• Durch den Regen nach Mangakino

    January 21 in New Zealand ⋅ 🌧 15 °C

    Mittwoch und Donnerstag, 21. und 22. 01.2026
    25,83 km, 479 hm
    von Keith Scheune bis zur Cozy Hut in Mangakino

    Wir schliefen eine Stunde länger als sonst, bauten das Zelt ab und beschlossen auf Grund des noch immer anhaltenden Regens, gleich das Frühstück hier im Trockenen einzunehmen.
    Da ertönte das Brummen eines Motorrades, und wir sahen wie ein Mann etwas weiter weg von uns vom Motorrad stieg.
    Wenig später schwenkte sein Blick zu seiner Scheune, und da ich ihn ja beobachtet hatte, hob ich zum Gruß meine Hand.
    Daraufhin stapfte er durch den Regen zu uns herüber. Er stellte sich uns als Keith Alexander McBeth vor, 79 und Besitzer dieses Grundstücks. Alexander fragte ihn einiges über seine Farm und bemerkte dann, ob er einmal Wrestler gewesen war. Er bejahte und erzählte, er habe bei der Wrestling-Meisterschaft in Kanada für Neuseeland gekämpft. Keith hatte Hände so groß wie Klodeckel, und Alex war dies aufgefallen. Er erzählte auch von seiner Scheidung, das er die Hälfte seiner Farm, nämlich 110 Hektar, seiner Exfrau hätte geben müssen. Er hat sie aber ausbezahlt. Wahnsinn! Auch 2 Enkelkinder hätte er.
    Er war so offen und ehrlich, dass er so frei von der Leber weg über sein Leben erzählte, und das an zwei total wild fremde Menschen wie Alex und mich.
    Wir fanden dies sehr offenherzig. Er wünschte uns noch eine gute Weiterreise, schwang sich mit seinen 100 kg auf sein Motorrad, molk 2 Kühe noch für seinen Eigenbedarf und freute sich aufs Fernsehen in seinem Haus und bemitleidete uns ein wenig, weil wir im Regen weiterfahren mussten.

    Wir kämpften uns also im strömenden Regen weiter voran, heute würden wir also mittags in Mangakino in unserer Cozy Hut ankommen.
    Kurz vor dem Örtchen trafen wir dann die ersten Bike-Backer, Zwei Neuseeländer, schon pensioniert, aber sehr gut beieinander, Morris und Scot, sie hatten auch jeder ein Zelt und Kocher mit dabei, und ihr Gepäck hatte sicher auch 30 kg. Sie hatten es aber auch auf das Vorderrad verteilt mittels kleinerer Packtaschen. Den Timber Trail würden auch sie auslassen, es war doch eine Mountainbike Strecke, die mit Gepäck und mit dem Regen fast nicht zu bewältigen war.
    So erfuhren wir wieder mal viel Wichtiges.
    Wir machten noch ein Erinnerungsfoto und dann ging es bergab in den Supermarkt von Mangakino. Dort deckten wir uns für die nächsten 2 Nächte ein und waren froh, das uns Sue in ihrer netten Unterkunft freundlich empfing. Wir hüpften gleich unter die warme Dusche, denn durch das lange Quatschen mit den beiden Bikebackern war uns ziemlich kalt geworden. Sue wusch und trocknete unsere Kleidung ohne dafür Entgelt zu nehmen, und wir waren froh den Nachmittag und Abend im Warmen und Trockenen zu verbringen.
    Das Mittagessen, Nudeln mit selbstgemachtem Sugo, war köstlich und unser Bett einfach nur wunderbar weich.
    Der nächste Tag war unser Ruhetag. Wir frühstückten gemütlich, ich schrieb unser Reisetagebuch weiter und Alex machte Büroarbeit.
    So ging auch dieser Ruhetag seinem Ende zu und morgen sollte es dann auch wieder weiter gehen.
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