• Anreise Tag

    August 3 in Germany ⋅ ☀️ 16 °C

    Hallo zusammen,

    ich fahre für acht Tage nach Wien und nehme euch hier natürlich wieder mit!

    Die Reise begann mit dem Wecker um 4 Uhr morgens. An dieser Stelle eine wichtige Notiz an mein zukünftiges Ich: Wenn der Zug, der zwei Stunden später fährt, nur 15 € mehr kostet, dann sind diese 15 € manchmal wirklich gut investiert.

    Um 6 Uhr ging mein Zug schließlich in Berlin Südkreuz los. Der erste Teil der Strecke verlief erstaunlich problemlos, über Dresden bis zum freundlichen Winken in Weinböhla. Auch bis Prag war alles noch halbwegs entspannt.

    Doch ungefähr 30 Minuten nach Prag begann das Abenteuer. Zuerst standen wir etwa eine Stunde, mit der Durchsage, dass Bauarbeiten auf der Strecke für die Verzögerung verantwortlich seien. Danach fuhren wir vielleicht zehn Minuten, und standen wieder.

    Dann wurde es richtig unangenehm: Der Strom fiel aus. Damit verabschiedete sich auch die Klimaanlage. Keine Toilettenspülung, keine Türöffnung, keine frische Luft. Kurz darauf kam die Ansage, dass etwas am Zug kaputt sei und wir auf unbestimmte Zeit festsaßen. Bei mindestens 35 Grad im Zug fühlte sich das Ganze irgendwann eher wie eine Grabkammer als wie eine Zugfahrt an.

    Als die ersten Leute Kreislaufprobleme bekamen und ich einem armen Schaffner im Spaß androhte, notfalls eine Scheibe einzuschlagen, so einen Nothammer wollte ich schließlich schon immer mal benutzen, wurden die Türen schließlich geöffnet und wir durften auf die Gleise.

    Um die Geschichte etwas abzukürzen: Zum Glück kam später ein anderer Zug Richtung Wien Hauptbahnhof. Die meisten von uns stiegen um und verbrachten die letzten vier Stunden der Reise auf dem Boden sitzend.

    Statt der geplanten 8,5 Stunden war ich am Ende fast 14 Stunden unterwegs. Entsprechend schlecht war meine Laune bei der Ankunft.

    Zum Glück änderte sich das sofort, als mich Marcel am Bahnhof abholte. Er ist gerade für fünf Wochen in Wien und macht dort ein Praktikum bei einem Designer. Den Abend ließen wir dann entspannt auf der Donauinsel bei einem halbwegs kalten Bier ausklingen.

    Im Moment bin ich einfach nur froh, angekommen zu sein, und ehrlich gesagt sehr gespannt, wie die Rückfahrt in einer Woche aussehen wird.
    Read more