• Über die Anden - mit ein paar Hindernissen

    Oct 19–26 in Argentina ⛅ 21 °C

    Sooo... mittlerweile sind wir als Reisegruppe mit Gabi in San Pedro de Atacama und damit wieder in Chile angekommen 💪

    Ganz so einfach wie sich das hinschreibt war es aber dann doch nicht...

    Zwecks (mittlerweile erfolgreicher) Auskurierung von dieser anstrengenden Grippe und Höhenakklimatisierung sind wir erst noch für 3 Tage nach Humahuaca gefahren. Ja - da waren wir schon aber die Gegend ist einen zweiten und sicher auch dritten Besuch wert 👍

    Danach haben wir uns als fit genug angesehen, zum Viadukt Polvorilla auf 4200m Höhe aufzubrechen und sind in 2 Tagen wieder rund 250km nach Südwesten gegurkt. Es ging dabei nochmal vorbei an der Salinas Grandes und über eine fürchterliche Schotterpiste in das auf 3775m hoch gelegene San Antonio de los Cobres.
    Tolle tolle Gegend!
    Für den nächsten Tag hatten wir schon unseren Plan gefasst, das Viadukto Polvorillo zu besuchen und uns über die Ruta40 näher an den Paso de Jama nach Chile heran zu schleichen.
    Aber wie das mit dem Planen so ist wurde daraus nix, alldiweil der Verfasser dieser Zeilen noch einen Kurzbesuch im Hospital in San Antonio de los Cobres einlegen musste. Dort gibt es kostenlos lecker Sauerstoff im Falle von Höhenkrankheit zu naschen. Dieses Angebot wird regelmäßig von diversen Durchreisenden angenommen und hat sich auch bei mir als sehr hilfreich und angenehm bewährt.
    Jedenfalls sind wir dann erstmal wieder runter auf 2600m gefahren und SchwuppDiWupp ging's mir wieder gut.

    Am nächsten Tag ging's dann auch tatsächlich zum Viadukto und der Weg hat sich gelohnt. Ein gigantisches Bauwerk aus Stahl auf 4200m Höhe. Über dieses Viadukto fährt heutzutage nur noch ein Touristenzug, der den bezeichnenden Namen Tren a las Nubes - Zug in die Wolken - trägt.
    Weiter ging's über die Ruta40 Richtung Norden, die in diesem Verlauf als traditionelle Straße ausgeführt ist. D.h. man fährt durch eine mal wieder hinreißende Landschaft auf einer mal wieder fürchterlichen Rüttelpiste mit derbem Wellbech, Sandpassagen und kleinen Furten. Anfangs macht das wirklich auch viel Spaß aber nach 120km weicht der Spaß diversen Flüchen...

    Nunja - angetrieben vom Wunsch, noch am selben Tag über den Paso de Jama nach Chile zu kommen haben wir Blaubär und Möhre (so heißt der Lkw von Gabi) über die Piste geknüppelt und standen 17:15 Uhr am ersehnten Ziel - dem Paso de Jama auf 4200m Höhe.
    Boah - was für Helden wir doch sind!

    Dummerweise stellte sich heraus, das eben jener Paso wieder wegen Schneefall geschlossen war. Drei Stunden vor unser Ankunft wurde alles dicht gemacht und das haben wir unterwegs natürlich nicht mitgekriegt!
    Also brach eine große Freude in der Reisegruppe aus und es ging wieder 110km zurück auf erträgliche 3640m, wo wir beim Örtchen Susques unser Lager aufgeschlagen haben.
    Auch am nächsten Tag war der Pass geschlossen und die Aussagen zu einer längeren Schließung aufgrund des Wetters verdichteten sich...

    Watt Nu?

    Wir entschieden uns, dann eben die Route zu ändern und nach Bolivien zu fahren. Guter Plan und so sind wir Abends schonmal 90km Richtung Bolivien und damit mal wieder runter an die Salinas Grandes gefahren und haben dort übernachtet.

    Die Abfahrt gen Bolivien war also gebongt und am nächsten Morgen ging es los! Aber nicht nach Bolivien... alldiweil nun plötzlich der Paso wieder als geöffnet gemeldet wurde.
    Nach einem Anruf bei einer offiziellen Stelle und dabei erhaltener Bestätigung der Öffnung verwarfen wir Bolivien und sind die 200km zum Paso eben wieder zurück gefahren.

    Klingt stark nach "Vor-Zurück-Zur Seite-Ran" und genauso haben wir uns auch gefühlt!

    Aber am Ende war alles gut. Nach 1 1/4h insgesamt problemlosen Grenzübergang mit dem üblichen Anstehen, Formularen, Fahrzeugkontrolle waren drin.
    In Chile. Juchuhh 😃

    Und offenbar war es eine Fügung, dass wir genau zu dieser Zeit über den Paso gefahren sind. Das Wetter war sensationell, kaum Verkehr und plötzlich hatte die Verzögerung ihren Sinn.
    Die Landschaft ist mal wieder unglaublich und wir haben ca. 100000 Fotos gemacht.
    Und zu unserer sehr großen Freude sind unsere alten Kfz über den Pass geschnürt, dass es eine helle Freude war. Nix Probleme, gute Leistung - so macht das Spaß 💪

    Und nun sind wir hier und freuen uns auf Vulkane, Lagunen und Geysire.
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