• Chicago

    Sep 9–12 in the United States 🌧 22 °C

    Mittwoch, 09.09.2026 bis Samstag,12.09.2026
    477 km

    Wir erwachten um 5h auf einem leeren Parkplatz, fuhren dann noch das kleine Stückchen bis zum Eingang des Fitnessstudios hinauf und stellten unseren Kohbi dort ab. Eine Trainingseinheit für mich auf dem Crossfit-Gerät und für Alex auf dem Fahrrad, und danach ein paar Geräte für den Kraftaufbau. Auf die Dusche freuten wir uns wie immer beide und dann gings zurück in unseren Van zum Frühstück zubereiten. Diesmal frühstückten wir jedoch nicht am Parkplatz, sondern während des Fahrens. Alex checkt das viel besser als ich, er hat Übung darin, hinter dem Lenkrad zu essen.
    Donnerstag, 10.09.2026
    Dann spulten wir die fast 500 km bis Chicago auf dem Highway herunter. Gegen 16h erfasste uns die Blechlawine des Nachmittagsverkehrs, die Skyline winkte uns aus der Ferne zu, während wir uns gemächlich durch die Stadtautobahn bis zu unserem Stellplatz am Lincoln Park durch den Verkehr bugsierten.
    Die Stadt war beeindruckend, die alten Viertel mit ihren kleinen Backsteinhäusern und den Stiegenaufgängen ins erste Geschoß gaben einen ersten Eindruck des alten Chicagos wieder. Und dahinter die imposanten Hochhäuser.

    Es war dunkel, als wir endlich einen Parkplatz auf der Fahrbahn am Lincoln Park fanden, rechts davon lag der Zoo, links ein großer Parkstreifen mit Gras und vielen Bäumen und einem Kinderspielplatz, der nun allein in der Dunkelheit lag.

    Der Freitag morgen begann früh, gegen 5h früh standen wir auf und dann gings in der Morgendämmerung zum nächstgelegenen Planet Fitness. Morgentraining! Und danach Frühstück am Parkplatz. Auch Essen musste wieder eingekauft werden, und so machten wir uns auf den Weg zu einem tollen Bioladen. Dort gab es Gemüse und Obst in herrlicher Fülle und Qualität. Auch die 2 vollen Ikea-Taschen, die ich mit den Herrlichkeiten angefüllt hatte, mussten danach im Kühlschrank von Kohbi untergebracht werden. Wir waren inzwischen auch dazu übergegangen, Kartoffel, Karotten und Tomaten in unseren Baumwollnetzen über unserer Dusche luftig aufzuhängen. Das sparte Platz im Kühlschrank. Und dann wars auch schon wieder Zeit fürs Mittagessen. Das Herrichten, Essen und Wegräumen verschlingt schon mal gerne 2 Stunden.
    So wars dann schlussendlich 14h, als wir in die Bibliothek des Botanischen Gartens in Chicago aufbrachen. Dieser lag fast 40 Minuten von unserem Stellplatz entfernt. Nach einer langen Strecke Autobahn trafen wir am Gelände ein. Eine Parkwächterin hielt uns auf. Ich erzählte ihr, wir würden zur Bibliotek wollen, und so mussten wir keine Parkgebühren entrichten. Schnell war ein geeigneter Parkplatz gefunden und wir marschierten zielstrebig Richtung Bibliotheksgebäude, das mitten im botanischen Garten lag. Also doch am Eingang noch 25 Can $ Eintritt für jeden abgelegt. Die Bibliothek lag mitten im Grünen, die Fenster richteten ihren Blick in die Bäume. Wunderschön, stimmig und lauter Bücher über Garten, Wald, Permakultur usw. Wir vertrieben uns dort die Zeit bis zur Sperrstunde, wälzten Bücher, scannten und blätterten in schönen Bildbänden.
    Dann gings hinaus in den herrlichen Park, oft sehr geometrisch angelegt, mit Wasserspielen, Teichen und großen Glashäusern, in welchen Sukkulenten und Wüstenkaktusse, riesige Bananenstauden und seltene tropische Pflanzen wuchsen.
    Wir wandelten weiter zum Obstgarten, legten uns in die Wiese und ließen die letzten warmen Sonnenstrahlen auf unserer Haut tanzen. Beim zurückgehen, wanderten wir am großen angelegten See vorbei, auf dem Wasserfontainen die Stille durchbrachen.
    Ja, hier fühlten wir uns wohl, kamen ein wenig runter und genossen den herrlichen Garten.
    Beim nach Hause fahren, wählten wir die Uferstraße, vorbei an wunderschönen alten Villen. Ich konnte mich gar nicht sattsehen, so detailverliebt, mit Veranden und Giebeln und Fachwerk waren diese Gebäude ausgestattet.

    Es ging zurück zum Lincoln Park. Auch diesmal hatten wir Glück, und fast der selbe Parkplatz war noch frei,direkt neben dem verwaisten Kinderspielplatz.
    Müde vom vielen Wandern durch den Garten, schliefen wir bald ein, unbeeindruckt vom nächtlichen Chicagoer Verkehrsstrom auf der Paralellstraße.

    Auch der Samstagmorgen begann früh wie immer. 5h Tagwache, Planet Fitness Training, Frühstück. Aber für heute war ein besonderes Highlight geplant. Es ging hinein ins Stadtzentrum und hinauf auf einen der höchsten Wolkenkratzer Chicagos. Das 360° Observation Deck. Die Ausblicke waren unbeschreiblich, alles sah von hier heroben so klein und unwichtig aus. Man hatte einen tollen Rundblick und konnte nun das Ausmaß dieser Stadt aus alten und neuen Hochhäusern, niedrig verbauten Vorstädten und den Blick auf den, wie ein Meer anmutenden Lake Michigan genießen.

    Danach gönnten wir uns in einem kleinen mexikanischen Restaurant ein feines veganes Mittagessen. Mal keinen Abwasch machen zu müssen, war sehr fein.

    Danach machten wir uns zurück auf unseren Stellplatz am Zoo. Alex ließ mich an einer strategisch nah liegenden Kreuzung zur Altstadt aussteigen und ich marschierte noch für knappe 2 Stunden durch „Old Town“. Dennoch war es enttäuschend für mich. Ich hatte mehr erwartet. Mehr alte Häuser, mehr kleine Shops mit interessanten Dingen zum ansehen. Das einzige was ich kaufte, war also eine Tüte Eis, und das war eigentlich mehr als süß und auch da hatte ich mehr Geschmack erwartet. Dafür grölten die jungen Leute aus den unendlich aneinander gereihten Sportbars raus auf die Straße, den es wurde da gerade ein wichtiges Baseballmatch gespielt und lief auf jedem verfügbaren TV-Gerät.
    So machte ich mich auf zum Lincoln Park, traf Alex an, als er gerade in der Sonne saß und las.
    Ich packte unsere Federballschläger aus und wir spielten im schönen Rasen noch ein kleines Match.

    Damit war der letzte Tag in Chicago nun zur Neige gegangen. Als es kühler wurde, richteten wir uns im Kohbi gemütlich ein, planten unseren nächsten Tag und gingen dann bald schlafen.
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