• Gegenwind und Flusscamping

    February 22 in New Zealand ⋅ ☁️ 15 °C

    Sonntag, 22.02.2026
    von Ross bis zur Flussbank des Whataroa Rivers
    60 km, 586 hm

    Wir verließen gegen 7 h früh den Campingplatz, das Wetter war gut und wir waren ausgeschlafen.
    Es ging durch das kleine Örtchen Ross, einem Goldgräber-Ort, mit netten kleinen Häusern.
    Einer dürfte hier eine besondere Vorliebe für Kaffee oder Teekannen gehabt haben.
    Wir fuhren den Highway Nr. 6 Richtung Hari Hari entlang, dann bogen wir auf eine Schotterstraße ab. Hier gabs überhaupt keinen Verkehr, nur Rinderweiden, so weit das Auge reicht.
    Da wir doch sehr viel Gegenwind heute hatten, war es vor allem gefühlt schwer, denn obwohl man reintritt, rollt der Reifen nicht so wie man es gewohnt ist. Man hat eher das gefühl, permanent gegen etwas zu kämpfen, man muß mehr investieren um Meter zu machen.
    So ausgepowert kamen wir gegen 13h in Hari Hari an. Dort gab es ein kleines Cafe, und ich gönnte mir einen Long Black und eine Schnitte Karottentorte, von der ich jedoch vor unserem Mittagessen nur ¼ aß. Wir trafen dort auch Simon, aus Wales, er machte auf seinem Rad zwischen 100 und 120 km, er hatte Zeitdruck, bestellte sich ein Schnitzl mit Pommes und einem riesigen Batzen Mayonnaise, die eher unappetitlich aussah.
    Wir quatschten noch über Ausrüstung und machten uns vor ihm auf unseren Weg.
    Ich war frisch gestärkt und konnte mich inzwischen nun besser mit dem Gegenwind auseinandersetzten. Ich hatte Alex hinter mir gelassen, der sich doch noch verplaudert hatte mit Simon. So kam es zu der Situation, das die Diva in Alex schon riesigen Hunger auf Mittagessen hatte, daß in ruhiger Umgebung zu sich nehmen wollte, und mich, die ich vorne selbstvergessen davonradelte, telefonisch nicht erreichte. Denn ich hatte den Flugmodus eingeschaltet, um Akku zu sparen.
    Ich blieb irgendwann stehen, hatte Alex rufen gehört. Und endlich war er dann auch bei mir, seine Diva war in Rage, und ich schuldbewusst wegen des eingeschaltenen Flugmodus.
    Nah am Fluss fand sich dann schnell ein windstiller Platz zum Essen. Meine Diva war besänftigt und danach konnten wir gestärkt den Kampf gegen den Wind wieder aufnehmen.
    So radelten wir auf dem Highway Nr. 6 dahin. Ich im Rythmus von Abba, Cat Stevens und anderen Ohrwürmern.
    Dann wurde es Zeit einen Schlafplatz zu suchen, denn Campingplatz würden wir heute keinen mehr erreichen.
    Alex Lieblingsplätze befinden sich unter Brücken, an Flüssen oder auf Bergen. Bei einer Abfahrt zu einem riesigen Kiesberg an einem großen Flußbett mit vielen Kieselsteinen, konnte er mich überzeugen, hier in einer kleinen Vertiefung unser Zelt aufzustellen. Hier war es nahezu windstill.
    Ich war müde vom Kampf gegen den Wind und Alex hatte unsere morgige, mit vielen Höhenmetern gespickte Tour in 2 Teile geteilt. So wollte ich eigentlich nur mehr ausrasten.
    Wir genoßen noch die letzten Sonnenstrahlen, die sich warm auf das Kieselbett des Flusses legten. So trocknete sogar noch der Hosenboden meiner Radhose.
    Ich bereitete noch unser Frühstück vor und sah dabei zu wie die Sonne langsam unterging.
    In der Nacht sollte es wieder ein wenig regnen, und da im feinen Kies des Flussbettes unsere Haringe nicht hielten, beschwerten wir unsere Zeltkonstruktion mit schweren Flußkieseln. Das hielt bombig.
    Müde kuschelten wir uns im windgeschützten Zelt ein.
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