• Grosses Fressen

    6 Eylül 2025, Zambiya ⋅ ☀️ 35 °C

    Eine Begegnung hat uns heute den ganzen Tag in ihren Bann gezogen. Eine Löwenfamilie beim Festmahl. Schon früh am Morgen liegen zwei stattliche Männchen träge im Schatten. Satt und erschöpft von der nächtlichen Fressaktion. Die Weibchen dagegen sind noch hungrig und zerren unermüdlich am Kadaver eines Hippos, um die letzten guten Stücke zu ergattern.

    Über allem hallt der stille Ruf der Löwen. Wer kann sich noch erinnern? „Who’s this Land, who‘s this Land? It‘s mine, it‘s mine“, ein unhörbares Echo, das die Szene durchzieht und ihren Anspruch auf die Krone der Savanne unterstreicht.

    Doch ihr Status ist nicht unangefochten. In der Warteschlange des Geschehens lauern die Aasfresser. Geier und Marabus warten geduldig, fast höhnisch, als würden sie im Stillen antworten: „bald gehört es uns, bald gehört es uns…“ und im Hintergrund kriechen sich bereits die Krokodile in Position, bereit, ihr eigenes Stück vom Festmahl zu beanspruchen.

    Als wir Stunden später zurückkehren, hat sich das Bild gewandelt. Die Löwen liegen nun schwerfällig in absoluter Schonhaltung im Gras, prall gefüllt und bewegungsunfähig. Ihr Anspruch klingt leiser: „Who’s this land…?“ Doch die Antwort geben längst andere. Krokodile haben den Kadaver übernommen, und am Rand der Szenerie harren die Geier unbeirrt, als wollten sie mit jedem Flügelschlag verkünden: „It’s ours, it’s ours!“
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