Jeju Island
Oct 7–11, 2024 in South Korea ⋅ ☁️ 19 °C
John und ich haben festgestellt, dass wir beide am gleichen Tag nach Jeju fliegen. Jeju ist eine Insel an der Südspitze Südkoreas, auch bekannt als Flitterwocheninsel, da sie von vielen Südkoreanern dafür genutzt wird. Sie entstand durch einen Vulkanausbruch unter Wasser.
Die Insel hat jedoch eine dunkle Vergangenheit, zwischen 1948 und 1954 verlor die Insel 10% ihrer Bevölkerung, der Großteil der rund 30.000 Opfern waren Männer. Nach Ende der japanischen Besetzung (1945) strebten die Koreaner nach einem vereinten und selbstbestimmten Land. Stattdessen wurde sie unter den Großmächten USA und Russland aufgeteilt. Auf Jeju gab es, anders als auf dem Festland, nur eine einzige Partei, die kommunistisch war, sie stand jedoch nicht unter sowjetischem Einfluss. Als für 1948 Wahlen angekündigt wurden, veranstaltete die Partei 1947 eine pro-kommunistische Kundgebung, zu der ca. 30.000 Aktivisten kamen. Die Polizei rücke mit einem Großaufgebot aus, bei der Konfrontation kamen 6 Menschen ums Leben, danach schaukelte sich die ganze Sache hoch. Der Konflikt eskalierte in 1948, als 350 Aktivisten Polizeiposten angriffen und 14 Menschen starben, daraufhin begann die Verfolgung der Kommunisten und deren Sympathisanten und Angehörigen und mit deren Ermordung. Die Verfolgung endete 1954, als die Sicherheitskräfte bestätigten, dass es nur noch 5 lebende und bewaffnete Aktivisten in den Bergen gäbe.
Jedoch wurde es allen verboten, über das Geschehene zu sprechen. Journalisten und Filmemacher, die die Zeit recherchierten, wurden, trotz der Demokratisierung 1978, verhaftet. Erst 2000 wurde ein Gesetz verabschiedet, dass Untersuchungen zu den Vorfällen erlaubte. Die Regierung spricht von Vorfällen, alle Nichtregierungsorganisationen reden von einem Massaker. Selbst heute wissen noch nicht alle Südkorea von den Vorfällen, obwohl es mittlerweile in der Schule gelehrt wird.
Die Regierung hat sich bei den betroffenen Familien entschuldigt, alle haben einen Anspruch auf Genugtuungszahlungen, allerdings muss dieser eingeklagt werden und die meisten haben kein Geld für einen Anwalt. Viele haben wohl auch das Bedürfnis, eine Entschuldigung der USA zu bekommen (ich weiß nicht, ob sich die USA jemals für etwas entschuldigt hat 🤔), da sie das Gefühl haben, ohne den Segen der USA hätten die südkoreanische Regierung und Sicherheitskräfte die Proteste niemals so niedergeschlagen. Inwiefern die Menschen so wirklich denken kann ich nicht sagen 🤷🏼♀️
Hier ist auch der höchste Berg Südkoreas, Vulkan Hallasan mit 1947 (manche sagen 1950) Metern. Nordkorea hat höhere Berge, aber die werden hier nicht gezählt 😋 Auf Jeju ist eine der längsten unterirdischen Lavaröhren der Welt, leider konnten wir diese nicht besichtigen, da dort zur Zeit Bauarbeiten stattfinden. Sie soll im August 2025 wieder eröffnet werden.
Da es zwar Öffis gibt, diese aber sehr unregelmäßig fahren und sehr lange brauchen, hat John ein Auto gemietet und da ich nur eine Stunde nach ihm gelandet bin, hat er netterweise auf mich gewartet. Das Auto war wirklich die beste Entscheidung, wir konnten so gut durch die Gegend fahren, anstatt ewig auf Busse etc zu warten.
Im Hostel haben wir Fred wiedergetroffen. Mit ihm waren wir im Hostel in Seoul. Dazu kamen im Laufe der Zeit noch Julian aus Krefeld, Adem, halb Schotte, halb Türke und Nate aus England. Zusammen waren wir eine sehr coole Truppe.
Adem kam auch nur dazu, weil May, eine Israelin, die wir ebenfalls in Seoul kennengelernt haben, ihre Reservierung für Mount Hallersan für den Tag abgesagt hat, weil es regnen sollte (was es auch getan hat, aber nicht soo viel). In Nachhinein bin ich darüber sehr glücklich 😂☺️
Das Hostel war auch sehr chillig, die erste Nacht war ich alleine, das war fantastisch 🤩Read more




