• Copper Coast und wild Campen

    3. elokuuta 2024, Irlanti ⋅ 🌬 18 °C

    Der Morgen startete mit einem tollen Irish Breakfast für nur 5 Euro! Soviel Nachschlag wie man will🥰.

    Danach ging es auf den neuen Fahrradweg den Greenway von Waterford nach Dungarvan, der ganze Stolz der Region und vielfach angepriesen....schön flach und dadurch schnell....und leider größtenteils bisl langweilig. Ein altes Eisenbahn-Viadukt sieht wenn man drauf fährt halt trotzdem nur wie eine Radbrücke aus😅. Immer geradeaus und oft an der Autobahn lang. Zum Glück hatte uns ein lokaler Radfan bereits am Vortag den Tipp gegeben die Coppercoast nicht auszulassen. Johi hatte die Route entsprechend geplant und wirklich perfekt abgeliefert!

    Greenway um aus Waterford raus und nach Dungarvan rein zu kommen, ansonsten schön an der Küste lang. Bisl Höhenmeter dafür Aussicht.

    Irland zeigte sich von seiner besten Seite! Die Landschaft im Hinterland war fast so schön wie die raue Küste! Sonne, Wolken, Wind im Wechsel. Die Hügel immer so lange, dass sie zwar fordernd aber nie zu schlimm oder steil waren. Die Buchten und Strände nie zu weit weg für einen Abstecher. Das war super!

    In einer Bucht sahen wir viele entspannte Wildcamper genau unter dem Camping-verboten-Schild und fragten nach Tipps. Deren Tipp war: ist jedem Egal. Nur wenn Farmer explizite Schilder aufhängen oder Tiere auf dem Feld sind aufpassen. Und an den Stränden die etwas abseits liegen gar kein Problem!

    Also suchten und fanden wir eine Bucht in Reichweite nach den genannten Bedingungen auf Googel Maps und starteten ins wilde Camping-Abenteuer.

    Zu unserer Enttäuschung war die Bucht die wir nach langer Abfahrt erreichten "belegt" mit 3 Gruppen. Es sollte sich aber als Glücksfall herausstellen.

    Wir waren schon dabei uns am Straßenrand einen Platz frei zu räumen, weil wir niemanden auf die Pelle rücken wollten ( und auch Bedenken bezüglich Lautstärke hatten) da wurden wir auf die Wiese gebeten. "Kommt doch bitte! Es ist genug Platz!"

    Unten angekommen gab's erstmal Cognac und dann wurden wir von der Ukrainischen Großfamilie sogar zum Essen eingelade😋🤯🥳.

    Köstliches Gegrilltes und selbst eingelegte Gurken, Salate und Schnäpse, alles so lecker.

    Die Familien sind übrigens schon zwischen 8 und 20 Jahren in Irland, also keine Flüchtlinge, das war ihnen sehr wichtig. Einer der Männer hat seit Kriegsausbruch kein freies Wochenende oder Ferien gehabt, weil er für die Ukraine gebrauchte Krankenwagen und Jeeps von England nach Ostpolen überführt, ehrenamtlich! In die Ukraine rein fährt er nicht, da er Familie und Arbeit in Irland hat und nicht zwangsrekrutiert werden will. Nach einigem Alkohol hörte man einen Gewissenskonflikt deutlich aus ihm heraus. "Meine Freunde kämpfen und sterben, aber ich helfe doch auch oder? Ich muss doch auch für meine Familie sorgen..." das war bedrückend.

    Irgendwann hatte ich den Eindruck, dass seine Freunde ihn darauf hinwiesen, dass es nun genug von diesem Thema sei, und es wurde die Gitarre geholt.

    Wir gingen nach unserer Radtour deutlich früher ins Zelt als die Ukrainer. Die Lautstärke war dann auch nicht ganz so krass und lange hoch wie befürchtet und wir wurden mit Volksliedern in denen sehr oft das Wort Ukraina vorkam in den Schlaf gesungen 😅.

    Erstes Wild campen gut gelaufen! 😇
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