• Volcán de Fuego

    July 11, 2024 in Guatemala ⋅ 🌩️ 14 °C

    Volcán de Fuego gehört zu den aktivsten Vulkanen in Mittelamerika und ist in den vergangenen 500 Jahren mehr als 60 Mal ausgebrochen. Die letzte katastrophale Eruption war 2018, in der mehr als 300 Leute starben. Er hatte eine Höhe von 3768 Metern.

    Zum Abend hin ist es aufgeklart, wir haben tolle Eruptionen gesehen, haben es rumpeln gehört und als die Frage kam, wer näher rangehen möchte, haben alle, bis auf einer, zugesagt. Es war ein Abstieg von 45 min, danach ein Aufstieg von 45 min und dann das ganze nochmal zurück. Was genau ich mir dabei gedacht habe, nachdem ich nach der ersten Wanderung schon keine Lust mehr hatte, weiß ich auch nicht. Naja, eigentlich doch, wie oft bekommt man schon die Chance auf einen aktiven Vulkan zu klettern, wenige hundert Meter von der Lava entfernt.

    Also haben wir uns kurz vor Sonnenuntergang bei bestem Wetter auf den Weg gemacht.

    Der Weg runter war schon etwas anstrengender, es gab sehr viele rutschige Stellen und ich bin mehrmals weggerutscht, konnte mich aber zum Glück immer wieder fangen.

    Es war schon dunkel, als wir uns an den Aufstieg des Volcán de Fuego gemacht haben. Uns sind andere Gruppen entgegen gekommen, die uns Mut gemacht haben und meinten dass es sich auf jeden Fall lohnt und richtig toll ist.

    Ab der Mitte kamen die Wolken und der Wind. Kurz vor unserem Ziel kam uns eine Gruppe entgegen mit einem Mädel, die zu ihrer Freundin meinte, dass es die beschissenste Entscheidung in ihrem Leben war. 😅

    Oben angekommen war es unglaublich windig. Wir mussten richtig aufpassen, das wir nicht zur Seite gefegt werden. Und es war kalt. Alles was wir in Basecamp als kalt empfunden haben, war nichts gegen den Wind auf dem Fuego.

    Und dann haben wir erstmal gewartet. Wir haben uns hinter Büsche gehockt, um dem Wind ein wenig zu entkommen. Nach 45 Minuten ging es nicht mehr. Allen war kalt und der Nebel/Wolken hat sich kein Stück verändert. Also haben wir uns entschieden hier oben zu verschwinden. Unser Guide meinte, wir könnten weiter unten nochmal warten, vllt verändert sich die Lage ja noch.

    Sie hat sich verändert… es fing an zu schütten. Innerhalb von Minuten war alles nass. Meine Hose, meine Schuhe inkl Socken, selbst die Jacke war nass, es lief überall Wasser rein und es hat noch aufgehört. Es hat die gesamten 1,5 Stunden geregnet.

    Der Guide ist einfach vorgerannt, in der 10er Gruppe hatten nur 4 eine Stirnlampe dabei. Ein Teil der Gruppe war weiter hinten und er hat nicht gewartet 🙈 ihr könnt euch also die Stimmung vorstellen. Es wurde auch richtig anstrengend auf die letzten Meter. Ich hatte einfach keinen Bock mehr 🙈 mir war so kalt, das selbst das hochwandern nichts daran geändert hat.

    Zum Glück ist der andere Guide im Basecamp geblieben, wir konnten uns also auf ein schön heißes Feuer freuen, um wieder aufzuwärmen. Nur, dass das Feuer gerade erst angemacht worden ist, als wir zurück kamen. Also saßen wir im kalten, auf nassen Bänken mit nassen Klamotten, im Rauch des werdenden Feuers und haben zu Abend gegessen. Meine Finger waren so kalt, dass ich die Gabel nicht richtig halten konnte 🙈🙈

    Ich weiß nicht, wann ich das letzte mal so gefroren habe. Und jetzt musste ich wieder irgendwie warm werden. Ich hatte nur leider nichts trockenes mehr außer eine dünne weite Hose und einen dünnen Pulli 🙈🥶

    Wir haben uns alle Decken geschnappt die es gab und haben versucht uns gegenseitig aufzuwärmen. Zum Glück waren wir zu 4 im Zelt. Es hat sehr sehr lange gedauert, irgendwann ging es zum Glück einigermaßen, so dass ich schlafen konnte.

    Um kurz vor 4 kamen die Guides, um uns zu sagen, dass das Wetter immer noch beschissen sei.
    Am nächsten Montag bin ich dann in meine kalten, nassen Schuhe geschlüpft und bin in meiner bunten Stoffhose und dünnen Pulli losmarschiert. Ein Guide hatte noch eine trockene Fleecejacke und ein Mitwanderer hat mir seine etwas klamme Regenjacke für den Wind gegeben 😎 modisch top 🤣

    Leider haben wir keine Lava gesehen, weder auf dem einen noch auf dem anderen Vulkan 🥺. Das war schon sehr sehr traurig, aber so ist die Natur, man kann sie nicht beeinflussen und nichts ist sicher. Ich glaube, dadurch, dass ich so lange reise, war es nicht so schlimm. Ich kann wieder kommen, ich weiß nicht, ob ich nochmal die Wanderung machen würde 🤣 ich würde dann vllt zu einem anderen Zeitpunkt kommen.

    Wir haben hinterher ein Pärchen getroffen, die den Volcán de Fuego gar nicht gesehen haben. Es hat beide Tage durchgeregnet, da hatten wir noch Glück ☺️ man sollte sich auch über die kleinen Dinge freuen 🥳🤗
    Read more