dünnsten besiedelten Länder der Welt. Im Schnitt leben hier gerade einmal drei Menschen pro Quadratkilometer – dafür deutlich mehr Antilopen.

    Das Straßennetz umfasst stolze 49.000 km, von denen jedoch nur ca 7.000 km asphaltiert sind. Es wird holprig, staubig – und einfach wunderbar. Denn Dirt Roads & Namibia ist wie Gin & Tonic oder Afrika & Sonnenuntergang. Es wird hart für men and machine…

    Unser erster Stopp nach einem erstaunlich unkomplizierten Grenzübertritt ist Aussenkehr – ein Ort mitten im Nirgendwo. Umgeben von Felsen, Hitze und einer gewaltigen Portion Staub erwarten wir... nun ja, nicht viel. Doch dann: ein grünes Wunder! Direkt am Ufer des Orange River breitet sich eine riesige Plantage aus. Über 2.500 Hektar Tafeltrauben wachsen hier – mitten in der Wüste.

    Diese Trauben landen übrigens in den europäischen Supermärkten, oft mitten im Winter. Dank des heißen Klimas beginnt die Ernte in Aussenkehr rund vier Wochen früher als in anderen Teilen des südlichen Afrikas – ein entscheidender Vorteil und das Erfolgsgeheimnis dieses Orts.

    In der Hochsaison arbeiten hier bis zu 18.000 Menschen. Viele kommen aus dem Norden Namibias, aus strukturschwachen Regionen – manche auch aus Südafrika. Viele leben während der Erntesaison direkt vor Ort, in einfachen Hütten aus Schilf, meist ohne Strom und fließendes Wasser. Und doch tragen sie Hoffnung in sich – auf ein besseres Leben, auf neue Perspektiven, auf einen sicheren Job inmitten der Wüste.

    Jetzt, in der Nebensaison, ist es ruhig. Die Erntezeit steht noch bevor – in ein paar Wochen beginnt das "Auseinzeln", das behutsame Freistellen der Fruchtstände.

    Aussenkehr ist ein Ort der Gegensätze: roter Staub trifft auf grüne Reben, harte Arbeit auf stille Träume.

    Wir gönnen uns ein paar Tage zum Ankommen, zum Durchatmen – und um all die Eindrücke des Northern Cape zu verarbeiten. Unser Platz direkt am Orange River könnte dafür nicht schöner sein. Ein kleines Paradies zwischen Hitze, Wasser und Wind.
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