• Auf der Suche nach Wüstenelefanten

    3 czerwca 2025, Namibia ⋅ ☀️ 34 °C

    Der Ugab River ist einer jener typischen Trockenflüsse Namibias – breit, sandig, eindrucksvoll leer. Die meiste Zeit des Jahres führt er kein sichtbares Wasser, doch unter der Oberfläche schlummert oft noch genug Feuchtigkeit, um das Überleben von Pflanzen und Tieren zu sichern.

    Wenn der Fluss völlig austrocknet, verwandelt sich sein sandiges Bett in eine natürliche Piste, perfekt befahrbar mit Allradfahrzeugen. So werden die ausgetrockneten Flussläufe zu Wegen durch eine Landschaft, die sich so weit und zeitlos anfühlt, als hätte sie die Welt vergessen.

    In dieser rauen Umgebung, im Damaraland und Kaokoveld, leben Namibias legendäre Wüstenelefanten. Eine kleine, faszinierende Population, die sich perfekt an das Leben unter extremen Bedingungen angepasst hat. Sie legen weite Strecken auf der Suche nach Wasser und Nahrung zurück.

    Heute existieren, je nach Quelle, nur noch etwa 150 dieser Elefanten. Sie unterscheiden sich durch schmalere, längere Beine, breitere Füße und ein vorsichtigeres Verhalten. Alles Eigenschaften, die ihnen helfen, in dieser lebensfeindlichen Region zu überleben. Ihr Lebensraum ist riesig. Er ist fast dreimal so groß wie die Schweiz. Kein Wunder also, dass Begegnungen mit ihnen selten und umso kostbarer sind.

    Eine dieser Begegnungen erleben wir unverhofft noch am Abend in De Riet, während wir den Abend unter einem goldenen Himmel ausklingen lassen. Plötzlich ruft jemand: „Elefants are coming!“ Und tatsächlich, lautlos, gemächlich, fast wie aus einer anderen Welt tauchen sie auf. Eine kleine Herde, direkt auf dem Weg zum Wasserloch.

    Ein Moment, der sich nicht planen lässt. Ein Moment, den wir nicht vergessen werden.
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