Klaipėda
Jun 18–19 in Lithuania ⋅ ☁️ 16 °C
Heute Morgen Frühstück bei bestem Wetter. Eigentlich müsste ich ja noch auf den Aussichtsturm, aber wir wollen heute Strecke machen. Und so geht es Richtung Nordwesten nach Klaipėda.
Unser Navi führte uns nicht wie erwartet Richtung Kaunas und auf die A1, sondern auf der A16 weiter nach Westen durch Marijampole. Die Industriestadt hat noch viel sozialistisches Flair…
Weiter ging es über die Dörfer bis nach Jurbarkas, wo wir den Nemudas wiedertrafen. Ab Smalininkai bildet der Nemudas die Grenze zur Exklave Russlands mit Kaliningrad. So dicht waren wir bislang noch nicht an Russland dran…
Schließlich verließen wir diese wenig ansprechende Gegend mit seinen Dörfern und fuhren über die 141 durch das „Memelland“ oder auch „Klein-Litauen“. Hier findet man statt der typischen Holzhäuser eher Steinhäuser mit teils deutlichem preußischen Baustil.
In Klaipėda haben wir einen Platz an einem Stadionparkplatz. Keine Infrastruktur (außer einem ToiToi), dafür zahlen wir aber für das Tagesticket für 10 Stunden nur 3 Euro. Weil das Parken ab 20 Uhr umsonst ist, können wir bis morgen 15.40 Uhr hier stehen…
Klaipėda ist die drittgrößte Stadt Litauens und Hafenstadt. Sie liegt an der Mündung des Flusses Danėu und ist das Tor zur Kurischen Nehrung. Als Memel gehörte die Stadt auch zum Kaiserreich. Die 700 Jahre deutscher Besiedlung lassen sich an einigen Stellen heute noch erkennen. Alte Speicher mit deutscher Beschriftung, die für Litauen untypischen Fachwerkhäuser oder das Ännchen von Tharau vor dem Theater. Im zweiten Weltkrieg wurde rund 2/3 der Stadt in Schutt und Asche gelegt, von ehemals 40.000 Einwohnern flüchteten die meisten in den Westen. Lediglich 28 Überlebende fanden die Sowjets bei der Eroberung 1945.
Die gesamte Altstadt wurde 1969 unter Denkmalschutz gestellt. Seitdem wird an allen Ecken versucht, das traditionelle Bild der Stadt zu bewahren. Einiges wurde restauriert, anderes versucht wiederherzustellen.
Wir haben uns zu Fuß auf den Weg in die Altstadt gemacht. Es gab ein paar nette Orte und beim Italiener in einem schönen Innenhof mit mehreren Lokalen haben wir gut gegessen.
Als wir dann zurückkamen, war der Parkplatz sehr gut gefüllt. Im Stadion ist wohl heute eine Sportveranstaltung.Read more






















