• Wenn es Krieg gibt…

    May 25, 2025 in Namibia ⋅ ☀️ 30 °C

    …gehen wir in die Wüste.

    Ist der Titel eins Buches, das mich schon vor einiger Zeit tief berührt hat. Es ist der autobiografische Bericht des deutschen Geologen Henno Martin, der während des Zweiten Weltkriegs mit seinem Kollegen Hermann Korn in die Namib-Wüste flieht, um der drohenden Internierung durch die südafrikanische Mandatsverwaltung zu entkommen. Über zwei Jahre leben die beiden Männer in völliger Abgeschiedenheit, in einer Höhle tief im Kuiseb-Canyon. Sie kämpfen ums Überleben, leben im Rhythmus der Natur und denken nach – über Freiheit, Zivilisation und das, was ein erfülltes Leben wirklich ausmacht. Ihr Unterschlupf wird zu einem Symbol für Unabhängigkeit, Mut und innere Klarheit.

    Dieser Ort stand seit Langem auf unserer POI-Karte. Und jetzt stehen wir tatsächlich hier.

    Der Shelter ist noch immer erhalten. Die Geschichten, die ich einst in stillen Lesestunden verschlungen habe, werden plötzlich greifbar. Der Blick in die raue Landschaft, der steinige Boden, die Hitze und Trockenheit. All das lässt uns erahnen, wie herausfordernd das Leben hier gewesen sein muss. Es ist ein stiller, kraftvoller Ort. Einer, der nachwirkt.

    Gerade in einer Zeit, in der Unsicherheit, Krieg und Krisen auch in Europa wieder näher rücken, berührt dieser Platz auf besondere Weise. Er erinnert uns daran, wie wertvoll Freiheit ist und wie viel Stärke in Stille, Reduktion und Freundschaft liegen kann.
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