Belfast
5. juni, Nordirland ⋅ ⛅ 12 °C
von Dark Hedges, Grumpy Giants und Terrible Troubles
Schön wäre es, wenn die Übernahme eines Leihwagens überall so einfach wäre wie in Belfast. Das Auto wartete schon an der Pier auf uns, sodass wir nur noch einsteigen und uns auf den Weg in den Norden Nordirlands begeben mussten.
Erstes Ziel waren die „Dark Hedges“, eine der berühmtesten Alleen der Welt, die im 18. Jahrhundert mit inzwischen eng ineinander verwobenen Buchen bepflanzt worden ist. Leider jetzt auch als Drehort von „Game of Thrones“ bekannt, was täglich eine Vielzahl von Influencern ebenfalls dort hinführt. Da fällt es schon schwer, die Schönheit dieses Naturdenkmal noch auf sich wirken lassen zu können. Aber sollte man sich wirklich als Tourist über zu viele andere Touristen beklagen? Nachdenkenswert!
Noch mehr Menschen erwarteten uns am nächsten Ziel, dem „Giant‘s Causeway“, wobei sich die zahlreichen Besucher dort in der Landschaft besser verteilen können. Der von mir sehr geschätzte Dr. Hajo Lauenstein, Geologie-Experte auf den Hanseatic-Schiffen, wäre mal wieder entzückt gewesen von den grandiosen Basaltsäulen und hätte uns sicher haarklein alles Wissenswerte über die vulkanische Entstehungsgeschichte der sechseckigen Strukturen erklärt.
Viel besser gefällt mir allerdings die Geschichte von den beiden Riesen, dem Iren Fionn McCumhaill und dem Schotten Benandonner. Die hatten dort der Sage nach zwischen der Antrim-Küste und der (geologisch ähnlichen) schottischen Insel Staffa zunächst für einen gegenseitigen Besuch einen Damm errichtet, ihn dann aber nach dem dramatischen Bruch der Freundschaft auch wieder eingerissen, den Damm der Riesen, oder eben den „Giant‘s Causeway“.
Wir wanderten hinter der meistbesuchten Stelle noch etwas weiter, um dann von oben noch mal einen herrlichen Blick auf die Basaltsäulen zu genießen. Um dort hoch zu kommen, war zunächst ein passabel ansteigender Weg zu absolvieren, bevor dann die von mir so benannte „Treppe des Schreckens“ mit 162 Stufen auf uns wartete. In Wirklichkeit heißt sie „Shepard‘s Steps“. Und die Schäfer waren im Gegensatz zu uns über den Bau der Treppe sehr erfreut. Vorher hatten sie noch viel mehr Mühe, Ihre verirrten Schafe den steilen Hang hochzubekommen.
Danach ging es für uns zunächst zur Bushmills Distillery. Dort wurde uns erklärt, warum es in Schottland 🏴 Whisky heißt und in Irland 🇮🇪 Whiskey. Das „e“ stehe für „Excellence“.
Weiter dann an der Küstenstraße zum faszinierend schön gelegenen Dunluce Castle, bevor uns unser elektrisch motorisierter KIA zurück nach Belfast brachte. Welch ein Kontrast dann zwischen der reizvollen, leuchtend grünen Landschaft und dieser manchmal doch etwas tristen Industriestadt. Noch viel trister sind allerdings die noch überall sichtbaren Erinnerungen an die üblen Geschehnisse, die mit dem doch ziemlich euphemistischen Wort „Troubles“ nur sehr unzureichend beschrieben werden. Und wenn man sich die Murals im Stadtbild so betrachtet, dann ist dort zwar gelegentlich auch von „Peace“ die Rede, die sehr martialischen Malereien an vielen Häusern sprechen da aber immer noch eine andere Sprache.
So kommen wir zum heutigen Song, der bei uns eigentlich eher Erinnerungen an fröhliche Disco-Besuche in den Siebziger Jahren weckt, der aber auch die gerade zu jener Zeit besonders heftigen Konflikte in der Stadt zum Thema hat. Allerdings mit der hoffnungsvollen Botschaft „Got to have a Believing“
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