Gestern Abend beim Planen des Tages habe ich festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, von Kanazawa nach Takayama zu kommen, denn der Bus ist oft schon Tage vorher ausgebucht. Der Alternativplan war dann, mit dem Zug nach Toyama zu fahren und von dort zu versuchen, einen Bus zu bekommen, weil die Zugverbindung gleichzeitig auch noch eingeschränkt war.
Am Ende hat sich aber alles zum Guten gewendet. Toyama an sich war nicht besonders, aber der Weg dorthin und von dort weg war atemberaubend – begleitet von den Japanischen Alpen, die wir teilweise sogar durch Tunnel durchquert haben. Es hat den ganzen Tag geregnet, und mein ursprünglicher Plan, nochmal in Shirakawa Halt zu machen, hätte wahrscheinlich eher frustriert als Spaß gemacht.
In Takayama angekommen, machte ich mich gegen 14 Uhr unvoreingenommen auf den Weg in die Altstadt und wurde sofort von ihrer Schönheit überrascht. Das war einfach Bilderbuch-Japan. Ich bin ein wenig herumgeschlendert und irgendwann in einem Aal-Restaurant gelandet. Dort wollte ich zum einen Aal probieren und zum anderen Hida-Rind, für das die Region bekannt ist. Der Aal war richtig gut – und Hida war halt Rindfleisch.
Danach habe ich in ein klassisches japanisches Haus eingecheckt: knarrende Holzböden, Schiebetüren mit lichtdurchlässigem Papier. Ich war nicht alleine, sondern habe mal wieder einige Backpacker getroffen. So gut mir die Altstadt gefallen hat, bin ich abends nochmal hin. Auf dem Rückweg habe ich mir noch etwas im Konbini geholt.
Ich habe mich mit meinem Essen zu Clair, einer Französin, gesetzt, und innerhalb kürzester Zeit waren wir ein Tisch mit sechs Leuten. Wir haben uns übers Alleinsein in Japan unterhalten – die meisten hatten das gleiche „Problem“ wie ich: Die Japaner sind einfach zu respektvoll.