• Cristo Redentor und die Incas

    21.–25. jan., Argentina ⋅ 🌙 10 °C

    Max. 80km/h muten wir dem Blaubär zu. Besser 60...oder 40 😬 Die Straße ist eine Rumpelpiste vom Feinsten. Es kracht und scherbelt nur so im Fahrwerk.
    Rundum türmen sich Felsgiganten auf, sodass man sich beim Hochschauen den Hals verrenkt. Unbeeindruckt von der maroden Straße donnern schwere LKWs durch die grandiose Bergwelt, hupen an den Schreinen von Gauchito Gilti und wirken vor der Andenkulisse doch wie Spielzeugautos.
    Über dem ganzen Schauspiel thront der schneebedeckte Aconcagua.

    Wir sind unterwegs auf der Rute 7 zum Andenpass Paso Internacional Los Libertadores oder auch Cristo Redentor Pass genannt.

    Dieser Pass zwischen Argentinien und Chile liegt auf ca. 3200 Höhenmetern. Wir haben uns für die Überquerung 3 Tage Zeit genommen und auf 1400m, 2200m und 2700m Höhe übernachtet.

    Die Krönung der ganzen Aktion war die Auffahrt zum alten und seit dem Bau des neuen Passtunnels nicht mehr genutzten Pass auf 3837m Höhe. Dorthin gelangt man nur über eine 8km lange, steile, rumpelige, enge und vor Allem spektakuläre Schotterstrecke.
    Echt der Wahnsinn diese Ausblicke!

    Höher als bis zur meterhohen Statue des Cristo Redentor de los Andes auf der Passhöhe kann man nicht fahren und deshalb stand der Blaubär auch genau dort 💪

    Wie aus einigen Schautafeln hervorging waren im 15. Jahrhundert die Incas bis in diese Region vorgedrungen. Davon künden noch einige Siedlungsreste und publikumswirksam wurden auch kurzerhand Naturwunder wie die Puente del Inca und die Lagune del Inca nach der untergegangen Zivilisation benannt. Obwohl die guten alten Incas damit wohl eher nichts am Hut hatten...

    Wir sind jedenfalls schwer beeindruckt von der Weite und Schönheit dieser faszinierenden Bergwelt, die kaum mit Fotos einzufangen ist. ...aber ich habe mich bemüht.

    Ein weiterer Nervenkitzel war der Grenzübergang nach Chile. Dort werden in einer riesigen Halle pingelige Fahrzeugkontrollen durchgeführt. So richtig mit alles auspacken und in jede Ritze, Motorraum und eben überall hingucken. Verboten ist die Einfuhr von Milch- und Fleischprodukten, Obst, Gemüse, Samen, bestimmten Medikamenten und was weiß ich noch alles. Wir waren im Vorfeld einigermaßen aufgeregt und haben sicherheitshalber alle verdächtig erscheinenden Objekte aus dem Blaubär entfernt.
    Bei der Kontrolle dann...waren wir unangefochten die Exoten aus Europa mit dem auffäligen Auto und keiner Ahnung von Irgendwas. Das Ganze läuft natürlich ausschließlich in Spanisch ab. Ganz großes Kino!
    Aber die Beamten waren äußerst freundlich und so wurden wir nach dem üblichen Prozedere mit Passkontrollen und dem Papierkram für die Fahrzeugeinfuhr mit einer Larifari-Kontrolle durchgewunken.

    Geschafft!
    Wir sind in Chile 💪
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