Pazifik - Tag 28, Champagnersegeln
April 19, Pazifischer Ozean ⋅ 🌙 25 °C
19.04.26, 116 sm, Wind 3 - 4 Bft, sonnig 28°C
Wisst ihr was Champagnersegeln ist ? Wir erleben es gerade: Eine schöne Brise von der Seite, so um die 11-13 Ktn., ein angenehm ruhiges Meer, kleine Wellen, evt. mit einer leichten Dünung, und natürlich - Sonnenschein.
Das Meer erscheint in einem strahlenden Blau und schimmert in verschiedenen Tönen. Der Himmel ist ein leuchtendes Türkis mit schmucken kleinen Tüpfelwolken, so wie kleine Wattebäusche. Klare Luft mit Blick bis zum Horizont und darüber hinaus. Ein leichtes Säuseln dringt an meiner Ohr, es kommt vom Heck, wo die Welle kleine gemütliche Wirbel bildet, dieser Anblick ist immer wieder magisch.
Das Leichtwindsegel zieht uns durchs Wasser, als ob wir eine Feder wären. In diesem Moment weiss ich, wie schön Segeln sein kann, und wie sehr ich das liebe. Die Kämpfe mit Winddrehern, gerissenen Leinen und zerbrochenen Blöcken sind vergessen. Die Entbehrungen, wie in den letzten Nächten, gehören genauso dazu. Umso mehr können wir diese Momente dann genießen.
Durch die letzte Nacht ging es mit Motorengebrumm, dazu zog uns die Genua. Ich wollte nur zügig raus, raus aus diesem Gewitterungetüm, welches mit Blitzen nach uns warf. Ich hatte es satt, und deshalb durfte es etwas schneller und damit ein paar Umdrehungen mehr sein als üblich. Links, rechts und hinter uns zuckten Blitze, nur vor uns war eine Wolkenlücke, da wollte ich durch.
In der Früh hatten wir es dann tatsächlich geschafft, hinter uns die enorme Wolkenbank, die im Licht der Morgensonne gar nicht mehr so bedrohlich wirkte. Um uns herum lungerten aber immer noch einige Squalls, welche uns jedoch in Ruhe ließen. Die Zeit war gekommen, wieder mal die Segel rauszuholen. Was dann folgte, habt ihr gerade gelesen. Es ist der Endspurt nach Gambier, zwei drei Tage noch, je nachdem, wie uns der Wind gewogen sein wird. Wir haben Zeit. Die Unwetter sind verzogen. Wir genießen jetzt die letzten Meilen dieser langen Reise und freuen uns über einen herrlichen Sonnenuntergang.
Am Abend ziehen noch einige Squalls an uns vorbei, einer direkt vorm Bug, ein paar Tropfen Regen spüre ich sogar. Windmäßig ist es aber kein Thema.
Zum Abendessen gibt es Steak vom Bonito mit Bratkartoffeln und - mmh - Coleslaw. Der Captain stellt sich heute selbst an die Pfanne, das Fett muss recht heiß sein, und er achtet darauf, dass die Filets ja nicht mehr als 2 Minuten von jeder Seite abbekommen. Das war schon mal sehr lecker. Varianten warten mit kleinen Soßen oder Thunfisch-Tartar, Ceviche oder - was wir in Medellin/Kolumbien kennenlernten - Tiradito .Read more
















Traveler
Leeeecker 😋