… bis zum Unterstand von Keith‘s farm
January 20 in New Zealand ⋅ ☁️ 17 °C
Dienstag, 20.01.2026
48,46 km, 1015 hm
Maungatautari bis Wharepuhunga Ward/ Keith Alexander McBeth Scheune
Schon frühmorgens, als wir gerade unser Zelt zusammen packten, spielten sich die dunklen Regenwolken mit den noch wenigen Strahlen der aufgehenden Sonne.
Wunderschön beleuchteten die Sonnenstrahlen eine Buschreihe hinter Stevens Feldern und hob sie dadurch vom dunklen Wolken verhangenen Himmel ab.
Kurz danach begann es zu nieseln. Wir kämpften uns die hügelige Straße voran, gegen 9 h versuchten wir einen Platz zum Frühstücken zu finden. Eine alte, schon ziemlich desolate Hütte bot genügend Schutz gegen Wind und ein noch gut erhaltenes Dach gegen den Regen an. Der Innenraum war nicht so toll und mir grauste direkt, denn in einem Eck lag ein Vogel-Gerippe.
Alex meinte nur ich solle nun keine Tussi-Allüren an den Tag bringen, breitete einfach unsere blau-orangenen Planen darüber und irgendwie trat dann bei mir dieser “aus den Augen- aus dem Sinn-Effekt” ein. So konnte ich unser Frühstück dann doch noch genießen.
Aufgewärmt mit von Alex gekochtem Tee und gestärkt mit Porridge machten wir beide uns wieder auf den Weg.
Ich hörte nun ABBA, denn dies ging offline sehr gut und dies gab mir wieder etwas Antrieb, mich durch den Regen zu kämpfen.
Es regnete weiter, und um die Mittagszeit wünschte ich mir nichts mehr als eine Scheune. Ein Dach über dem Kopf, Schutz vor Wind und Regen.
Und da stand sie. Groß, ein Wellblech-Halbrund mit vielen Strohballen darin, Platz für uns und unsere Fahrräder.
Diesmal gingen wir schon unbelasteter an die Sache heran. Das Grundstückstor war offen, die Scheune nah an der Straße und ein Haus war weit oben am Hügel zu sehen.
Wir marschierten mit den Rädern zur Scheune, öffneten das große niedere Eisengatter und standen im Trockenen.
Wir machten es uns hinter einem großen Strohballen gemütlich, zogen die nasse Kleidung aus u und kochten uns erst mal heißen Tee und dann schon vorgekochten Reis mit Gemüse.
Später ging ich dann doch noch zum Haus hoch, da wir viel zu wenig Wasser mit hatten. Ich klopfte an die Eingangstüre und nach einiger Zeit öffnete ein Philipino. Hier wohnten sichtlich 5 oder 6 Farmarbeiter, die gerade pausierten und schliefen, bevor es wieder ans Kühe melken ging.
Ich bat um Trinkwasser und bekam, liebenswürdige Weise, meine 3 Wasserflaschen gefüllt wieder zurück.
Welch Glück.
Das sollte uns auch hold bleiben, denn nun regnete es ohne Unterlass, wir waren trotz Regenpelerine naß bis auf die Haut. Unserere Hände, die in kurzen Fahrrad-Handschuhen steckten, waren schon schrumpelig. Meine Haare waren trotz Kapuze unter dem Fahrradhelm total naß.
Es war ca. 16h, von der Straße her ein offenes Gatter, ein Weg zu einem halbrunden Wellblechschuppen, den wir, nachdem wir uns angeschaut hatten,einstimmig darauf zu fuhren.
Das war unser Übernachtungs-Platz. Die große Scheune war leer, der Boden ausgestreut mit Sägespänen. Die hintersten 3 m der Scheune waren trocken, dort stellten wir unser Zelt auf.
Wir zogen unsere komplett durchnässte Kleidung aus und hingen sie auf den Eisenverstrebungen zum Trocknen auf. Auch unsere Schuhe waren komplett nass. Endlich hatten wir trockene Kleidung an, das Zelt war aufgestellt. Ich musste 3 mal niesen, und Alex riet mir meine Haare trocken zu rubbeln mit dem Handtuch. Das tat ich und danach versuchte ich mich im Schlafsack wieder aufzuwärmen.
Für Alex war mein Niesen wohl ein Warnzeichen. Er war so feinfühlig und aufmerksam, und als er neben mir im Schlafsack lag, buchte er die nächsten 2 Nächte in einer Unterkunft. Denn es sollte auch stark weiter regnen.
Wir lagen nun im Trockenen und dass fühlte sich sehr gut an.Read more










