Berg der Kreuze
Jun 22–23 in Lithuania ⋅ ☁️ 25 °C
Wir haben bei herrlichem Sommerwetter den Campingplatz verlassen. Plötzlich tauchte immer wieder Nebel auf. Die schönen Holzhäuser in Juodkrantė und die Bernsteinbucht. Hier wurde im 19. Jahrhundert ein großer Bernsteinschatz gefunden. Man geht davon aus, dass es sich dabei um heidnische Göttergaben handelt, weil auch Knöpfe und Figuren aus Bernstein gefunden wurden. Leider ist ein Großteil des Schatzes im Krieg verloren gegangen.
Unser Weg führte uns weiter in den Osten, nachdem wir die Fähre nach Klaipėda verlassen hatten. Ziel sollte der Berg der Kreuze bei Šiauliai sein. Schon von der Zufahrtsstraße aus waren die Tausenden von Kreuzen zu sehen. Dort gibt es einen Parkplatz, der uns mit dem WoMo 5 € gekostet hat. Souvenirshop, Toilette, eine Cafeteria und ein Shop für Kreuze aller Art gibt es hier. Durch den Tunnel unter der Straße gelangt man problemlos zum Berg.
Von der Ferne sieht man einen Hügel, auf dem große und kleine Kreuze stehen. Wenn man dann den Hügel über die Stufen betritt, nimmt einen das sofort gefangen. Diese Vielzahl an Kreuzen, mit Inschriften oder ohne, selbst gestaltet oder gekauft, selbst kleinste Nischen oder sogar Wacholderstäucher werden behängt. Es hängen Rosenkränze daran, kleine Kreuze hängen an großen, einfache Metallrohre oder sogar PVC-Rohre dienen als Material. Aber auch die geschnitzten, teilweise meterhohe Kreuze beeindrucken. Hat man den ersten Hügel erklommen, geht es auf den zweiten und dann auf den dritten. Auch vor der ganzen Anlage links und rechts erstrecken sich die Kreuze.
Wenn man die Geschichte hinter dieser heutigen Touristenattraktion kennt, sorgt das alles für Gänsehaut. Entstanden ist der Berg der Kreuze im 19. Jahrhundert als Widerstand gegen das zaristische System. Mit dem Aufstellen von Kreuzen wurde der Toten des Widerstands gedacht. 1850 wurde die Stätte erstmals erwähnt. Ende des 19. Jahrhunderts sollen es 150 Kreuze gewesen sein, 1940 etwa 400. Zu stalinistischer Zeit kamen weitere Kreuze hinzu, für die im Gulag Gestorbenen, für politische Gefangene und für Gläubige. Das war des Sowjets ein Dorn im Auge und die Kreuze wurden plattgewalzt. Tags darauf waren wieder welche da und sogar mehr. Der Hügel wurde zum Symbol der Litauer und mit der Unabhängigkeit 1990 waren es bereits zirka 40.000 Kreuze. Heute wird ihre Zahl auf 200.000 geschätzt.
Der rund 9 m hohe Hügel trug einst eine Burg, die 1348 von Kreuzrittern zerstört wurde. Bereits seit alters her war er als Gebets- und Opferstätte bekannt. Heute ist er Wallfahrtsort und Symbol des Leidens und Gedenkens, aber auch der Hoffnung und der Liebe.
Nach dem Besuch dieses beeindruckenden Ortes sind wir rund 1 km zurückgefahren und stehen nun beim Restaurant Girele für eine Nacht.Read more

























Traveler
Schön!!