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  • Day42

    Banjarmasin:Diamantenmine und Flussfahrt

    October 16 in Indonesia ⋅ ⛅ 29 °C

    Nachdem gestern Abend mein Flieger fast zwei Stunden Verspätung hatte, mein Hotelzimmer Flecken auf der Decke, eine dreckige Klobrille und binden im Mülleimer hatte und das gesamte Haus von einem Konzert oder Karaoke im Nachbarhaus dröhnte und ich so kaum Schlaf abbekam, war der Start in Banjarmasin alles andere als gelungen. Früh morgens um 5 bin ich dann aus dem Hotel geflohen und habe eine andere Bleibe gefunden, in der es allerdings so penetrant nach Lösungsmitteln stinkt, dass ich Angst habe heute Nacht zu ersticken. Aber zumindest ist es einigermaßen sauber. Der Tag wurde allerdings immer besser. Die Leute hier sind so herzlich und hilfsbereit, dass einem das Herz aufgeht! Zuerst fuhr mich ein Ehepaar um Busbahnhof, nachdem der Abfahrtsort für Taxis dorthin durch eine Demo versperrt war. Im Bus traf ich einen jungen Mann, der sich spontan entschied mit mir zu kommen und die Diamantenminen in Cempaka und die Diamantenmärkte in Martapura anzuschauen. Er erklärt mir einiges dazu, z.B. dass vor ein paar Monaten fünf Minenarbeiter im Graben verschüttet wurden und starben. Er war auch ein wunderbarer Guide und Übersetzer und zahlte alle Fahrten, obwohl ich mich vehement wehrte. In den Minen suchen sie noch mit einfachsten Mitteln nach Diamanten, das Wasser wird in Bambusrohren transportiert und die Steine mit holzschüsseln ausgewaschen. Das durfte ich auch mal probieren, ist ziemlich anstrengend. Zurück in Banjarmasin traf ich einen anderen Indoneser, der bei dem Kauf einer Bootsfahrt auf den vielen Flüssen und Kanälen der Stadt vermittelte und mich begleitete. Im Sonnenuntergang fuhren wir an blauen Häusern auf Stelzen, badenden Kindern und Wäsche wachsenden Frauen vorbei. Auf meiner Suche nach Abendessen stieß ich danach auf einen chinesischen Tempel, in dem ich auf Schmalzgebäck, das man in gesüßte Erdnussmilch taucht, und wasser aus dem Mund einer weisen Götterstatue, eiblud. Als ich danach bei einem Essensstand fragte, ob sie Nasi Kuning hätten (mit Kurkuma gewürzter Reis, der mir empfohlen wurde), nannten sie mir einen guten Warung und einer der Männer fuhr mich sogar auf seinem Roller hin. Es ist einfach unglaublich, wie selbstlos und hilfsbereit die Indonesier sind. Dazu habe ich gestern etwas interessantes gehört: wir aus dem Westen lieben nur ein paar Menschen, die sich diese Liebe erst verdienen mussten: unsere Familie, Freunde, den Partner. Die Leute hier leben die Philosophie, dass die Liebe von Natur aus erstmal da ist zwischen allen Menschen. Es muss schon wirklich viel passieren, damit man sie sich "abverdient". Das finde ich eine wahnsinnig schöne Einstellung und erklärt die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft, mit der mir die Menschen hier begegnen.Read more