• … so viele Kilometer!

    Apr 7–8 in Australia ⋅ ☁️ 25 °C

    Dienstag und Mittwoch, 07 und 08..04.2026
    Broome bis Rest Stop Exmouth
    645 km + 610 km

    Heute wieder mal ganz früh Tagwache! Grüner Tee von meinem Schatzerl, und dann raus auf die Matte. Und dann eine Überraschung!
    Heute keine Sterne! Und als es heller wird weiß ich warum. Um uns herum wabbert weißer Nebel. Es ist überall so feucht, dass die Erde nur so dampft.
    Ich bin richtig froh, das wir jeden Tag unsere Yoga-Routine mit Kraftübungen machen, damit wir nicht nur den ganzen Tag im Autositz festgeschnallt, und verdammt zur fast Bewegungslosigkeit unsere Kilometer abspulen. Natürlich abwechselnd, so dass der andere in der Zwischenzeit mal ein Nickerchen machen und die Beine am Armaturenbrett ablegen kann.
    Dann gibt Frühstück, und dann gehts schon los. Abgewaschen wird Abends, wenn wir am Rastplatz angekommen sind.
    Heute sind viele Road Trains unterwegs. Die längsten Lkw-Züge fahren mit 4 Anhängern und sind bis zu 55 m lang. Diese zu überholen ist fast unmöglich, aber die Highways hier in Australien sind immer wieder mit Überholspuren ausgestattet. Meist ist es dann so, daß die Roadtrains, die schon ungeduldig hinter uns hergefahren sind, dann uns überholt haben und wir froh sind, dass uns keiner mehr am Hinterteil klebt. Denn dann wird das Hineinfahren in eine Parkbucht mit abruptem Abbremsen oft zu einer gefährlichen Aktion, wenn der tonnenschwere Lkw an unserem Heck klebt.
    Die Landschaft, die heute an uns vorbeizieht ist ziemlich trist. Grasebenen und ein paar niedere Büsche. Gott sei Dank sehen wir auch fast keine toten Kängurus am Straßenrand liegen. Mittagessen gibts wie immer an solchen Tagen irgendwo auf einem Rastplatz. Schnell zubereitet, Abwasch verschoben auf Abend, und meist wird auch gleich das Geschirr, das sich in der Spüle befand, nochmals benutzt.
    Am Abend sind wir beide eigentlich total geschafft vom Fahren und schlafen meist schon gegen 20 oder 21 h ein.
    Am nächsten Morgen wieder aufstehen, wenn es dunkel ist, denn da sind die Fliegen noch nicht munter. Diese kommen mit Sonnenaufgang und sind extrem lästig. Sie fliegen einem in Mund,Nase und Ohren und deswegen absolvierten wir unsere Yoga Einheit mit Mückennetz am Kopf. Kaum schwitzt man ein wenig, hat man tausend Fliegen auf einem sitzen. Überrall kitzelt es und ich hab dann meist alles mit langen Ärmeln und lange Hose an, damit ich das nicht so spüre.
    Oft machte ich mir auch Gedanken, wo diese Viecher wohl vorher drauf gesessen sind, und mit sich herumtragen an Bakterien.
    Wieder fuhren wir unsere Kilometer herunter und waren froh endlich bis kurz vor Exmouth gekommen zu sein.
    Noch vor Sonnenuntergang erreichten wir unseren Stellplatz für die Nacht und wir wollten beide noch einen Abendlauf machen.
    Wir liefen beide in entgegengesetzte Richtungen. Ich bergab und Alex bergauf. Ich lief am leeren Highway entlang, den Sonnenuntergang im Blick, und verstreut über die Landschaft tausende von Termitenhügel, die wie kleine Pupshaufen von einem Riesen aussahen.
    Als ich zurückkam war es dunkel, Alex hatte mir Gott sei Dank die Stirnlampe mitgegeben, so war ich auch für Autos sichtbar, die den Highway alle heiligen Zeiten mal entlangkamen.
    Ich lief also Richtung Kohbi, als dieser plötzlich aufleuchtete und die Alarmsirene aufheulte.
    Ich erschrak, war jemand in unseren Van eingebrochen? Denn Alex war immer länger unterwegs als ich. Ich ging um den Van herum. Alles sah normal aus. Plötzlich pumperte es drinnen. Ich klopfte mit der Hand gegen die Türe und rief Hallo! Da war jemand im Auto!
    Es war Alex! Er war früher als erwartet zurückgekommen, da sein rechtes Knie zu schmerzen begonnen hatte. Er würde mal Pause machen und Voltaren schmieren.
    Wir nahmen beide noch eine erfrischende Dusche im Heckbereich mit unserer Outdoordusche und schlüpften erschöpft ins Bett.
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