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  • Day59

    Das sagenumwobene Mykene

    October 17, 2020 in Greece ⋅ ☁️ 26 °C

    Ein ganz ungewohnter Anblick heute morgen: der Himmel ist bedeckt, es hat sogar ein paar Tropfen Regen gegeben. Stört uns nicht weiter, denn heute ist das sagenumwobene Mykene als Heimat des Königs Agamemnon unser Ziel (zur Erinnerung: Ilias - Homers Beschreibung des Trojanischen Krieges). Natürlich ist dieser Ort historisch aufgeladen und die wissenschaftliche Bestätigung der mythologischen Figuren und Gegebenheiten zweifelhaft, dennoch wird man beim Anblick und Betreten dieser riesigen Anlage in den Bann der Sagenwelt und Geschichte gezogen. Was gesichert ist, dass hier Kriegerfürsten und ihre Familien begraben wurden, deren Grabbeigaben wie die Goldmaske des Agamemnon?/Atreas (Vater des Agamemnon), den sogenannten Nestorbecher von Mykene, wunderbare Amphoren jedweder Größe, mykenische Kleinplastiken und Waffen von Heinrich Schliemann freigelegt wurden, nachdem er Troja entdeckt hatte.
    Seine größte Blüte erlebte Mykene im 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. durch die Achäer, die hier 250 Jahre lang eine Hochkultur entwickelten, während anderswo erste Bauern noch an der neolithischen Revolution arbeiteten und jungsteinzeitliche Steinkreise errichteten.
    Apropos Steinkreise: Staunt man, wie die Menschen in der damaligen Zeit die riesigen Dolmen wohl bewegt haben, so sind diese Zyklopenmauern, ein Bollwerk aus teils übermannsgroßen Steinen,
    das zu errichten wirklich Kräfte und einigen technischen Einfallsreichtum gekostet haben muss, schon überwältigend!
    Das Prunkstück ist natürlich das Löwentor mit dem entsprechenden Relief, das auf perfekte Weise das architektonische Prinzip des Tragens und Lastens und der Schubkräfte verdeutlicht. Über dem mächtigen Querbalken wurde das Löwenrelief in Form eines tonnenschweren Entlastungsdreiecks aufgesetzt, um die Last des Mauerwerks auf die Seitenwände zu verteilen, immerhin 3200 Jahre alt! Dahinter reihen sich die Ruinen sämtlicher Gebäude aneinander, von Kreisgrabanlagen, über Wohnhäuser, Werkstätten, Kornspeicher bis zur unterirdischen Zisterne.
    Wir schlendern durch die weitläufige Ruinenlandschaft und genießen dabei gleichzeitig den Blick auf die herrliche Berglandschaft rundherum - ein wahrhaftes Arkadien!
    Am Nachmittag fahren wir zunächst nach Nafplio, um unsere deutschen Gasflaschen aufzufüllen. Ist zwar Autogas (anderes Mischungsverhältnis von Propan und Butan), ist bei jetzigen Temperaturen aber irrelevant. Gegen Abend suchen wir wieder ein Übernachtungsplätzchen und werden östlich von Korakovou in einem romantischen, einsamen, kleinen Fischerhafen fündig, wo wir direkt am Kiesstrand bzw. Hafenbecken stehen, ohne eine Menschenseele um uns herum.
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    Susanne Lenkewitz

    Hier wurden wir auch einmal hingekarrt bei einer Kreuzfahrt mit einer archäologischen Gesellschaft aus Frankreich, bei der wir das Schiff auffüllen durften. Allerdings haben wir die teuren Ausflüge nicht mitgemacht, sondern uns zu dritt immer Mietwagen genommen, das war billiger. Und unser Privat-Chaufeur war Marki.

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    Susanne Lenkewitz

    Ganz schön stark, der Macker!

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