• High life in der Mother City

    27. januar, Sydafrika ⋅ ☀️ 22 °C

    Nach den entspannten Tagen in !Khwa ttu geht’s jetzt in Cape Town richtig rund und ich kann sagen: Wir lassen keinen einzigen Genuss aus. Und kaum sind wir angekommen, treffen wir die ersten Menschen.

    Mit meinen Eltern hier zu sein, ist eine Mischung aus Zeitreise und durchgetaktetem Pauschal-Rundum-Reiseprogramm. Sie haben fast 20 Jahre hier gelebt, kommen „nach Hause“ auf Besuch und sind sofort wieder mittendrin. Nachbarn von früher, alte Freunde, Bekannte von Bekannten, es dauert keine fünf Minuten und wir stehen wieder im nächsten Gespräch, als wären Sie nie weg gewesen.

    Unser Programm ist entsprechend straff. Keine Minute bleibt ungenutzt, und zwischen zwei Terminen liegt meistens ein Treffen. Wir schlemmen wie Könige beim Braai in unserem AirBnB, natürlich nicht allein. Wir sitzen in Restaurants der Stadt, begrüssen hier jemanden an der Kaffee Maschine, dort jemanden am Eingang. Auf der Weinfarm wird degustiert, gelacht und alte Geschichten ausgepackt.

    Ein Abstecher nach Babylonstoren, Garten, Sukkulentenparadies, Röstereiduft, Restaurant und treffen den Sohn eines Bekannten, welcher hier im Kräutergarten ein Praktikum absolviert. Wir trinken exzellenten Kaffee in unseren Lieblingscafés und kommen kaum dazu, ihn in Ruhe zu geniessen, weil jemand auf ein Wiedersehen dazu stösst. In unserem liebsten Sushi Restaurant erscheinen wir gleich zweimal. Nicht nur wegen des Sushis, sondern weil wir dort jemanden treffen.

    Wir kaufen Gewürze für zu Hause, plaudern mit Ladenbesitzern, werden weiterempfohlen, weitergereicht und landen auf einen Cape Malay Curry im Curry Club. Wir schlendern mit unzähligen Touristen einigermassen gemütlich durch die Waterfront, bevor wir jemanden treffen.

    Ein besonderes Highlight ist der Besuch bei La Marzocco. Dort treffe ich meine Wegbereiter in die Welt der gehobenen Kaffeekunst, inspirierendes Gespräch, glänzende Maschinen, vertraute Gesichter. Mein Barista-Herz schlägt höher. Und auch hier: Man kennt sich.

    Und als wäre das alles noch nicht genug, spazieren Papi und ich bei brütender Mittagshitze auf den Lion’s Head. Oben dann dieser Blick über die Stadt. Und für einen kurzen Moment sind wir einfach nur wir zwei.

    Wahnsinnsprogramm.
    Wahnsinnszeit.
    Wahnsinnsstadt.

    Und vor allem: Wahnsinnig viele wunderbare Menschen und ihre Geschichten.
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