• Zwei Welten in Lilongwe

    3 November 2025, Malawi ⋅ ☀️ 31 °C

    In Makuzi lernen wir eine irisch-deutsche Familie aus Lilongwe kennen. Als wir unsere Route anpassen und einen Abstecher in die Hauptstadt einplanen, laden sie uns kurzerhand zu sich nach Hause ein. So verbringen wir einige Tage in Lilongwe und tauchen in eine Welt ein, die für uns vollkommen neu und gleichzeitig schwer zu greifen ist.
    Im krassen Gegensatz zum unglaublich armen und vielerorts unterentwickelten Malawi erleben wir hier eine glänzende Parallelwelt. Im Food Lovers Market staunen wir wie kleine Kids, als wir durch den Eingang in ein Paradies voller frischer Produkte und internationaler Leckereien treten. Ein Überfluss, der kaum zu der Realität passt, die wir zuvor auf den Strassen und in den Dörfern gesehen haben.

    Wir verbringen Nachmittage bei Kaffee und Kuchen in schönen Villen, mit sauberem Pool, hinter hohen Mauern. Wir besuchen Anwesen mit unzähligen Angestellten, gehegt und gepflegt und rund um die Uhr bewacht und verbringen Zeit mit Menschen aus aller Welt, die hier in Projekten arbeiten, beraten und unterstützen. Wir besuchen Malls, Barista-Cafés, Bäckereien und feine Restaurants und fühlen uns fast wie in einem kleinen, gläsernen Paradies. Ich begleite den Junior zum Fussballtraining, wo internationale Kids auf perfektem Rasen die Feinheiten von Angriff und Verteidigung und Sieg und Niederlage üben.

    Überall begegnen uns engagierte Leute mit guten Absichten und aussergewöhnlichen Projekten. Gleichzeitig bleibt bei all der Herzlichkeit und Vielfalt ein leiser Beigeschmack. Eine Blase, geschützt und glänzend, mitten in einem Land, das ausserhalb dieser Mauern mit Herausforderungen kämpft, die wir hier teilweise sehen aber kaum spüren.

    Diesen Spagat kennen wir aus Süd Afrika und doch bleibt es hier in Malawi schwer fassbar – faszinierend, bereichernd, aber auch nachdenklich stimmend.
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