Isle of Skye, Portree
7. kesäkuuta, Skotlanti ⋅ 🌧 11 °C
Soaking Wet in Skye oder auch Plitschnass in Portree
Ich mag ja lieber Landausflüge auf eigene Faust. Da kann ich anhalten, wann ich möchte, wenn ich einen interessanten Fotospot sehe. Da kann ich mich unterhalten, ohne dass im Bus pssst-Rufe kommen, weil ein Tourguide gerade Dinge erzählt, die mich überhaupt nicht interessieren.
Doch an einem Sonntag einen Mietwagen in Portree zu bekommen, gestaltete sich als ziemlich schwierig. Ein Mitreisender, Markus, der ja auch individuelle Ausflüge bevorzugt, genauso wie ich eine Absage der einzigen Autovermietung vor Ort bekommen. Er hatte dann für sich und zwei andere Paare einen privaten Tourguide organisiert.
Da kam mir die Idee, über diesen Kontakt zu einer local person doch noch an ein Auto zu kommen. Und das klappte dann auch. Die Lebensgefährtin seines Guides, Yasmin, holte das Auto schon am Samstag für uns ab und übergab es mir heute Morgen. Vielen Dank, lieber Markus für diese tolle Unterstützung.
Yasmin betreibt ein Geschäft auf der Insel, in dem sie Strickwaren und selbstgesponnene Wolle ihrer eigenen Schafe verkauft. Selbstverständlich haben wir sie besucht und uns für ihre Hilfe erkenntlich gezeigt. Charlotte hat sich bei ihr mit Wolle in höchster Qualität eingedeckt. Und in einem längeren Gespräch haben wir eine unwahrscheinlich liebenswerte Frau kennengelernt. Zum Abschluss schenkte sie uns sogar noch eine CD mit schottischer Musik, auf der sie auch selbst zu hören ist. Solche wertvollen Menschen kennenzulernen sind die schönen Dinge, die man auf einer Reise in fremde Länder erleben darf.
Die weniger schönen Dinge sind die, dass der Genuss eines Ausflugs in hohen Maße vom Wetter abhängt. Und das war heute Vormittag fürchterlich. Immer wenn man die Hoffnung hatte, dass die Sonne ein Stück rauskommt, kam schon der nächste Schauer in einer Intensität, wie man sie bei uns gar nicht kennt. Der heftige Wind tat ein übriges. Gerade an den Stellen, bei denen wir uns nach über 30 Jahren so sehr auf ein Wiedersehen gefreut hatten, war es besonders übel. Nach unserer Runde über die Halbinsel Trotternish und dem Besuch von Yasmins Wollgeschäft fuhren wir erst mal nach Portree zurück, um uns in einem Pub zu trocknen.
Nachdem das Wetter nicht besser wurde, kehrte Charlotte auf‘s Schiff zurück. Ich jedoch hatte die Hoffnung noch nicht aufgegeben und fuhr erst mal Richtung Sligachan. Und siehe da, der Regen legte sich, die Sonne kam raus und die Isle of Skye präsentierte sich in der Pracht, wie wir sie vor so langer Zeit schon mal kennenlernen durften. Der allgegenwärtige Rhododendron, der hier wie Unkraut wächst, zeigte sich in prächtigsten Farben.
Schlussendlich kehrte ich so ziemlich als letzter Passagier mit dem Tenderboot auf das Schiff zurück. War der Tag am Vormittag zum Vergessen, so erlebte ich dann auch den Nachmittag mit gemischten Gefühlen, weil es einfach weniger Freude gemacht hatte, die sich nun darbietenden Schönheiten der Insel, -unserer Insel- alleine zu erleben.
So richtige und ungetrübte Freude bot dann schließlich der Abend, als das Kammermusik-Quartett Myra sein zweites Konzert gab. Diesmal im Belvedere, das ein ganz besonderes Ambiente bot, wenn man so wunderbar dargebotene Musik hören kann und gleichzeitig die schottische Landschaft an sich vorbeiziehen sieht.
Für die zur heutigen Insel passende Musik des heutigen Tages kann allerdings nur eine Gruppe eines anderen Genres in Frage kommen. Eine Gruppe, die in großartiger Weise Schottische Traditionals und Rockmusik miteinander verbunden hatte, wie z. B. in ihrem größten Hit „Loch Lomond“. Die Isle of Skye ist die Heimat der Musiker von „Runrig“ und der heutige Titel ist eine Hommage an ihre Insel, teilweise gesungen in Gälisch, der ursprünglichen Sprache auf den Hebriden. Übrigens der Sänger der Gruppe, Donnie Munro, ist mit Yasmin befreundet. Ist halt doch eine kleine Insel.
https://youtu.be/bHz6k6CPeFI?si=yMT_iXlhM9TBgLOr
Skye
How can't you see
The wilderness growing free
Time wounded and scarred
Stroking away the years
It's hard to believe
But memories are old ghosts
Mountains of black and gold
Sunsets falling over the moor
Oh take me there
‚'S na horo eile, horo bho
‚'S na horo bho, hillean o
‚S na horo eille ho, Take me there!
You take your dream
You make life what you feelLue lisää
Isle of Skye, Trotternish
7. kesäkuuta, Skotlanti ⋅ 🌧 12 °C
Isle of Skye, Kilmuir
7. kesäkuuta, Skotlanti ⋅ 🌧 12 °C
Isle of Skye, Edinbane
7. kesäkuuta, Skotlanti ⋅ 🌧 12 °C
Isle of Skye, Sligachan
7. kesäkuuta, Skotlanti ⋅ 🌬 13 °C
Invergordon
8. kesäkuuta, Skotlanti ⋅ ⛅ 14 °C
Murals and Gulls from Invergordon
Der einzige Autovermieter in Invergordon hatte an Kreuzfahrttouristen offensichtlich schon so viel verdient, dass er seinen Laden inzwischen geschlossen hatte. Das hat uns aber gar nicht so weh getan, denn nach dem ereignisreichen und wetterbedingt sehr anstrengenden Tag gestern auf Skye und einen Tag vor Edinburgh tat ein bisschen Kürzertreten wirklich ganz gut.
So sind denn auch die HLC-Ausflugsbusse ohne uns in Richtung Loch Ness aufgebrochen. Wobei wir bereits aus früheren Schottlandreisen wussten, dass die Hauptattraktion -das Ungeheuer von Loch Ness- schon vor über 30 Jahren sein ursprüngliches Habitat verlassen hatte. Es wurde nämlich vom Scottish Tourist Office auf den Marktplatz von Drumnadrochit als Touristenattraktion umgesiedelt.
Die anderen Ausflügler sind in nördlicher Richtung zum Dunrobin Castle gefahren. Allerdings hatten wir nach Kenntnis der schottischen Geschichte auch davon Abstand genommen. Denn der ursprüngliche Schlossherr -der Duke of Sutherland- war ein äußerst unangenehmer Zeitgenosse, der im Rahmen der „Highland Clearances“ aus lauter Raffgier die Kleinbauern gewaltsam aus der Region vertrieben hatte. Um sie dann lieber durch Schafe zu ersetzen, die ihm mehr Gewinn versprochen hatten. Schon aus Gründen der Solidarität wollten wir des Duke of Sutherlands Nachkommen durch unser Eintrittsgeld nicht auch noch unterstützen. 😁
So hatten wir ursprünglich die Gelegenheit nutzen wollen, das leere Schiff zu genießen. Am Vormittag brachen wir aber doch zu einem kleinen Spaziergang durch das Städtchen Invergordon auf. Dort gab es natürlich keine Attraktionen wie Seeungeheuer oder prunkvolle Schlösser zu bewundern. Insofern hatten wir auch nicht viel erwartet. Doch so kann man sich täuschen. Natürlich ist die Region Ross & Cromarty nicht mit großem Reichtum gesegnet und die leerstehenden Läden waren Zeichen davon. Und die Erträge des mit den im Hafen sichtbaren Offshore-Plattformen geförderten Öls fließen nun mal nicht in die Region.
Doch der wahre Reichtum sind sie Menschen eines Orts. Ein Rentner saß auf einer Bank und spielte Musik. Nach einem kurzen Gespräch folgte er meinem Wunsch nach schottischer Musik und er gab uns ein Privat-Konzert mit „Flower of Scotland“. Danach legte er die Gitarre zur Seite und wir plauderten noch mindestens eine Viertelstunde weiter. Das floskelhafte „Nice to meet you“ war danach wirklich ernst gemeint. Auch mit anderen Locals sind wir immer wieder ins Gespräch gekommen. Solche Begegnungen sind für mich in den Erinnerungen an eine Reise wertvoller als noch so rausgeputzte Touristenattaktionen.
Mit welcher Liebe die Bewohner ihren Ort gestalten, war beeindruckend. Durften wir schon in Liverpool die großflächigen Murals bewundern, die den dortigen Fußball-Helden gewidmet waren, und in Belfast den eher zweifelhaften Helden der sich bekämpfenden Konfliktparteien, so hatten die Künstler hier alle möglichen Freiheiten, auch ohne Helden zu verherrlichen, die Wände der Gebäude im Ort wirklich sehr kreativ zu gestalten.
Wobei das Thema der Murals am Bahnhof einen sehr nachdenklich gemacht hatten. Es ging um die jungen Männer aus der Umgebung Invergordons, die 1940 in den Kriegsdienst eingezogen wurden und dort von den Engländern ihrem Schicksal überlassen wurden und von unseren Landsleuten als Kriegsgefangene übelst behandelt wurden.
Bei einem zweiten Rundgang durch den Ort am Nachmittag hatte ich den ehemaligen Leiter der Bonner ARD-Redaktion Sven Kuntze getroffen und ihm von dieser bebilderten Story erzählt. Ich hatte ihm versprochen, im Fototeil dieses Thema etwas ausführlicher zu präsentieren. Überhaupt war es toll, diesen charismatischen Menschen mit an Bord zu haben und mit ihm Gespräche zu führen, die nicht wie sonst so oft an Bord nur oberflächlich bleiben.
Das wichtigste Gebäude in Invergordon ist allerdings -wie soll es in Schottland anders sein- die Distillery. Die ist nämlich nicht nur durch ihren ausgezeichneten Whisky bekannt, sondern auch bedingt durch ihre etwas nachlässige Endlagerung der Maische und deren Einfluss auf die örtlichen Möwen. Die hatten uns übrigens schon sehr zahlreich auf der sonnenverwöhnten Yachtclub-Terrasse besucht. Über die Grenzen Invergordons sind sie in einem fröhlichen Lied zu überregionaler Berühmtheit gelangt.
Begleitet mit Gitarre, Flöte, Fiddle und Bodhran ist dieses Lied dann auch der heutige Song des Tages:
https://youtu.be/HK7LjVgutH0?feature=shared
Weil das schottische Idiom nicht immer so leicht verständlich ist, hier die Lyrics:
At Invergordon by the sea
They've built a great distillery.
And all the gulls are on the spree, that live in Invergordon.
The mash that's flowing from the still,
They gobble doon wi' right good will.
Now every gull can hold it's gill
That lives in Invergordon.
Duramadoo a duramaday, duramadoo a dady oh
Duramadoo a duramaday. The gulls o' Invergordon.
A Glasgow gull came frae the Clyde
To Invergordon to reside
And got himself half-stupefied
With the gulls o' Invergordon.
And then he found to his surprise
That he was hardly fit tae rise,
And flying kind o' sidywise
When he left Invergordon.
Duramadoo etc.
Now when we die, some people say
We come back in another shape.
How I would love to come and stay
As a gull at Invergordon.
Dramadoo a dumaday, reincarnation would be gay.
A kind of perpetual hogmanay
With the gulls o' Invergordon <Lue lisää
Newhaven
9. kesäkuuta, Skotlanti ⋅ ⛅ 13 °C
Edinburgh
9. kesäkuuta, Skotlanti ⋅ ⛅ 13 °C
Nach dem traumhaften Wetter gestern in Invergordon waren für den heutigen Tag ab 12 Uhr wieder heftige Schauer vorhergesagt. Also ging es mit einem Schirm bewaffnet ins Tenderboot und in den dankenswerterweise organisierten Shuttlebus. Der brachte uns zum Charlotte Square, einer Ortsbezeichnung, die ich mir gut merken konnte. Durch die Princess Street Gardens erst mal zur Floral Clock, die allerdings wegen Wartungsarbeiten nur ein Zifferblatt war.
Danach war Bergsteigen angesagt. In der Straße „The Mound“ hatte man einen herrlichen Blick auf die Oberstadt, den Castle Hill. Dort war Englisch oder Schottisch Fremdsprache, denn es schien so, als hätten sich alle Touristen dieser Welt dort versammelt. Aber den festlich gekleideten Piper hatten wir natürlich auch nicht ausgelassen.
Die Royal Mile hatten wir erst mal ausgelassen und sind über die malerische Victoria Street zum Grassmarket, wo viele Pubs und Cafés zum Verweilen einluden. Zuvor war allerdings noch Treppensteigen angesagt, um beim Vennel Viewpoint das optimale Foto vom Castle zu schießen.
Gestärkt durch Kaffee und Kuchen war dann der Besuch von Denkmal von Greyfriars Bobby ein Muss. Dieses Denkmal wurde einem Hund gesetzt, weil er nach dem Tod seines Herrchens jahrelang an dessen Grab ausharrte. Eine wirklich sentimental machende Geschichte.
Über den Friedhof ging es dann doch zum Bummel über die Royal Mile mit ihren zahlreichen Straßenkünstlern, bevor wir einen Uber zurück zum Firth of Forth nahmen. Allerdings nicht ohne der Royal Yacht Britannia noch einen Besuch abzustatten. Man kann sich nicht vorstellen, welch einen Hype die Briten um dieses schon lange in den Ruhestand geschickte Schiff machen.
Da bevorzugten wir doch die Tenderfahrt zur Europa 2, um bei der Tea-Time im Belvedere Kraft für die abendliche Pool-Party zu tanken.
Übrigens auf schottische Wettervorhersagen kann man sich nicht verlassen. Der ganze Tag blieb trocken und vorwiegend sonnig.
Den Hinweis auf die heutige Musik habe ich natürlich nicht vergessen. Was wäre Musik aus Schottland ohne das zweifellos schottischste aller Instrumente, den Dudelsack, der beim alljährlich zelebrierten „Royal Edinburgh Military Tattoo“ die Hauptrolle spielt. Hier ein kurzes Potpourri von diesem Event vor der großartigen Kulisse von Edinburgh Castle. Am Ende des Clips die inoffizielle Nationalhymne: „Scotland The Brave“
https://youtu.be/wjYnddeEfao?si=dTaoQJE8DxOGeEbNLue lisää
Leith
9. kesäkuuta, Skotlanti ⋅ ☁️ 14 °C






















































































































