Zwischen Engeln, Schilf und
May 30 in Lithuania ⋅ ☁️ 14 °C
einem Traum von Sonnenuntergang
Nach unserem erlebnisreichen Tag in Trakai machten wir uns noch auf zu einem besonderen Ort, der nur wenige Kilometer von der berühmten Wasserburg entfernt liegt: dem Hill of Angels – auf Litauisch „Angelų Kalva“.
Eigentlich dachten wir, wir würden dort ein paar Skulpturen anschauen. Aber als wir ankamen, staunten wir nicht schlecht. Über 70 große Engelskreuze und Engelsfiguren stehen auf dem Hügel verteilt. Manche sind kunstvoll aus Holz geschnitzt, andere aus Metall oder Stein gefertigt. Jede Figur wurde von Künstlern, Gemeinden oder privaten Spendern gestiftet und hat ihre eigene Bedeutung.
Der Hill of Angels entstand erst im Jahr 2009 anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums der ersten urkundlichen Erwähnung Litauens. Die Engel sollen Frieden, Hoffnung, Glauben und den Schutz des Landes symbolisieren. Viele Besucher kommen hierher, um innezuhalten, die Aussicht zu genießen oder einfach die besondere Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.
Und Atmosphäre hat dieser Ort wirklich. Zwischen den Engelsfiguren weht der Wind über die Hügel, Glocken klingen leise und überall blickt man auf die wunderschöne Seenlandschaft rund um Trakai. Es ist ein Ort, der gleichzeitig friedlich, beeindruckend und irgendwie ein kleines bisschen mystisch wirkt.
Nach unserem Besuch hieß es dann aber: Schnell den Nachtplatz beziehen.
Wir hatten uns einen Stellplatz direkt an einem der zahlreichen Seen der Region ausgesucht. Die Landschaft rund um Trakai besteht aus einem ganzen Netz von Seen, Halbinseln, kleinen Inseln und bewaldeten Ufern. Über 200 Seen soll es allein in dieser Gegend geben. Kein Wunder also, dass man hier ständig Wasser sieht und sich manchmal fragt, ob man gerade an einem See, einer Bucht oder einer Insel vorbeifährt.
An unserem Platz angekommen fanden wir eine kleine Anlegestelle, umgeben von dichtem Schilf. Das Wasser lag spiegelglatt vor uns, nur gelegentlich zog eine Ente vorbei und hinterließ ihre Kreise auf der Oberfläche.
Und dann kam der große Auftritt des Abends.
Gegen halb zehn begann die Sonne langsam hinter den Bäumen zu versinken. Der Himmel färbte sich erst goldgelb, dann orange und schließlich tiefrot. Das Schilf spiegelte sich im Wasser und alles wirkte plötzlich wie ein perfekt gemaltes Landschaftsbild.
Selbst Grisu schien den Moment zu genießen. Zumindest stand er ungewöhnlich still da und knarzte ausnahmsweise mal nicht.
So saßen wir noch lange am Wasser, schauten auf den See und genossen die Ruhe. Nach den vielen Eindrücken der letzten Tage war das genau der richtige Tagesabschluss.
„Manchmal braucht es keine Burg, keine Kirche und kein Museum. Manchmal reichen ein paar Engel auf einem Hügel, ein schöner Stellplatz am Wasser und ein Sonnenuntergang, der den Tag nicht schöner hätte verabschieden können.“Read more



























Traveler
Wunderbar
Traveler
Klein Kappadokien? 👍
Womo TravelerWar richtig was los am Himmel.
Traveler
Krass schön!