• 100% Regen

    8 Maret, Selandia Baru ⋅ 🌧 13 °C

    Sonntag, 08.03.2026
    54,75 km, 597 hm
    von der Campsite in Winton nach Invercargil

    Heute Tagwache um 4h 30! Es sollte ja um 5h zu schütten beginnen. So waren wir wirklich mit dem zusammenpacken von Zelt und Packtaschen fertig, als es zu nieseln begann.
    Alex erzählte mir noch, daß er in der Nacht das Hotel in Invercargill storniert hatte, da er sich sicher sei, dass wir unsere Räder im Bus nicht mitnehmen könnten.
    Als ich das hörte, rutschte mir das Herz fast in die Hose. Nein, nein, ich will nicht wieder zurückfahren! Nicht wieder bergauf! So mobilisierte ich mal wieder das Universum und schickte so alle 10 Minuten immer den selben Wunsch hinauf.
    “Bitte liebes Universum, lass uns den Bus bekommen mit Platz für unsere Räder!”
    Trotz dieser Tatsache, nahmen wir den Weg nach Invercargill. Das Schicksal, das war uns beiden klar, musste herausgefordert werden.

    Wir starteten hinaus aus dem Campingplatz auf die Asphaltstraße und schon nach 10 Minuten hatte uns die Wettervorhersage eingeholt. Der Regen wurde nun von Stunde zu Stunde stärker. Gegen 9h sehnten wir beide die Frühstückspause herbei und da bot sich eine offene Einfahrt in ein Firmengelände an, das mit einem großen leeren Gebäude schon von der Straße einzusehen war.
    Dort waren wir vor dem unablässigen Herunterprasseln des Regens geschützt und konnten unser Frühstück einnehmen. Alex kochte uns noch heißen Tee fürs Weiterfahren und dann gings wieder weiter durch den Regen.
    Da es so schüttete, nahmen wir eine Abkürzung, die sich als Schotterstraße mit Dead End entpuppte. Hier hatte ich auch gleich nochmals einen platten Reifen. Ich, total verzweifelt nun in dem strömenden Regen auch noch Reifen zu wechseln, traf auf einen sofort kehrtmachenden liebenden Ehemann, der die Ruhe bewahrte und mein Rad wieder fahrbereit machte. Dies holte mich wieder herunter, doch das nächste Problem war nicht weit. Ein riesiger Erdhaufen, der verhindern sollte, daß Autos hier durchfahren. Auch für schwer bepackte Räder auf schlammigem Untergrund klappte die Überwindung des Hindernisses nur in Teamarbeit. Aber wir schafften auch dies im strömenden Regen.
    Kurz vor Invercargill fanden wir noch einen trockenen Glasvorbau, den wir für unser Mittagessen als Unterschlupf höchst geeignet befanden. Da ja Sonntag war und auch hier geschlossen war, konnten wir hier unseren 2. Teil des Frühstücks einnehmen. Von hier aus erreichte Alex auch endlich telefonisch das Hostel in Invercargill, und konnte unsere stornierte Hotelbuchung wieder rückgängig machen. Denn auf das Mail, das er heute morgen deswegen schon abgeschickt hatte, hatten wir keine Antwort bekommen.
    Gegen ca. 12h erreichten wir unser Ziel. Denn Alexanders Reifenmantel hatte ja vor 2 Tagen einen Riß seitlich bekommen, den wir notdürftig mit Tape repariert hatten.
    Hier in Invercargill gab es einen EVO Bikeshop, der genau die richtige Dimension vorrätig hatte. Das hatte Alex schon während dem Fahren im Regen alles abgeklärt.
    Als wir gerade aus dem Bikeshop kamen, hielt Frieda bei uns. Sie hatte uns von der Straße aus gesehen. Wir quatschten noch eine Weile, wollten sie auch zu Spagetti in unsere Hostelküche einladen, doch die tapfere Frieda wollte heute noch bis zum Ende des TA, nach Bluff fahren, das waren nochmals ca. 30 km.
    So verabschiedeten wir uns herzlich und wünschten alles Gute. Wir würden in Verbindung bleiben.
    Bis auf die Haut durchnässt, kamen wir in unserem Hostel an. Zuerst wurden die Räder abgesperrt, das ganze Gepäck aufs Zimmer verfrachtet und dann gab es endlich die heiße Dusche.
    Aufgewärmt vom heißen Wasser und mit trockenem Gewand, stapfte ich in die Gemeinschaftsküche um uns Spagetti mit Salat zu kochen.
    Herrlich!
    Während ich noch abwusch, machte sich Alex wieder auf den Weg ins Zimmer, um die Räder herauf zu schaffen und sie für den Transport im Bus auseinander zu bauen.

    Schlußendlich hatten wir beide Räder zu flachen Paketen zusammengeschnürt, unsere Rucksäcke mit Essen vollgepackt und die Packtaschen zusammengebunden, um sie handlich verstauen zu können.
    Und da wir sicher waren, einen männlichen Busfahrer zu haben, lernte ich meine Bitte, unsere Fahrräder auf jeden Fall mitzunehmen, in bestem Englisch,von Alex angesagt, auswendig.

    Wir hatten auch noch unsere nasse Radwäsche gewaschen und getrocknet und so waren wir bereit für den morgigen Tag. Unser Bus sollte morgen vor der Türe des Hostels um 8h15 abfahren. Völlig erschöpft schliefen wir bald ein.
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