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  • Day145

    Magischer Ort: Laguna 69

    November 20, 2019 in Peru ⋅ ⛅ 9 °C

    Zum Abschluss unseres Huaraz-Aufenthaltes haben wir uns die Wanderung zur "Lagune 69" aufgehoben. Diese Lagune liegt auf 4604 m und gilt als eine der schönsten Lagunen und mit einem moderaten, tollen Wanderweg.
    Da die Lagune 3 h nördlich von Huaraz liegt und die Wanderung weitere 6 Stunden dauern sollte, wurden wir bereits um 4:30 Uhr vom Hostel abgeholt. Die Fahrt führte durch viele Bergdörfer, wo wir den Anbau von Gemüse und Blumen (auf einer Höhe von über 3500 m!) und ein Leben wie in den 50ern in Deutschland aus dem Fenster bestaunen könnten. Nach dem Frühstücksstop in dem letzten Dorf auf unserer Strecke, führte uns der Weg an einem riesigen See entlang, der Lagune Llangunuco. Die Sonne schien, das Wasser leuchtete in seinem schönsten türkis und die rotbraunen Bäume boten einen tollen Kontrast. Nach weiteren 10 Minuten Fahrt erreichten wir endlich gegen 9 Uhr den Ausgangspunkt für unsere Wanderung - auf 3900 Höhenmetern. Unser Tourguide beschrieb den Wanderweg wie folgt: "der Weg in eine Richtung ist 7 km, zuerst flach, dann zick zack zick zack nach oben, dann flach, dann zick zack zick zack und das letzte Stück wieder flach und sehr steil zick zack nach oben". Spätestens jetzt wussten alle aus unserer Gruppe worauf sie sich eingelassen haben 😅. Die Lagune musste innerhalb von 3 Stunden erreicht werden, dann hätte man gut 1 h Zeit für ein Picknick - um sich für den 2,5 sündigen Abstieg zu stärken. Wir starteten den Kampf gegen die Zeit in einem Tal mit einem lauten Bach, Wasserfall, Bergausblick und Begleitung von flauschigen Kühen. Nach ca. 1 h erreichten wir den ersten "zick zack" - Teil und dieser hatte es in sich! Schnaufend und keuchend schafften wir es aber dennoch ein paar Leute zu überholen (die Akklimatisierung nach den 4. Tag in den Bergen zeigte endlich ihre Wirkung!). Der zweite flache Abschnitt, so kurz er auch war, war dann aber mehr als notwendig. Der zweite "zick zack" - Abschnitt war knackig, aber kurz und wir standen plötzlich an einem kleinen See mit Ausblick auf ein weites Tal und noch mehr steile Berge. Leider deutete alles darauf hin, dass unser Weg genau auf den riesigen steilen Berg führte. Die etwas längere flache Strecke ließ uns nochmal Kraft für das letzte und härteste Stück sammeln. Die außergewöhnliche Landschaft ließ die Anstrengung etwas vergessen. Dann ging es los! Im Zick Zack schraubten wir uns die letzten 200 Hm immer höher, immer steiler. Und als wir schon gar nicht mehr dran geglaubt haben, dass die Serpentinen ein Ende haben, konnte man unerwartet das Türkis des Wassers erhaschen. Wir haben es geschafft, wir standen direkt an der Lagune 69, deren leuchtendes türkises Wasser von hellen aschgrauen Bergen eingesäumt wird - ein magischer Ort. Bei jedem Sonnenstrahl hörte man den Gletscher, der nur noch die Gipfel bedeckt, knacken - was uns nun mehr verdeutlichte, dass er nicht mehr lange vorhanden sein wird 😱. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen für unser Stärkungspicknick und genossen die surreale Umgebung um uns herum. Nach 1 h mussten wir den Rückweg antreten. Dieser führte nun zum Glück über 2 Stunden fast nur noch bergab. Durch den Feierabendverkehr verzögerte sich die Rückfahrt mit dem Bus nach Huaraz etwas. Dennoch hatten wir Zeit für ein sehr leckeres peruanisches Abendessen, bevor wir den Nachtbus nach Lima bestiegen. Es gibt fast nicht besseres als eine Nachtbusfahrt nach einer 14 km Wandertour durchs Hochgebirge... ähm...NICHT - da waren wir wohl etwas übermütig bei der Planung 🤔😅

    Die Berge um Huaraz (Cordillera Blanca) sind atemberaubend und jede Mühe und Anstrengungen diese zu erleben haben sich gelohnt - nun geht es weiter in die Hauptstadt Lima. Mehr Kontrast geht nicht.
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    Frank Steinsträßer

    Sehr sehr geil👍👍

    11/26/19Reply