Pazifik - Tag 24, Entscheidungsfindung
April 15, Pazifischer Ozean ⋅ 🌬 26 °C
145 sm, Wind 5 - 6, früh wolkig mit Squalls, später sonnig, 28°C
Der Tag an dem wir den 15. Breitengrad überfahren rückte immer näher. Wir hatten uns diesen Breitengrad ausgesucht, um eine schlussendliche Entscheidung zu treffen, ob wir weiter Richtung Gambier oder doch zu dem Marquesas weiterfahren. Der Wetterbericht schwankte ständig zwischen, na geht doch und Katastrophe. Gestern Abend kurz vor dem zu Bett gehen hatte ich noch einmal den aktuellen Lauf angeschaut, und das war gar nicht gut. Ein Tiefdruck direkt über die Inseln mit Windgeschwindigkeiten um die 40 Ktn. Dazu Gewitter und Regen ohne Ende. War das schon das Ende des Traumes von Gambier? Ich war tief enttäuscht und ging mit diesen Gedanken ins Bett. Heute nun musste aber eine Entscheidung her. In solchen Fällen ist es schön, wenn man mit einem Buddyboot unterwegs ist und sich beraten kann. So war es auch Werner der gleich am nächsten Morgen um 01:11 schrieb, „Der Wind wird weniger da unten“. Hoffnung keimte wieder auf. Gleich wurden die neusten Daten ausgewertet und tatsächlich, es sah schon besser aus.
Inzwischen sind die Würfel gefallen. Aktuelle Prognosen sagen für den 21. und 22. April besseres Wetter mit wenig Wind und Sonnenschein aber auch Gewitter voraus. Drückt die Daumen, dass es dabei bleibt.
In der Nacht hatten wir mit Wind aus NO zu kämpfen. Vorhergesagt war Ost. Daher hatten wir die ganze Zeit daran zu arbeiten, nicht zu weit nach Süden abzufallen. Für mich hieß es dann gleich bei Tagesanbruch auf das Levante umzurüsten, um mit Wind von hinten wieder Kurs zu halten. Das Setzen gelang auf Anhieb . Was folgte war natürlich wieder mal ein Witz. Kaum war ich mit allem fertig, drehte der Wind bis auf 100°. Den Kurs konnte ich mit dem Segel dann schon halten, hätte ich aber genauso gut mit unserem schönen Gennaker fahren können. Irgendwann gab es dann einen Ruck im Boot. Ich dachte, nanu was war denn das? Da war doch der Bügel der Öse, die die Umlenkung des Niederhalters darstellt, weggeflogen. Das Seil hing nun unter dem vordem Sitz und wurde von diesem noch gehalten. Dafür ist dieser nun aber auch nicht konstruiert. Also bauten wir das Levante wieder zurück, zumal Werner vor Windböen warnte. Unser Gennaker machte dann wieder einen tollen Job. Ich ließ ihn bis kurz vor Mitternacht stehen. Die Winddreher und der böige Wind erforderten aber vollste Konzentration, und so tauschte ich ihn, bevor Doris kurz vor Mitternacht ihre Schicht antrat, gegen die Genua ein. Damit hatte sie es etwas leichter, und mußte nicht ständig den vorgegebenen Windwinkel des Autopiloten adaptieren. Die Nacht wurde dann trotzdem etwas unruhig. Dazu mehr im nächsten Footprint.Read more










TravelerIch wünsche euch, dass es gelingt und euer Traum wahr wird 😃