• Kein Bad in Swakopmund

    May 26–30, 2025 in Namibia ⋅ ☀️ 18 °C

    Über einen Schlenker nach Walfishbay landen wir in Swakopmund. Der Ort wird liebevoll „südlichster Badestrand Deutschlands“ genannt, und ist ein charmantes Küstenstädtchen zwischen Wüste und Atlantik. Deutsche Kolonialarchitektur trifft hier auf afrikanische Lebensfreude, Palmen säumen die Strassen und wir haben manchmal richtig Glück und der Nebel liegt nur in der Nacht über der Stadt. Dann ist das Zelt jedoch komplett durchnässt, Decken nass, alles klebt und ist salzig, feucht.

    Wir landen hier, weil wir im ersten grösseren Ort seit langem unsere Speicher wieder etwas auffüllen müssen. In Swakopmund gibt es richtige Einkaufszentren, Kaffees, Bücher Läden usw…

    Ich schaffe es mit Unterstützung von Geri sogar unser Gas Problem zu lösen. In afrikanischer Art halten wir nach einem Tag mit unendlichen Diskussionen, Pläne schmieden und wieder verwerfen, neue Ideen, doch löten anstatt Gewinde drehen, leider doch kein Lot an Lager, also doch zurück auf Feld eins usw… einen fancy Adapter in den Händen, mit welchem wir unseren Gaskocher von zu Hause an eine Gas Flasche aus Süd Afrika anschliessen können. Endlich! nach fast drei Monaten on the Road und unzähligen Besuchen bei Build it‘s, Gas Supply Shops, Stunden auf Amazon… kochen wir Heute das erste Mal mit unserem Kocher unserer Küche, Maccaronen. Sie schmecken viel besser, als sie wahrscheinlich in Wahrheit sind.

    In Swakopmund begegnet einem die deutsche Mentalität. Strassennamen wie „Bismarckstrasse“ oder das „Kaiserliche Bezirksgericht“ sind an jeder Ecke zu finden. Und doch ist da etwas Vertrautes: die Ordnung, die gepflegten Häuser, die pünktlich öffnenden Bäckereien mit „echtem“ Schwarzbrot und Apfelstrudel. Man spürt, dass deutsche Gründlichkeit hier einst Wurzeln geschlagen hat und ein bisschen unheimlicherweise stellenweise bis heute nachwirkt.

    Für uns schwingt bei der Erkundung des Orts oft ein leiser, kritischer Gedanke mit – über das, was bleibt, wenn Geschichte nicht vergeht, sondern weiterlebt.
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