• Flussfahrt

    2. März in Spanien ⋅ ☁️ 14 °C

    Millionen Jahre alt, 1050 Meter, davon 800 Meter in einem Boot auf dem Wasser unterwegs. Der längste, unterirdische, schiffbare Fluss Europas, als gestandene Flussschiffer können wir uns den nicht entgehen lassen. Wir holen uns Tickets für die Tour durch die Coves St Josep. Höhlenmalereien und Gravuren (für uns Blindfische nicht wirklich erkennbar), Stalagmiten und Stalaktiten, dazu das Wasser, mal mehrere Meter mal nur knapp einen halben Meter tief. Klar und bei entsprechender Beleuchtung strahlendblau. Einige der Gebilde an Decke und Wänden sehen aus wie oktopusse oder andere Wasserwesen. Es glitzert grün-weiß, fast wie Edelsteine. Wasser rinnt an den Felsen herunter, formt sie, gibt ihnen unverwechselbare Muster er klatscht mit dicken Tropfen ins Wasser - wahlweise sich auf die Bootsinsassen. Die „Kapelle“ weitet sich hoch über uns während wir in den 3 Tunneln die Köpfe einziehen müssen. Die Boote schweben lautlos übers Wasser, bewegt von einem Ruderer ( eigentlich stakt er das Boot). Eine faszinierende, fast unwirkliche Welt, geschaffen durch die Kraft des Wassers und durch diese im stetigen Wandel.

    Obwohl Montag ist gut was los. Auf dem Parkplatz stehen mehrere Busse. Und da wir unsere Tickets nicht online kaufen, müssen wir nach deren Erwerb am Schalter noch gut 2 Stunden auf unsere Tour warten.
    Das Warten lohnt sich aber definitiv. Wir sind begeistert von der tour, der Höhle, dem Fluss, der lichttechnischen Inszenierung des Ganzen. Zu Beginn und am Ende der tour herrscht Fotografierverbot. Aber mitten drin darf man nach Herzenslust filmen und fotografieren. Gar nicht so einfach auf einem doch etwas kippeligen Boot, auf dem sich mehrere Personen zeitgleich zur Seite neigen, um was zu sehen oder einem Überhang auszuweichen.
    Einziger Kritikpunkt: der bootsführer erklärt zwar auf Spanisch und Englisch, ist aber schlecht verständlich. Was auch daran liegen mag, dass die Bootsführer eine Schutzmaske tragen.

    Geeignet ist die tour auch für leicht gehbehinderte Menschen wie mich. Das ein- und aussteigen in die Boote ist machbar. Wer zu Klaustrophobie neigt, sollte vielleicht drauf verzichten. Teilweise ist doch wenig Platz um einen rum auch wenn man nicht auf allen vieren kriechen muss.

    Insgesamt lautet unser Fazit aber: empfehlenswert und wir sind froh, die tour mitgemacht zu haben.

    Der Eintritt kostet regulär 18€ es gibt Ermäßigungen für Ü65 und andere Personengruppen. Die Fahrten starten alle 20 Minuten, man muss 10 Minuten vor Abfahrt am Eingang sein.
    Sportlichere können die Höhle auch mit Kajaks befahren. Aber davon haben wir keine gesehen.

    Nach der Höhle musste es noch ein Minigipfel sein. Da zur Zeit vieles renoviert wird, war unser Gipfelsturm nicht ganz so ergiebig, man kann nicht wirklich um die oben stehende Kapelle drumherum laufen oder diese von innen angucken. Aber durch die nach oben führende Treppe mit den vielen Stufen ein gutes Fitness Training (ich schnaufe schon beim Gedanken dran). Die kleine Kapelle ist von unten nicht gut zu sehen.
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