• Rail Trail von Casino nach Lismore

    15. december 2025, Australien ⋅ ☀️ 31 °C

    Montag, 15.12.2025

    Unser Stellplatz über der Straße war nicht so entspannend und leise, wie wir gedacht hatten.
    Die ganze Nacht war der Verkehr nicht abgerissen und wir waren beide in der Nacht öfter aufgewacht.
    Doch die Athmosphäre am nächsten Morgen war ein wahres Highlight.
    Der orange gefärbte Himmel kündigte die Sonne an. Rosa angestrahlte Wolken standen über uns und zwischen den Hügeln und Feldern, breitete sich der weiche weisse Morgennebel über die tieferen Täler aus.
    Ich konnte mich von dem Anblick gar nicht losreisen. Die Hektik breitete sich auf unseren 8 Quadratmetern aus.

    Wir machten Kohbi startklar und fuhren den kleinen Hügel hinunter auf die Straße. Nach einer halben Stunde Fahrzeit erreichten wir den Parkplatz in Casino, wo der Rail Trail startete.
    Während Alex die Räder aus der Garage lud und alles zusammen baute, bereitete ich unser Frühstück und auch das Mittagessen vor. Alles fand Platz in unseren Rad-Packtaschen. Alex lud wie immer mehr in seine hinein, er war mindestens 5 Kilo schwerer als meine.Den Trainingseffekt wolle er nicht missen, meinte er.

    Ich war doch ein wenig skeptisch nach der gestrigen Wanderung, die ich so sehr in meinen Beinen gespürt hatte. Denn unsere Strecke war heute nicht ohne. 57 Kilometer waren zu bewältigen.
    Die Zahnärztin hatte Alex auch schon ein Email zurückgeschrieben, dass er am Dienstag um 10:30 in ihrer Praxis erwartet wurde. Also war auch dieses Problem schon mal gelöst.

    Wir bestiegen unsere Reiseräder und los ging es. Nach dem ersten Kilometer Asphalt mündete dieser in eine Schotterstraße. Aber ich tat mir heute unendlich leicht. Gemütlich ging es durch die Weiden dahin, ab und an radelten wir durch beschattete Wäldchen. Nach einer ausgiebigen Frühstückspause im Schatten gings über den einzigen steilen Abstieg Richtung Lennox Head. Alex fuhr anscheinend fast mühelos den Berg hoch. Ich musste absteigen und das schwere Rad schieben. Einfach zu steil. Da kam mir mein liebster Ehemann schon entgegen, nahm mein Rad und fuhr das letzte steile Stück hinauf. Bald darauf erreichten wir den Endpunkt Lismore mit dem schönen alten Bahnhofsgebäude. Ich kaufte mir in der Bäckerei ein Stück Kuchen und Alex ein großes Mars bei Seven Eleven. Unsere Belohnung fürs Strampeln sozusagen.
    Alex schickte mich schon vor, um einen Platz fürs Mittagessen ausfindig zu machen. Nach fast 7 Kilometer, wo ich nichts Schattiges gefunden hatte, musste aber jetzt ganz schnell einer her, denn die Diva in Alex hatte schon unglaublichen Hunger.

    So schlug ich den nächsten schattigen Platz direkt neben dem Radweg mit mannshohem Gras vor. Unsere Diva willigte ein. Kurz darauf ließen wir uns unser Mittagessen im weichen Gras Bett gut schmecken.

    Der Tag war ziemlich heiß, und an den Zwischenstationen am Trail mit WC und Waschbecken, benäßten wir unsere Hemden mit Wasser, um abzukühlen. Am Rückweg hatten wir Gott sei Dank Rückenwind, und so überwanden wir den steilen Anstieg zurück in derselben Manier wie zuvor.
    Bald waren wir auch zurück am Parkplatz, und hatten auch noch fast den ganzen Nachmittag zur Verfügung. Alex zerlegte die Räder und räumte sie in die Garage, während ich die Packtaschen ausräumte.

    Danach gönnten wir uns auf dem leeren Parkplatz zwischen Kohbis Hecktüren eine herrliche Dusche und beschlossen, die Nacht hier stehen zu bleiben, da es keine Verbotsschilder gab, die das Campen hier verbieten würde.
    Ein Auto mit Allrad und Trailer (Wohnwagen) fuhr gegen Abend noch auf unseren Parkplatz.

    Wir genossen das Gekreische der weißen Kakadus in den hohen Bäumen, die aufgeregt hin und her flogen, sich auch auf den Hochspannungsseilen niederließen und auf einmal total witzig sich nach vorne fallen ließen und dann kopfüber am Seil hingen und mit den Flügeln schlugen und dann sich damit wieder in die Normalposition bugsierten. Das sind schon lustige Vögel mit furchtbarem Gekreische.

    Wir chillten noch ein wenig und gingen dann müde von unserer Tour bald ins Bett.
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