• Kein Sprit in Malawi

    4 novembre 2025, Malawi ⋅ ⛅ 30 °C

    In Malawi gibt es oft kein Diesel oder Benzin. Es ist dann wie eine Schatzsuche mit sehr schlechter Karte und vielen anderen Schatzsuchern. Dazu mit einem tickenden Kilometerzähler, welcher immer lauter schreit.

    Malawi muss praktisch jegliche Güter importieren, inklusive Benzin und Diesel. Dafür braucht es Forex, also Fremdwährungen wie Dollar oder Euro. Davon hat das Land allerdings oft viel zu wenig. Die Exportstars wie Kaffee und Tabak geben sich zwar Mühe, aber sie schaffen es nicht, die riesige Importrechnung zu bezahlen. Gleichzeitig reguliert der Staat die Spritpreise künstlich nach unten, so weit nach unten, dass die Tankstellenbetreiber beim Verkauf von Diesel quasi draufzahlen.

    Das führt dann zu kilometerlangen Schlangen vor Tankstellen. Autos werden einfach abgestellt und die Besitzer gehen nach Hause, um den Platz in der Schlange nicht zu verlieren. Manche Fahrzeuge stehen dort tagelang und warten auf einen Tankwagen, der vielleicht, eventuell, mit etwas Glück, irgendwann mal vorbeikommt.

    Und dann gibt es die berühmten WhatsApp-Gruppen, in denen sich alles um die Sichtung von Tank Laster dreht. „Diesel spotted! Heading north!“ und sofort setzt sich ein ganzer Autokonvoi in Bewegung. Manchmal stimmt die Info, manchmal ist es nur ein Gerücht, und manchmal fährt ein ganzer Stadtteil zur falschen Tankstelle, während der Tankwagen woanders landet. Wenn das schiefgeht, beginnt gezwungenermassen Phase zwei. Kanisterwanderungen und Schwarzmarkt. Männer und Frauen schleppen 20l Kanister kreuz und quer durch die Stadt auf der Suche nach dem nächsten Tropfen Treibstoff.

    Wir selbst sind entspannt, wir brauchen noch keinen Diesel. Aber irgendwann wird es auch für uns ernst. Und dann, so viel ist sicher, werden auch wir kreativ werden müssen oder viel besser, ganz entspannt schon wieder zurück in Sambia sein.
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