• Timaru

    Jan 23–24 in New Zealand ⋅ 🌧 15 °C

    Am Morgen sind wir dank des Hotels relativ früh wach geworden, gegen vier Uhr. Ich dachte erst, es müsste schon deutlich später sein, habe auf die Uhr geschaut und gemerkt: nein, wir schlafen definitiv noch weiter. Trotzdem waren wir gegen sieben Uhr dann endgültig wach. Wir haben gefrühstückt, einen entspannten Morgen gehabt, aufgeräumt, Koffer gepackt und uns anschließend noch für etwa eine halbe Stunde in den großen Aufenthaltsraum des Hostels gesetzt, bevor es zu unserem großen Meisterwerk ging. Ihr wisst alle, was jetzt kommt: Auto fahren.

    Genau, wir haben uns ein Auto gemietet. Und wer darf fahren? Richtig, ich. Und was ist das Besondere? Ebenfalls richtig: Linksverkehr. Wunderbar. Die Anspannung war entsprechend groß und ich habe mir gedacht, na ja, wird schon irgendwie ausgehen. Trotzdem. Also ab zum Flughafen, Auto abgeholt, eingestiegen, alles gecheckt, alles eingestellt und noch ein kurzes Stoßgebet in den Himmel geschickt, bevor es dann losging. Mit dem Hintergedanken: links, links, links.

    Das Linksfahren an sich war am Anfang tatsächlich gar kein großes Problem. Viel unangenehmer ist das Abbiegen, vor allem an Kreuzungen. Dieses bewusste Nachdenken darüber, woher jetzt der Verkehr kommt, ob von links oder rechts, wo man hinschauen muss, was eigentlich gerade Vorfahrt hat – das ist wirklich ungewohnt. An der Ampel zu stehen und erst mal nicht zu wissen, aus welcher Richtung der Gegenverkehr kommt, fühlt sich einfach falsch an. Aber das kommt mit der Zeit. Man braucht ein paar Sekunden mehr, um umzudenken, sich zu sagen: jetzt nach links schauen, nicht nach rechts. Oder umgekehrt. Dann wird das schon.

    Sobald wir aus der Stadt draußen waren und über Land gefahren sind, war es überhaupt kein Problem mehr. Ich habe allerdings gemerkt, dass man dazu neigt, sich eher links am Straßenrand zu orientieren, was dem Beifahrer auf dem Beifahrersitz eher weniger gefällt, weil der dann gefühlt schon halb im Grün fährt. Entsprechend gab es auch die ein oder andere Beschwerde. Aber auch das legt sich. Insgesamt war das Fahren dann doch ziemlich angenehm und man gewöhnt sich schneller daran, als man denkt. Sobald es wieder in die Stadt geht, wird es zwar wieder etwas komplizierter, aber ich bin mir sicher, dass das nach ein paar Tagen gut funktioniert.

    Am Ende sind wir schließlich an unserem heutigen Ziel angekommen und in einem Motel gelandet, wie man es sonst nur aus amerikanischen Horrorfilmen kennt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die Nacht überleben werde, aber das Setting würde perfekt dafür taugen, dass gleich im Nebenzimmer irgendetwas Kriminelles passiert oder jemand von der Polizei abgeführt wird. Die Location würde es hergeben.

    Trotzdem war es eigentlich ganz schön. Zwei Schlafzimmer, wieder etwas Privatsphäre, und das zu einem sehr günstigen Preis. Nach den ersten Tagen wieder eine Nacht für sich zu haben und ohne Zimmergenossen zu schlafen, ist tatsächlich eine sehr feine Sache.
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