• Zug fahren und Selbstmitleid

    May 16 in China ⋅ ⛅ 27 °C

    Der Tag fing eigentlich richtig gut an. Ich war rechtzeitig am Bahnhof und genoss die erste Bahnfahrt sogar. Die Strecke führte durch Täler und Tunnel in beeindruckenden Bergregionen. Zwischendurch interessierten sich die Leute im Bus auch mal für mich, aber wegen der Sprachbarriere war die Unterhaltung schwierig. Am Transferbahnhof Richtung Dali lernte ich Yuan kennen, einen Läufer, der extra für den Dali-Marathon an diesem Sonntag angereist war. Wir unterhielten uns ausschließlich mit Hilfe unserer Handys.
    Nach dem Umsteigen fühlte ich mich leider immer schlechter und verschlief die letzte Fahrt von anderthalb Stunden komplett. In Dali konnte ich mich leider nicht einmal richtig verabschieden, weil mich die Sicherheitskontrolle nicht durchließ. Er drehte sich noch einmal mit einem suchenden Blick um, dachte aber wohl, ich wäre einfach gegangen, ohne etwas zu sagen. Eigentlich wollte ich ihn am Sonntag anfeuern, aber das wird meine Erkältung wohl nicht zulassen.
    Danach ging es noch eine Stunde mit dem Bus zum Hotel, und ich war dankbar, als ich endlich ankam. Ich legte mich hin und schlief sofort ein. Diese Nacht werden es 14 Stunden Schlaf für mich sein.
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